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Schkeuditz Hitzewelle: Muscheln sterben im Autobahnsee
Region Schkeuditz Hitzewelle: Muscheln sterben im Autobahnsee
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22:03 14.08.2018
Aus dem Autobahnsee Kleinliebenau haben Mitarbeiter des Anglerverbandes Leipzig, hier Jakob Kirsch, am Dienstag rund einhundert Kilo verendete Teichmuscheln geborgen. Quelle: Anglerverband Leipzig
Schkeuditz/Leipzig

Die anhaltende Wärme hat Folgen für die Gewässer im Raum Leipzig: Nach dem „Bagger“ in Thekla und der Kiesgrube in Kleinzschocher ist nun auch der Auensee – wie befürchtet – von Blaualgen befallen. Im Autobahnsee Kleinliebenau starben inzwischen schon die Muscheln.

„Die können nicht wegschwimmen und sich sauerstoffreichere Gebiete im See suchen“, erklärt Angelpräsident Friedrich Richter. Die Muscheln seien daher immer die ersten Lebewesen im See, die sterben.

Muschelsterben in Kleinliebenau. Quelle: Jörg ter Vehn

Am gut neun Hektar großen Autobahnsee neben der A 9, beliebt bei Campern, ist die Ursache schnell gefunden: Bläulich-grüne Schlieren, typisch für starken Blaualgenbefall, ziehen sich über den See. Mit der massenhaften Vermehrung der Algen schwand der Sauerstoff. Ergebnis: Rund einhundert Kilogramm Teichmuscheln zogen Mitarbeiter des Anglerverbandes Leipzig am Dienstagvormittag vom See. Sie schwammen auf der Oberfläche verstreut, teils trieben sie am Rand. „Ob es noch zu einem Fischsterben kommt, kann man nicht sagen“, meint Richter. „Es ist aber zu befürchten.“ Er will in den nächsten Tagen nochmal nachschauen, auch die restlichen Muscheln einsammeln lassen.

Idyllisch, aber mit Blaualgen belastet: der Autobahnsee in Kleinliebenau. Quelle: Jörg ter Vehn

Unterdessen hat am Dienstag das Amt für Stadtgrün und Gewässer auf eine verstärkte Blaualgenentwicklung im Auensee hingewiesen. „Die Leipziger sollten daher den Kontakt mit dem algenhaltigen Wasser meiden, dies gilt auch für Hunde und andere warmblütige Tiere“, so das Amt. Die Toxine der Blaualgen könnten Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Hautreizungen oder Quaddeln auf der Haut verursachen. Hauptgrund sei der nach wie vor hohe Nährstoffgehalt des Wassers, verursacht durch Altlasten im Bereich des Grundwasserzustromes.

„Am Auensee habe wir unterhalb von 1,5 Metern auch keinen Sauerstoff, da gibt es möglicherweise auch keine Muscheln mehr oder aber nur im flachen Wasser“, erklärt Richter. Im Vorjahr sei im Auensee in den obersten zehn Zentimetern Wasser ein pH-Wert von 10 gemessen worden. „Das mögen die Fische auch nicht“, erklärt er. Mit der Sauerstoffarmut gebe es dort nur noch wenig Platz zum Leben für die Tiere.

Von Jörg ter Vehn

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