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Schkeuditz Land spielt Ball nach Schkeuditz zurück
Region Schkeuditz Land spielt Ball nach Schkeuditz zurück
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09:36 11.05.2019
Die Kreuzung an der B6 auf Höhe DHL bleibt weiter Gesprächsthema. Abhilfe ist nicht in Sicht, weil sich Landesamt und Stadt den Schwarzen Peter zuschieben. Quelle: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

 „Die Missachtung der roten Ampel muss zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer kontrolliert und verfolgt werden“, heißt es aus dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zur Kreuzung an der Neuen Bundesstraße 6/Theodor-Heuss-Straße in Schkeuditz. Wie berichtet, sehen Schkeuditzer Bürger an dieser Ampel ein hohes Unfallpotenzial, da das Rotsignal oft von Fahrenden auf der B6 missachtet wird.

Die Stadt Schkeuditz hatte in einem Schreiben an das Lasuv eine Sicherheitssekunde, also einen Moment, in dem alle Ampeln der Kreuzung auf Rot stehen, angeregt. Das hatte das Landesamt abgelehnt.

„Die Ursache für die geschilderten Probleme sind offenbar nicht zu geringe Zwischenzeiten zwischen den einzelnen Grünphasen, sondern die teilweise bewusste Missachtung der Verkehrsregeln“, so das Lasuv. „Da eine ausreichende Verkehrssicherheit der Schaltzeiten der Ampelanlage vorhanden ist, sehen wir keine zwingende fachliche Notwendigkeit der Signalanpassung.“ Das Lasuv ist überzeugt: „Würde man die Zwischenzeiten vergrößern, würden die bei ’Dunkelgelb’ Fahrenden schnell lernen, dass immer noch Luft ist, bis der querende Verkehr in die Kreuzung einfährt“, heißt es auf eine Anfrage der LVZ. „Der angestrebte Sicherheitsgewinn wäre schnell verpufft.“ Im Gegenteil: Die längere Umlaufzeit würde zu Unmut bei den Wartenden führen. Was letztlich die Bereitschaft, bei Gelb zu fahren, noch erhöhen würde.

Dieser Argumentation kann der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) nicht folgen. „Ich denke nicht, dass das passieren würde und halte eine Sicherheitssekunde weiterhin für das geeignete Mittel“, sagt er auf Nachfrage der LVZ. Einem Rotblitzer, wie vom Lasuv vorgeschlagen, erteilt er erneut eine Absage. „Theoretisch müssten wir dann an jeder Kreuzung der B6 einen stationären Rotblitzer aufstellen“, so Bergner. „Und das ist einfach nicht verhältnismäßig.“ Das Problem bestehe schließlich an allen Kreuzungen.

Ohnehin arbeite die Stadt Schkeuditz nicht mit stationären Anlagen – es ist keine einzige im Stadtgebiet zu finden. „Wir setzen auf mobile Blitzer“, so der Oberbürgermeister. „Da sind wir flexibler und damit auch effektiver.“ Diese Anlagen funktionieren allerdings nur bei Geschwindigkeitsverstößen und lassen sich an genau dieser Kreuzung eben nicht aufstellen.

Einigkeit herrscht zwischen Lasuv und Stadt dennoch in einem Punkt: „Um eine Unfallhäufungsstelle handelt es sich objektiv nicht“, heißt es aus dem Landesamt. Zu dieser Einschätzung kam die Schkeuditzer Verwaltung bereits im Dezember. Demnach liegt ein Unfallschwerpunkt dann vor, wenn innerhalb eines Jahres fünf gleichartige Unfälle passieren.

Wie berichtet, ist im vergangenen November eine Autofahrerin an dieser Stelle beim Abbiegen auf die Bundesstraße angefahren und getötet worden. Schkeuditzer Bürger machen regelmäßig – auch in sozialen Netzwerken – ihrem Unmut darüber Luft, dass Autofahrer das Rotsignal bewusst ignorieren und so zur Gefahr für Leib und Leben werden.

Von Linda Polenz

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