Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Schkeuditzer Jugendpolitik kommt auf den Prüfstand
Region Schkeuditz Schkeuditzer Jugendpolitik kommt auf den Prüfstand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:31 17.08.2019
An der Nordseite des Lessingoberschule soll ein Anbau samt Aufzug geplant werden. Quelle: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

Dem beachtlichen Umfang der Tagesordnung war es nicht geschuldet, dass die Schkeuditzer Stadträte am Donnerstag noch lange nach Einbruch der Dunkelheit im Ratssaal tagten. Allein die ersten zwölf Punkte, in denen es ausschließlich um die Berufung sachkundiger Einwohner ging, waren zügig abgearbeitet. Aber schon beim Beschluss der Satzung für den Kinder- und Jugendstadtrat schieden sich die Geister und es kam zu ausführlichen Diskussionen.

Konsens gab es vor allem zur Idee, die hinter dem Anliegen steht. Kinder und Jugendliche in die Kommunalpolitik einzubeziehen und ihnen Möglichkeiten zur Mitwirkung zu geben, wurde fraktionsübergreifend begrüßt. Wie das aber im Einzelnen aussehen könne und ob die Satzung in der vorliegenden Form den richtigen Rahmen gibt, dazu fanden die Abgeordneten auch nach langer Diskussion keine einheitlichen Antworten.

Aufwandsentschädigung umstritten

So stellte Frank Sachsenröder (Freie Wähler) die Sinnhaftigkeit einer solchen Satzung in Frage, wenn gar kein Interesse besteht. „Ich sehe keinen Jugendlichen, der dafür brennt“, meinte er. Fraktionskollegin Bärbel Kinski sah die finanziellen Anreize kritisch. Immerhin handele es sich um Engagement im Ehrenamt. „Wer sich beteiligen möchte, macht das auch ohne Aufwandsentschädigung.“ In der Tat erwies sich die zum Beschluss vorgestellte Satzung hier als lückenhaft. Neben 150 Euro für Organisation und Ausgestaltung einer Sitzung des Jugendstadtrats sollte jedem seiner Mitglieder eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 10 Euro pro Sitzung gezahlt werden. Die Anzahl und Häufigkeit solcher Zusammenkünfte regelt das Papier allerdings nicht.

Wie oft soll Parlament tagen?

Demzufolge könne das Jugendparlament auch in wöchentlichem Rhythmus Sitzungen anberaumen, was dann vor allem finanziell problematisch werden könnte. Chris Bageritz (CDU) forderte vom Stadtrat trotzdem „Mut, hier mal einen Anfang zu machen.“ Die Grundidee fände er gut und es sei wichtig, Jugendliche einzubeziehen. Angesichts der Schwächen der vorgelegten Satzung machte er den Vorschlag, dieser lediglich „als Entwurf“ zuzustimmen. Dazu wäre es fast gekommen, zumal Bageritz’ Idee auch von Reiner Ehnert (Linke) aufgegriffen wurde. Oliver Gossel (Grüne) gab jedoch zu bedenken, dass es keinen Sinn mache, einen Entwurf zu beschließen, wenn er danach immer noch nur den Charakter eines Entwurfes tragen würde. Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) zog den Antrag daraufhin zurück. Die Satzung soll überarbeitet und dann erneut zur Diskussion gestellt werden.

Stadtrat schiebt Erweiterung der Lessing-Oberschule an

Sehr umfangreich waren dann auch die Informationen zur Kita- und Schulbedarfsplanung. Andrea Felske, Chefin der Schulverwaltung im Rathaus, stellte anhand aktueller Zahlen und Prognosen die Entwicklung der Einwohnerzahl in Schkeuditz dar. Damit machte sie die Herausforderung deutlich, die Infrastruktur im gleichen Tempo weiterzuentwickeln. Als einer der Schwerpunkte hat sich hierbei der Mehrbedarf an Räumen in Kitas und Schulen herauskristallisiert.

Felskes Informationen waren zugleich die perfekte Überleitung zum folgenden Beschluss über außerplanmäßige Auszahlungen für die Erweiterung der Lessing-Oberschule. Um hier schnell vorankommen und Fördermittel beantragen zu können, muss eine genehmigungsfähige Entwurfsplanung erstellt werden, die im laufenden Haushalt mit zusätzlichen 70 000 Euro zu Buche schlägt. Die zuvor von Andreas Felske dargelegte Dringlichkeit vor Augen, votierte der Stadtrat nach kurzer Diskussion einstimmig dafür.

Von Rainer Küster

Die Schkeuditzer Stadtbibliothek macht sich fit für das Streaming-Zeitalter. Pro Monat kommen rund 20 neue Filme, Dokus und Serien hinzu. Was der neue Service dem Nutzer bringt, erklären OBM Rayk Bergner und Stadtbibliothek-Leiterin Meike Jäger.

15.08.2019

Ungewohnter Neuzugang am Airport Leipzig/Halle: Der Versandriese Amazon lässt hier jetzt auch Frachtmaschinen abheben. Und es sollen sogar noch mehr werden. Zu sehen ist davon aber nichts.

14.08.2019

Erfolg für den Leipziger Flughafen: Der Airport in Schkeuditz wird zum Produktionsstandort für Passagiermaschinen. Mehrere hundert Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen.

14.08.2019