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Schkeuditz Neuer Flugzeughersteller kommt an den Airport Leipzig/Halle
Region Schkeuditz Neuer Flugzeughersteller kommt an den Airport Leipzig/Halle
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15:10 14.08.2019
Die Dornier 328 war eine zweimotorige Turboprop-Maschine für bis zu 33 Passagiere, die bis 2005 gebaut wurde. Am Flughafen Leipzig/Halle soll künftig das Nachfolger-Modell produziert werden. Quelle: dpa
Leipzig/Schkeuditz

Nach der Großansiedlung der Frachtairline Volga-Dnepr landet der Flughafen Leipzig/Halle den nächsten Coup: Der Airport in Schkeuditz wird zum Produktionsstandort für ein neues Passagierflugzeug. Ein eigens dafür gegründeter Flugzeughersteller will hier künftig den Bau der 2005 ausgemusterten Dornier 328 wieder aufnehmen. Mit der Ansiedlung sind nach LVZ-Informationen mehr als 300 neue Jobs verbunden.

Bei dem neuen Flugzeug mit dem Namen Dornier 328 Turboprop handelt es sich um eine Neuauflage des seit 1992 in 217-facher Ausfertigung hergestellten Kurzstreckenfliegers. Die Maschine mit bis zu 33 Sitzen und Propellerturbinen oder Strahltriebwerken war das bislang letzte von einem deutschen Unternehmen komplett entwickelte und gebaute Flugzeug.

Prototyp des Flugzeugs wird in Leipzig präsentiert

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) will die Ansiedlung am kommenden Mittwoch im Rahmen der Nationalen Luftfahrtkonferenz am Flughafen Leipzig/Halle offiziell verkünden. Dann soll auch bereits ein Prototyp der neuen Maschine präsentiert werden. Erwartet werden neben Vertretern der Gründerfirmen auch Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt. „Die Ansiedlung im Freistaat Sachsen wird den Luftfahrtstandort Deutschland insgesamt stärken“, hieß es am Mittwoch aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium.

Für das neue Flugzeugwerk will die 328 Support Services GmbH aus Oberpfaffenhofen bei München, die nach Einstellung der Dornier-Produktion die weltweite Kundenbetreuung der Dornier 328 übernommen hatte, zusammen mit ihrem US-Mutterkonzern Sierra Nevada Corporation (SNC) nun ein neues Gemeinschaftsunternehmen gründen. SNC hatte Anfang 2015 die Firma aus Oberpfaffenhofen übernommen.

Nähere Angaben zu dem Projekt wollte die bayerische Firma noch nicht machen. „Ich kann noch nicht mehr sagen“, erklärte ein Sprecher auf LVZ-Anfrage. Er verwies nur auf die Pressekonferenz am kommenden Mittwoch, auf der man weitere Details nennen wolle.

Leipzig sticht Bremen aus

Auch Bremen hatte sich um die Ansiedlung des neuen Flugzeugherstellers beworben, konnte einem Bericht des „Weser Kuriers“ zufolge jedoch keine passende Fläche anbieten. Am Flughafen in Schkeuditz gibt es für Neuansiedlung hingegen ausreichend Platz. Auch eine Erweiterung des Flughafens mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro ist derzeit geplant.

Das sind die aktuell 20 größten Bauprojekte in Leipzig.

Wo genau das Flugzeugwerk in Schkeuditz entstehen soll, blieb zunächst offen. Ein Flughafensprecher wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Anbieten würden sich aber vor allem Flächen im Norden des Airports an der Start- und Landebahn Nord, wo bereits Volga-Dnepr seinen Wartungshangar betreibt.. Denn anders als im Süden, wo bereits DHL und die Flughafen-Tochter Portground sitzen, gibt es im Norden noch ausreichend freie Flächen. Und als Flugzeugbauer dürfte die Firma eine direkte Anbindung ans Rollfeld brauchen.

Die 328 Support Services besitzt die Musterzulassung für die Dornier 328. Das Unternehmen hatte im Jahr 2008 bereits ein bei der Produktionseinstellung nahezu fertiggestelltes Kundenflugzeug komplettiert und ausgeliefert.

Geplante Neuauflage in der Türkei floppte

Bereits kurz nach dem Einsteig bei 328 Support Services hatte der neue US-Mutterkonzern SNC 2015 angekündigt, eine Neuauflage der Do 328 zu planen – allerdings nicht in Deutschland, sondern in der Türkei. Mit dem Verkehrsministerium in Ankara wurde sogar schon eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Partner sollte der ebenfalls 2015 von SNC übernommene türkische Anbieter TR Jet sein.

Umgesetzt wurden die Pläne bisher aber nicht. Laut TR Jet soll die Maschine unter dem Namen TRJ328 aber noch in diesem Jahr erstmals abheben. „Der Erstflug der TRJ328 wird 2019 erwartet“, heißt es auf der Internetseite der Firma. Zuvor war von 2018 die Rede.

Von Robert Nößler und Frank Johannsen

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