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Schkeuditz Der Mühlenimker von Frankenheim
Region Schkeuditz Der Mühlenimker von Frankenheim
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15:03 28.07.2019
Philipp Schwertfeger begutachtet seine Bienen in Frankenheim. Quelle: André Kempner
Markranstädt/Schkeuditz

Wenn der rührige Heimatverein Frankenheim-Lindennaundorf zum Tag der offenen Windmühle einlädt, erwartet die Besucher inzwischen eine Art lokale Messe. Die Vereinsmitglieder haben Kuchen gebacken, auf dem Tresen steht der Mühlenschnaps und oft duftet es nach frischem Mühlenbrot aus dem vereinseigenen Backofen. Seit kurzem gibt es ein weiteres Produkt „Made in Frankenheim“: Philipp Schwertfeger bietet Honig an, den seine Bienen im Ort gesammelt haben.

Zu Gast bei den Imkern in Schkeuditz

Für die Imkerei hat er sich schon immer interessiert. So richtig entzündet hat sich der Funke aber erst, als sich im letzten Jahr ein Bienenschwarm in die Esskastanie hinter dem Haus verirrt hatte. „Da entstand der Kontakt zu Jan Palm aus Dölzig“, erinnert sich der 23-Jährige. Palm ist Imker, fing den wilden Schwarm ein und kam mit Philipp Schwertfeger ins Gespräch. „Am Ende hatte ich eine Einladung zur Sitzung des Imkervereins Schkeuditz in der Hand.“

Lehrgang in Niederfrohna besucht

Dass er schon ein Dreivierteljahr später sein erstes Bienenvolk haben und von ihm 25 Kilogramm Honig ernten würde, war für Schwertfeger damals noch undenkbar. Zunächst wollte er sich das erforderliche Wissen aneignen und besuchte deshalb einen Lehrgang des Landesverbandes Sächsischer Imker in Niederfrohna. „Da bekommst Du erstmal Respekt vor der Aufgabe und der Verantwortung“, hat er festgestellt. Nicht nur fachliche Fragen seien dort erörtert worden, sondern auch rechtliche und finanzielle Aspekte bis hin zur Gewährung von Fördermitteln. „Die habe ich dann aber nicht beantragt“, räumt er ein. „Dazu hätte ich innerhalb eines Monats nach Zusage mit fünf Völkern starten müssen. Das war mir zu heiß.“

Arbeitsgerät von Philipp Schwertfeger. Quelle: André Kempner

Wildes Volk im Kirschbaum

Also hat Philipp Schwertfeger alles alleine und vor allem in Ruhe gestemmt. Rund 1000 Euro kostete das Equipment, das er sich nach und nach zugelegt hat. Es reicht von der Kleidung über das Werkzeug und die Beute bis hin zur Honigschleuder. Sein erstes Bienenvolk hat er für 150 Euro sogar sehr günstig bekommen. Dass er jetzt sogar Herr von zwei Völkern ist, war einem Zufall geschuldet. Anfang Mai hatte sich ein wilder Schwarm im Kirschbaum niedergelassen. „Den habe ich diesmal selbst eingefangen“, ist Schwertfeger stolz, wobei er bei diesem Akt auf eine ganz andere Herausforderung stieß. „Der Schwarm hing in sechs Metern Höhe, das ist eher was für Alpinisten oder Dachdecker.“

Hilfe vom Mentor

Ernten konnte Schwertfeger von diesem Schwarm allerdings noch nichts. Es sei sowieso gar nicht so einfach, ein wildes Volk zu erhalten. In Fragen wie diesen kann der junge Mann aber auf seinen Mentor Jan Palm bauen, mit dem ihn inzwischen eine Freundschaft verbindet. Dessen Erfahrungen sind für einen Neuling wie Philipp Schwertfeger Gold wert. Vor allem dann, wenn es um den Schutz der Völker geht, wie beispielsweise im Kampf gegen die Varroamilbe oder die Faulbrut. „Da sind Erfahrungsaustausch und Kommunikation unter den Imkern unerlässlich“, hat Schwertfeger gelernt.

50 Gläser Frankenheimer Sommerhonig

Am 23. Juni war dann der große Tag gekommen. Erstmals nahm er seine nagelneue Honigschleuder in Betrieb. Insgesamt 50 Gläser Frankenheimer Sommerhonig à 500 Gramm hat ihm sein Bienenvolk spendiert. Die Verkaufspremiere folgte am 7. Juli beim Tag der offenen Mühle in Frankenheim und komplettierte dort das Angebot an einheimischen Produkten. Seitdem ist Schwertfegers Honigvorrat kontinuierlich geschmolzen. „Falls bis dahin noch was übrig ist, werden die letzten Gläser wohl beim Heimatfest Anfang September über den Tisch gehen“, ist Schwertfeger überzeugt.

Von Rainer Küster

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