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Polizeiticker Nach tragischem Unglück auf A9: Großvater sucht letzte Fotos verstorbener Enkelin
Region Polizeiticker Nach tragischem Unglück auf A9: Großvater sucht letzte Fotos verstorbener Enkelin
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16:54 10.08.2017
Nach dem Unglück am 30. Juli 2017 räumen Mitarbeiter einer Bergungsfirma die Unfallstelle. (Archivbild)  Quelle: MZ/Peter Lisker
Leipzig/Lützen

Es ist ein tragisches Unglück, bei dem ein junges Mädchen ums Leben kam: Ende Juli verliert eine 49 Jahre alte Frau auf der Autobahn 9 nahe Leipzig die Kontrolle über ein Wohnmobil. Das Fahrzeug samt Bootsanhänger überschlägt sich, landet auf dem Dach. Die neunjährige Henriette wird im Wagen eingeklemmt, kann nicht befreit werden. Sie stirbt noch an der Unfallstelle.

Im Auto fuhren neben der Neunjährigen auch ihre Mutter, die hinter dem Steuer saß, ihr Bruder und dessen Segeltrainerin. Die Vier kamen von der Travemünder Woche, bei der der bis dahin 13 Jahre alte Bruder die Deutsche Jungend- und Jüngstenmeisterschaft im Segeln in einer Klasse gewinnt. Eigentlich sollte es weitergehen zum Gardasee, erzählt Großvater Klaus-Werner Beyer zehn Tage nach dem Vorfall und ringt um Fassung. In Italien wollte sein Enkel an Segel-Weltmeisterschaften teilnehmen. Doch das Unglück machte einen Strich durch die Rechnung. Wieso die Mutter die Kontrolle über das Wohnmobil verlor, ist bisher unklar. Laut zuständiger Autobahnpolizei dauern die Ermittlungen weiter an.

Zwei Kameras verschwunden

„Seit dem Unfall fehlen eine Spiegelreflexkamera und eine GoPro“, sagt Beyer mit belegter Stimme. Mit der Action-Kamera nahm sein Enkel Bilder beim Segeln auf. Mit dem anderen Fotoapparat wurde Bilder von der Familie aus Hamburg gemacht, auch von der neunjährigen Henriette – zum letzten Mal vor ihrem Tod. „Die Fotos sind für uns unersetzlich“, so der Großvater. Um die Kameras gehe es nur zweitrangig. „Die SD-Karten sind für uns von allergrößtem Interesse.“

An Polizei und Bergungsunternehmen hat sich Beyer bereits gewandt, doch bisher ohne Erfolg. „Wir kennen den Fall und haben uns bereits mit dem Großvater und dem Vater in Verbindung gesetzt“, erklärt eine Sprecherin der Autobahnpolizei in Weißenfels. Nachdem Beyer sein Anliegen bei den Beamten vorgetragen hatte, sei speziell nach den Gegenständen gesucht worden. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei wären am Mittwoch erneut zur Unfallstelle am Kreuz Rippachtal gefahren, hätten auch im Gras gesucht. „Bisher sind die Fotoapparate nicht wieder aufgetaucht“, so die Polizei.

Für gewöhnlich sichern zunächst Beamte alle Spuren, schildert die Sprecherin den Ablauf nach solchen Unfällen. Anschließend werde ein Bergungsunternehmen mit der Räumung betraut. Dessen Mitarbeiter geben dann gefundene Gegenstände an die Polizei, bei der die Besitzer ihr Hab und Gut abholen. Im Fall von Familie Beyer waren die Kameras nicht dabei.

Hoffnung auf aufmerksamen Finder

„Wir gehen davon aus, dass die Geräte in dem Durcheinander verloren gegangen sind“, sagt Großvater Beyer. „Nun hoffen wir, dass sie irgendwo wieder auftauchen – in einer Asservatenkammer oder der Ecke eines Büros, wo sie abgestellt und vielleicht einfach vergessen wurden.“ Sollte irgendjemand die SD-Karten gefunden haben, so sein Appell, könne er sie auch anonym zusenden. „Großeltern und Eltern wären dem Finder außerordentlich dankbar“, so Beyer.

Die Hoffnung, dass die verlorenen Bilder wieder auftauchen, hat die Familie von Henriette noch nicht aufgegeben. Glück und Unglück liegen eng beieinander, das weiß auch Klaus-Werner Beyer: Henriettes Bruder und ihre Mutter zogen sich bei dem schrecklichen Unfall zumindest nur leichte Verletzungen zu. Und nur einen Tag danach hatte Beyers Enkelsohn Geburtstag, den 14. – gleichzeitig musste er von seiner Schwester Abschied nehmen.

Von Josephine Heinze

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