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Polizeiticker Tödliches Unglück an Bushaltestelle: Eltern warnten vor Gefahrenstelle
Region Polizeiticker Tödliches Unglück an Bushaltestelle: Eltern warnten vor Gefahrenstelle
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21:58 20.03.2019
Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Dienstagnachmittag.
Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Dienstagnachmittag. Quelle: Mario Hösel
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Leipzig

Einen Tag nach dem tödlichen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 175 herrschen Trauer und Bestürzung in Penig. Am Dienstag war eine elf Jahre alte Schülerin von einem Kleinwagen erfasst worden und erlag später in der Klinik ihren schweren Verletzungen.

Das Kind war nach ersten Erkenntnissen der Polizei an einer Haltestelle hinter einem Schulbus über die Bundesstraße gelaufen.

Trauerbegleitung in der Schule

„Wir sind in Gedanken bei der Familie“, sagt Manuela Tschök-Engelhardt, Sprecherin der Stadt Penig. Die Kommune habe das Unglück zum Anlass genommen, die Schulen zu bitten, nachdrücklich auf das Verhalten im Straßenverkehr hinzuweisen.

Zudem biete man den Kindern, die im Bus waren und den Unfall erlebten, bei Bedarf eine Trauerbegleitung an. Auch im Freien Gymnasium Penig, wo das Mädchen lernte, seien für Schüler und Eltern geschulte Ansprechpartner vor Ort.

Fahrer aus dem Landkreis Leipzig

Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den jungen Mann aus dem Landkreis Leipzig, bestätigte eine Behördensprecherin am Mittwoch. Der 21 Jahre alte Fahrer sei leicht verletzt worden. Hinweise auf Alkohol- oder Drogeneinfluss lägen nicht vor. Die Untersuchungen befänden sich aber noch am Anfang.

Nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt

An der Unfallstelle dürften Autos für gewöhnlich höchstens mit Tempo 70 fahren. Allerdings sei bei haltenden Schulbussen besondere Vorsicht geboten – das schreibt die Straßenverkehrsordnung vor. Bei eingeschaltetem Warnblinker ist in beiden Richtungen sogar nur Schrittgeschwindigkeit gestattet.

Ein weiteres Verkehrsschild weise kurz vor der Bushaltestelle zudem auf Kinder hin. Wie schnell der Kleinwagen bei dem Zusammenstoß unterwegs war, ist der Polizei zufolge noch nicht geklärt.

Eltern warnten bereits

Eltern aus Langenleuba-Oberhain haben die Bushaltestelle schon seit längerer Zeit als einen gefährlichen Ort für Kinder ausgemacht und ihre Bedenken im vergangenen Jahr in einer Petition auch an das Landratsamt formuliert.

Die Schüler müssen nicht nur direkt an einer viel befahrenen Trasse aussteigen, sondern anschließend auch auf einer Landstraße nach Hause laufen, weil der Bus am Nachmittag nicht bis direkt ins Dorf fährt. Das Landratsamt in Freiberg wollte sich zu dem Fall mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Von Matthias Roth/Thomas Lieb