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Schkeuditz Dölziger retten Grün, weil die Stadt es nicht macht
Region Schkeuditz Dölziger retten Grün, weil die Stadt es nicht macht
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19:15 09.07.2019
Bewohner, Ortschaftsrat, Freie Wähler und der Heimatverein bewässern die Sträucher rings um den neuen Spielplatz in Dölzig. Quelle: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

Mit Eimern und Schläuchen rücken die Dölziger seit anderthalb Wochen der Trockenheit in ihrem Ortsteil zu Leibe. Zudem haben Bewohner und Ortschaftsrat Angst um den neuen Spielplatz. Die dazugehörige Wiese kann ohne Wasser nicht wachsen, heißt es.

„Eigentlich ist es Aufgabe der Stadt“

An jenem Sonntag vor anderthalb Wochen, an dem die Temperaturen auf 40 Grad kletterten, reichte es den Dölzigern. Ortschaftsrat, Heimatverein und Freie Wähler Dölzig taten sich zusammen und starteten eine Gießaktion. Weil es die Stadt, so der Vorwurf, nicht hinbekäme. „Eigentlich ist es Aufgabe der Stadt, diese Anpflanzungen wenigstens zweimal in der Woche zu bewässern“, meint Heiko Lichtenberger. Da habe jedoch trotz einer Anfrage kein Weg rein geführt.

Bewässern der Wiese nicht möglich

„Wir haben wirklich Angst um unseren neuen Spielplatz“, sagt Katrin Sachsenröder, die sich an der Gießaktion beteiligt. „Aber wir können mit unseren Mitteln die Wiese nicht gießen.“ Etwa 300 Meter Gartenschlauch haben die Anwohner zusammenbekommen, mehrmals verbunden. „Da reicht der Druck nicht für eine ganze Wiese“, so Sachsenröder. Deshalb beschränken sich die Anwohner auf die neu angepflanzten Büsche, die bereits kurz vorm Vertrocknen waren. „Wir versuchen, dreimal in der Woche zu gießen“, erzählt Sachsenröder. Bisher sei das gelungen.

Spielplatz wird gebraucht

Dass an dieser Stelle rings um den neuen Bolz- und Spielplatz einfach das Geld buchstäblich verbrannt werde, stößt vielen Dölzigern sauer auf. „Keine Frage, dass ich da helfe“, sagt Heiko Leske. „Es ist doch unser Dorf. Bei der Planung waren wir involviert.“ Dass sich die Stadt nun nicht mehr kümmere, sei völlig unverständlich. Der Spielplatz, so heißt es in Dölzig, habe schon längst eröffnet sein sollen. Das ginge laut Stadtverwaltung aber erst, wenn die Fläche begrünt sei. „Die Anwohner fragen ständig, wann es denn nun soweit ist“, sagt Katrin Sachsenröder. „Der Spielplatz war immer gut genutzt. Er wird wirklich gebraucht.“

Stadt könne nicht alles bewässern

Auf Nachfrage der LVZ erklärt Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU), dass die Stadt unmöglich alle Flächen, auch in den Ortsteilen, bewässern könne. „Der Technische Service mit seinen 30 Mitarbeitern kann das nicht leisten“, sagt er. Derzeit würden montags, mittwochs und freitags die Blumenschalen an den Masten in der Friedrich-Ebert-Straße und die Blumenpyramiden vor dem Rathaus gegossen. „Hinzu kommen nach dem Aufstellen die Pflanzkübel auf dem Markt“, so Bergner. „Aber auch in der Kernstadt werden weder Rasenflächen noch Büsche gegossen.“

Engagement der Bürger wichtig

„Ich freue mich über die Initiative aus Dölzig“, sagt der Bürgermeister. Bürgerschaftliches Engagement sei wichtig und unerlässlich für eine Kommune. „Auch in diesem Bereich“, so Bergner. Der Spielplatz werde eröffnet, wenn er fertig ist. Derzeit sei das noch nicht möglich. „Wir sind in der Ortschaftsratssitzung so verblieben, dass der Spielplatz erstmal nicht freigegeben wird, damit der Rasen die Möglichkeit hat, sich zu entwickeln“, so Bergner. Es habe Überlegungen gegeben, dass die Feuerwehr die Rasenfläche gießt, das sei allerdings nicht möglich. „Das ist nicht vorgesehen“, so Bergner. „Die Feuerwehr darf Wasser nur zum Löschen von Bränden entnehmen.“ Für die Büsche gebe es mit der Firma, die sie gepflanzt hat, einen Entwicklungsvertrag. „Der regelt, dass die Büsche gegossen werden“, sagt der Oberbürgermeister. „Oder, sollten sie vertrocknen, ersetzt werden müssen.“

Von Linda Polenz

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