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Schkeuditz Schkeuditz: Mysteriöser Frachtflieger ist schneeweiß, aber nicht herrenlos
Region Schkeuditz Schkeuditz: Mysteriöser Frachtflieger ist schneeweiß, aber nicht herrenlos
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08:01 12.07.2019
Die fabrikneue Maschine vom Typ Boeing 777 der Southern Air fliegt für DHL, trägt aber außer ihrer Kennung keinerlei Zeichen. Quelle: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

„Ganz in Weiß“ – Schlagersänger Roy Black hätte bestimmt seine Freude gehabt an dem Flieger, der seit einiger Zeit auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig-Halle steht. Warum die schneeweiße Boeing 777 quasi nackt im Nordbereich am Volga-Dnepr-Hangar in der Nähe des Towers geparkt ist, erschließt sich nicht jedem sofort – es hat jedoch mit dem typischen Frachtbusiness zu tun, wie Airport-Sprecher Uwe Schuhart erklären kann.

Die Triebwerke und andere Öffnungen sowie das Cockpit sind zum Schutz vor Verunreinigung abgedeckt. Insgesamt vermittelt die Maschine so den Eindruck, als ob sie bloß darauf wartet, eingesetzt und in den typischen Farben ihres Besitzers bemalt zu werden.

Boeing soll alte Maschine ersetzen

Die Boeing 777 in der Frachtversion gehöre zur US-amerikanischen Frachtairline Southern Air, die wiederum für DHL fliegt, weiß Schuhart. Wann das als Neumaschine gut 300 Millionen US-Dollar teure Flugzeug dort „eingeflottet“ wird, ist nicht bekannt. Die Boeing soll aber eine ältere Maschine ersetzen, heißt es beim Airport. Auch die Frachtairlines würden aus Kosten-, Umwelt- und Lärmgründen verstärkt auf zweistrahlige Maschinen setzen.

“Ungebrandet“ nicht unüblich

Bei Frachtairlines sei es durchaus nicht ungewöhnlich, dass sie „ungebrandet“, also ohne spezielle Airline-Lackierung, unterwegs sind, erklärt Schuhart. Wichtig sei allein die Kennung am Flugzeugrumpf. Die bestehe für US-Flugzeuge aus dem Staatszugehörigkeitszeichen „N“ und einem Eintragungszeichen aus maximal fünf Zeichen (sowohl Ziffern als auch Buchstaben in spezieller Anordnung). Übrigens: Die deutschen Flieger beginnen alle mit einem D.

Schon einmal hatte ein scheinbar herrenlos abgestellter Flieger auf dem Airport für Aufsehen gesorgt. Da hatte ein Airbus A 310 von Pakistan International Airlines mehr als anderthalb Jahre auf dem Rollfeld geparkt. In dem Streit ging es um über 150 000 Euro Parkgebühren – bis der Airport die Maschine im Vorjahr erwarb.

Von Jörg ter Vehn/Martin Pelzl

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