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Schkeuditz Schkeuditz und Taucha bestellen gemeinsam neue Feuerwehr-Drehleiter
Region Schkeuditz Schkeuditz und Taucha bestellen gemeinsam neue Feuerwehr-Drehleiter
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11:10 17.02.2019
Die 20 Jahre Dienstzeit sieht man dem Drehleiter-Fahrzeug der FFw Taucha gar nicht gleich an. Doch der Ersatz ist notwendig und soll 2020 erfolgen. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha/Schkeuditz

Bei Nordsachsens CDU-Neujahrsempfang in Taucha hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in seiner Rede zugegeben, dass er die neue sächsische Förderrichtlinie für die Anschaffung von Feuerwehr-Fahrzeugen skeptisch gesehen hatte. Dann sei er von einer Nachricht aus Nordsachsen überrascht und eines Besseren belehrt worden. Was in anderen Landkreisen mitunter recht schwierig sei, wurde für die Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge in Nordsachsen recht schnell auf den Weg gebracht: die Zusammenarbeit über Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg. Denn laut Förderrichtlinie müssen sich für zusätzliche Gelder mindestens drei sächsische Städte finden, die baugleiche Fahrzeuge bestellen.

Schkeuditz übernimmt Ausschreibung

Mit Schkeuditz, Taucha, Oschatz sowie Döbeln aus Mittelsachsen sind es sogar vier Städte. Für alle ist nur eine Ausschreibung notwendig, die übernimmt der Schkeuditzer Stadtwehrleiter Uwe Müller: „Klar ist das mehr Arbeit, aber die Bürgermeister hatten sich so darauf verständigt. Und im Vorfeld haben wir Wehrleiter bei verschiedenen Treffen das Leistungsverzeichnis für die Fahrzeuge erarbeitet, zu 99 Prozent stimmt alles überein. Lediglich bei der Beladung gibt es je nach Bedarf vor Ort kleinere Abweichungen, aber Fahrgestell und Aufbau müssen identisch sein“, berichtet der 58-Jährige. Diese Vereinheitlichung hat den zusätzlichen Charme, dass sich Feuerwehrleute bei Ortswechseln sofort mit den jeweiligen Fahrzeugen auskennen.

Die jetzige Schkeuditzer Drehleiter zählt 25 Jahre, eine Ersatzbeschaffung sei definitiv bereits im Haushalt eingeplant gewesen. Denn nötig ist ein Fahrzeug, dass wieder den aktuellen Anforderungen gerecht wird. „Wir haben Bedarf, die Förderung per Sammelbestellung kommt deshalb wie gerufen, denn das spart der Stadt Geld. Das ist eine absolut sinnvolle Maßnahme, wer da nicht mitmacht, ist selbst Schuld“, ist Müller von den Vorteilen der Zusammenarbeit überzeugt.

Taucha spart sich Revisionskosten

Auch in Taucha wurde die Chance auf den höheren Fördersatz gern ergriffen. Die Drehleiter der Parthestadt wird jetzt 20 Jahre alt und müsste bald zur vorgeschriebenen gründlichen Revision. Mit bis zu 100 000 Euro könnte die zu Buche schlagen, sagte Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP) und fuhr fort. „Aber alt wäre das Fahrzeug dann immer noch. Deshalb stecken wir das Geld lieber in unseren Eigenanteil für eine neue Drehleiter und nutzen gern die Möglichkeit mit der Sammelbestellung.“

Rund 750 000 Euro kostet eine neue Drehleiter, als Fördersumme steuert der Freistaat schon mal 438 000 Euro bei. Mit den weiteren 20 Prozent Fördermitteln für die Sammelbestellung erhält Taucha zusätzliche rund 88 000 Euro. Mit dem Hersteller-Rabatt, mit den durch vier geteilten minimierten Ausschreibungskosten, den eingesparten Revisionsausgaben und mit dem Erlös aus dem Verkauf der alten Drehleiter könnte der Eigenanteil Tauchas weiter gedrückt werden. Wie hoch er genau ist, hängt vom Ausschreibungsergebnis ab. Alles in allem, glaubt der zuständige Fachbereichsleiter Jens Rühling, spart Taucha durch die novellierte Förderrichtlinie etwa 100 000 Euro bei der Anschaffung der neuen Drehleiter.

Mehr Fördermittel vom Freistaat

Bei der Gelegenheit erwähnt Rühling, dass die Parthestadt bereits 2018 für ihre Feuerwehr mit einigen zusätzlichen Fördermitteln bedacht worden war. Für die Anschaffung von fünf Notstromaggregaten flossen rund 19 000 Euro, für eine Landfunkstelle 5200 Euro, für Bekleidung 4000 Euro. Hintergrund ist, dass der Freistaat im Vorjahr seine Fördermittel für die Feuerwehren von 1,4 auf 2,8 Millionen Euro verdoppelt hatte. Davon profitierte Taucha auch bei der bereits in die Wege geleiteten Neuanschaffung des Hilfeleistungslöschfahrzeuges HLF 20. Es wird mit Zusatzausrüstung für technische Hilfeleistungen ausgestattet sein.

Für das rund 480 000 Euro teure neue Fahrzeug wurden die Fördermittel um weitere 70 000 Euro auf insgesamt 255 000 Euro aufgestockt. Ausgeliefert werden soll dieses neue Tauchaer Feuerwehrauto noch in diesem Jahr möglichst noch vor den Sommerferien, kündigte der Hersteller an. Mit dem HLF 20 wird das 1994 gebaute und dem Landkreis gehörende Vorgängerfahrzeug LF 16-12 ersetzt. Auch das neue Fahrzeug soll laut Rühling dann landkreisweit für den Katastrophenschutz zur Verfügung stehen.

Von Olaf Barth

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