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Schkeuditz Große Anteilnahme in Schkeuditz nach Tod von 88-jährigem Raubopfer
Region Schkeuditz Große Anteilnahme in Schkeuditz nach Tod von 88-jährigem Raubopfer
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08:59 05.03.2019
Kerzen und Blumen: Gedenken an die verstorbene 88-jährige Frau, die in der Robert-Koch-Straße überfallen wurde. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

Geschockt, traurig, wütend – so reagieren die Schkeuditzer auf den Tod einer 88-Jährigen durch einen Raubüberfall. Am Sonnabend legten mehr als 60 Menschen, darunter viele Jugendliche, Kerzen und Blumen an der Unglücksstelle nieder. Oberbürgermeister Rayk Bergner möchte zur Beisetzung der Schkeuditzerin gehen. Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren.

"Eine herzensgute Dame"

„Viele von uns haben die ältere Frau gekannt“, erzählt Karin Kuchenbecker, die die sonnabendliche Spontan-Aktion ins Leben gerufen und in den sozialen Medien verbreitet hatte. „Auf genau dieser Bank hat sie immer gesessen.“ Heute stehen auf der Bank unzählige brennende Kerzen, ein Gedenkstein. Mehrere Anwohner kümmern sich täglich darum, dass die Stelle ordentlich aussieht. „Ich habe fünf Kinder“, so die 35-Jährige. „Die alte Frau hatte immer etwas für sie dabei.“ Eine herzensgute Dame, so wird sie auch unter dem Aufruf beschrieben.

Am 23. Februar gegen 17.30 Uhr war die Rentnerin in der Robert-Koch-Straße überfallen worden. Als ihr der Unbekannte die Handtasche entriss, stürzte die Frau und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Am 27. Februar ist das Opfer an den Folgen der Sturzverletzungen gestorben.

"Die Ermittlungen laufen"

„Die Ermittlungen laufen, mehr können wir derzeit nicht sagen“, so Polizeisprecher Richard Baldeweg. Es gebe ein hohes Engagement, den Täter zu fassen. Bereits Ende des alten, Anfang des neuen Jahres gab es in Schkeuditz eine Serie von Raubüberfällen, bei der unter anderem am Zweiten Weihnachtstag ebenfalls eine 88-Jährige überfallen worden war. Ob es sich dabei um dieselbe Frau handelte, wie in sozialen Medien behauptet, kommentierte Baldeweg mit „davon weiß ich nichts“. Damals war ein Täter festgenommen worden. Nun startete eine neue Serie. Der Täter sei zwar recht eindeutig beschrieben, ein genaues Motiv habe die Polizei allerdings nicht. „Das wissen wir erst, wenn wir ihn haben“, so Baldeweg.

Bergner: "Keine Verunsicherung in der Stadt"

Auch in Schkeuditz hofft man, dass der Täter schnell gefasst wird. „Ich baue auf die Polizei“, so Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU). Er war am Sonnabend bei der Aktion der Anwohner nicht vor Ort, möchte aber gern bei der Beisetzung der Rentnerin dabei sein. „Es ist schlimm, was da passiert ist“, sagt er. „Jede Straftat ist zu verurteilen.“ Eine große Verunsicherung innerhalb der Stadt könne er jedoch nicht feststellen. „Es wäre auch falsch, sich von so einer Tat einschüchtern und im täglichen Leben beeinflussen zu lassen“, meint er. „Aber ein bisschen schauen, was um einen herum passiert, das halte ich für richtig.“ Dass Schkeuditzer am Sonnabend Blumen und Kerzen an der Unglücksstelle aufgestellt haben, bewege auch ihn. „Ich freue mich, dass es den Leuten hier nicht egal ist, was passiert“, meint er. „Das zeigt mir, dass die Stadt lebt und es nicht ein gleichgültiges Nebeneinanderherleben ist.“

Die Anwohner wollen ihrerseits ebenfalls zur Beisetzung des Opfers. „Wir würden gern alle gemeinsam einen Kranz niederlegen“, so Karin Kuchenbecker. „Das hat sie einfach verdient.“ Zudem solle der Platz auf der Bank irgendwie der Platz der älteren Frau bleiben, sagt die Anwohnerin. „Mal sehen, vielleicht können wir im Frühjahr dort eine Windmühle anbringen.“ Derzeit sehe sie zweimal am Tag auf der Hunderunde nach dem Rechten und zünde die aufgestellten Kerzen neu an. Ein älterer Mann habe nun auch ein Bild der Dame zu den Kerzen gestellt, so Kuchenbecker. „Das finden wir toll. Jetzt hat das Opfer ein Gesicht. Auch für diejenigen, die sie nicht persönlich kannten.“

Von Linda Polenz

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