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Schkeuditz Dieselaggregat sorgt in Dölzig für Unmut bei Anwohnern
Region Schkeuditz Dieselaggregat sorgt in Dölzig für Unmut bei Anwohnern
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06:00 29.06.2018
Ärger an der Wasserwerke-Baustelle: Spundwände konnten nicht gesetzt werden. Jetzt verursacht ein rund um die Uhr laufendes Diesel-Aggregat Lärm und Gestank. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

In Dölzig hängt der Haussegen schief. Und viel hätte wohl nicht gefehlt, dann wäre es nicht nur beim Haussegen geblieben: Das Geschirr ist ihnen aus dem Küchenschrank gefallen, als die Leipziger Wasserwerke (LW) an ihrer Baustelle Südstraße, Ecke Lautzschke, versuchten, Spundwände in das Erdreich zu treiben, meinten Kathrin und Dirk Köcke. Ihr Lehmhaus befindet sich direkt neben der Baustelle.

Die LW planen, die Mischwasserleitung in der Südstraße auszutauschen. Bis Ende September sollen die Arbeiten eigentlich dauern. Ob dieser Termin zu halten ist, ist fraglich, denn momentan ruhen die eigentlichen Arbeiten: „Trotz mehrerer Versuche und Abstimmungen mit unseren Fachplanern können wir derzeit insbesondere im Kreuzungsbereich von Südstraße und Lautzschke nicht weiterbauen“, sagte LW-Sprecherin Katja Gläß. Stattdessen suche man gemeinsam mit Objekt- und Fachplanern nach einer anderen Option, die Abwasserplanung umzusetzen.

Wegen des ungewöhnlich hohen Grundwasserstands sollte für die weiteren Arbeiten eine ursprünglich nicht geplante Grundwasserhaltung errichtet werden. Für den betroffenen Bereich sollte dies in geschlossener Form – eine übliche Methode – mit Hilfe von Spundwänden geschehen. „Dabei haben wir allerdings so starke Schwingungen des Erdreichs feststellen müssen, dass wir die Arbeiten nicht durchführen konnten, um die angrenzenden Gebäude nicht zu beeinträchtigen“, gestand Gläß ein.

Deshalb hätten sich die LW für den Einsatz eines üblichen Dieselaggregates entschieden, um das Abpumpen des Abwassers 24 Stunden am Tag zu gewährleisten. „Für die Kanalarbeiten wird das Abwasser derzeit übergeleitet. Wir versuchen natürlich, die Belästigungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten“, sagte Gläß.

Doch gegen das Aggregat laufen die Anlieger Sturm. Weil es 24 Stunden läuft, habe man auch 24 Stunden Lärm und Gestank. Erste Gäste hätten wegen der Belästigung schon ihre Pension verlassen, berichtete Anett Siebeck. Ortswehrleiter Lutz Bransdor erwähnte, dass es wegen der Aggregates schon einen Feuerwehreinsatz gegeben hatte. Laut eingehender Meldung war in dem Container, in dem sich das Aggregat befindet, wegen der Rauchentwicklung ein Brand vermutet worden, zu dem die Feuerwehr dann am Sonnabend gerufen wurde.

„Um das Dieselaggregat kurzfristig außer Betrieb nehmen zu können, verlegt unsere Fachfirma heute und morgen eine Interimsentwässerung, die das Abwasser im freien Gefälle ableiten wird“, gab Gläß gestern nun ein Einlenken der LW bekannt. Diese Interimslösung bestehe solange, bis die LW mit ihren Arbeiten fortfahren könnten. Ein strombetriebenes Aggregat einzusetzen wäre zwar möglich, wegen des Aufwandes – es müssten circa 300 Meter Kabel verlegt werden – und der damit verbundenen Kosten aber nicht tragbar.

„Sobald die punktuelle Problematik im Kreuzungsbereich behoben ist und wir uns dem konventionellen Kanalbau in der Südstraße widmen können, ist ein Aggregat nicht mehr notwendig“, informierte Gläß. Um die Bürger und Anlieger zu informieren und ins Gespräch zu kommen, bieten die LW heute ab 11.30 Uhr kurzfristig einen Info-Termin vor Ort an. Auch die Stadt sei beim Gespräch dabei, bestätigte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler). Treffpunkt ist der LW-Baucontainer in der Straße Langer Weg/Höhe Spielplatz. Die Anwohner seien bereits eingeladen worden.

Von Michael Strohmeyer

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