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Schkeuditz Spielplatz Dölzig: Im Ortschaftsrat eskaliert der Streit
Region Schkeuditz Spielplatz Dölzig: Im Ortschaftsrat eskaliert der Streit
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07:31 04.09.2019
Spielen im Staub: Weil die Grassamen witterungsbedingt nicht anwachsen konnten, ist der Dölziger Spielplatz weitgehend grau statt grün. Quelle: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

Staub und von Gras weit und breit keine Spur – eigentlich ist geplant, den Spielhügel auf dem neuen Spielplatz in Dölzig zu begrünen, bisher ist allerdings kein Gras gewachsen. In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Rayk Bergner (CDU) führte das Thema nun zu einem Schlagabtausch zwischen Ortschaftsräten und Oberbürgermeister.

Abbauen des Zauns war ein Missverständnis

Schon vor dem Verpflichten der Ortschaftsräte und der Wahl des Ortsvorstehers wurde das Thema Spielplatz aufs Tableau gehoben, nach kurzer Diskussion allerdings auf das Ende der Sitzung vertagt. „Der Spielplatz ist nutzbar und im Vergleich zu anderen Spielplätzen der Stadt sehr gut mit Geräten ausgestattet“, sagte Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU). Eigentlich habe sich die Stadtverwaltung mit dem Ortschaftsrat verständigt, dass der Spielbereich noch so lange geschlossen bleibt, bis der Rasen angewachsen ist. „Dass der Zaun dann doch schon abgebaut wurde, war ein Missverständnis“, so Bergner. „Auch wenn ich dafür nichts kann, nehme ich alle Schuld auf mich.“ Er rate den Ortschaftsräten, sich die anderen Plätze der Stadt mal anzuschauen. „Da sieht es grasmäßig auch nicht besser aus.“ Und die Kinder würden auch keinen Schaden nehmen, wenn sie das Areal nutzen, wie es ist. Wie berichtet, ärgern sich die Dölziger Ortschaftsräte seit Monaten über die fehlende Begrünung des Spielplatzes. 

Ortschaftsrat fordert Begrünungskonzept

„Das Thema Spielplatz zieht sich nun schon seit Monaten hin“, erklärte Ortschaftsrat Heiko Lichtenberger (Freie Wählervereinigung Dölzig). „Ja, er ist nutzbar, aber nur deshalb, weil es noch keine witterungsbedingte Feuchtigkeit gab.“ Spätestens dann werde es Ärger geben, wenn die ersten Kinder schlammverschmiert nach Hause kommen. „Ich fordere ein Konzept und einen Zeitplan für die Begrünung des Spielplatzes von der Stadtverwaltung“, so Lichtenberger, der auch im Stadtrat sitzt.

Oberbürgermeister lehnt Konzept ab

Dieses Konzept werde es nicht geben, erwiderte der Oberbürgermeister. „Der Spielplatz ist, wie er ist, den Hang werden wir stabilisieren und begrünen“, sagte Bergner. „Aber wir werden nichts niederschreiben, hier muss mein Wort reichen.“ Die Verwaltung werde konzentriert am Spielplatz weiterarbeiten. „Unsere Aufgabe ist es aber derzeit, den Neubau der Schule voranzubringen.“ Vom Spielplatz gehe keine Gefahr aus. „Bei Matsch ziehen die Kinder eben Matschhosen an“, so der Oberbürgermeister.

Klimatische Bedingungen für Rasen fehlen

Ohnehin, so das Stadtoberhaupt weiter, mache eine Begrünung derzeit überhaupt keinen Sinn, weil es die klimatischen Verhältnisse gar nicht hergeben würden. „Machen wir uns nichts vor, dieses Jahr wird das mit dem Rasen nichts mehr“, erklärte auch Ortsvorsteher Thomas Druskat (Freie Wählervereinigung Dölzig). „Jetzt wächst ohnehin nichts mehr. Aber Herr Oberbürgermeister, nehmen Sie doch die Hand, die wir Ihnen reichen. Wir wollen uns das nochmal gemeinsam anschauen.“

Ortschaftsrat will Rollrasen auf eigene Kosten aufbringen

Einen Vorschlag zur Güte machte schließlich Ortschaftsrat Frank Sachsenröder (Freie Wählervereinigung Dölzig): „Wenn wir Rollrasen beschaffen, den die Stadt nicht bezahlen muss und auf den Hügel aufbringen, sieht sich die Stadt dann in der Lage, das Ganze zu bewässern?“ Wenn man noch länger mit dem Rasen warte, könne es nichts mehr werden, ist Sachsenröder sicher. „Es geht der Stadt nicht ums Geld“, warf der Oberbürgermeister ein. „Ich nehme den Vorschlag aber mit in die Verwaltung.“ Bisher hatte die Stadt eine Bewässerung abgelehnt, haben die Dölziger selbst zu Wasserschlauch und Gießkanne gegriffen, um die angrenzende Bepflanzung zu gießen.

Möglichkeit eines Zauns wird geprüft

Ob es möglich sei, eine Art Zaun an der Südstraße anzubringen, wollte indes Ortschaftsrat Stefan Druskat (Freie Wählervereinigung Dölzig) wissen. „Wenn die Kinder dort auf die Straße laufen, ist es sehr gefährlich.“ Schließlich würden sich die Autofahrer dort nicht an die vorgeschriebenen 30 Kilometer pro Stunde halten. „Das müssen wir prüfen“, so der Oberbürgermeister. „Aber die größte Gefahr für die Kinder sind die Autos, die direkt neben dem Spielplatz parken. Wenn da ein Ball auf die Straße fällt, werden die Kinder von den parkenden Autos verdeckt und zu spät von den vorbeifahrenden Autofahrern gesehen.“ Das Problem löse man allerdings nur, indem man mit den betreffenden Leuten spricht. „Wir können da Schilder hinstellen, wie wir wollen. Wenn sich die Leute nicht daran halten, wird es schwierig“, sagte Bergner. „Man kann die Menschen nur immer wieder auf ihr Fehlverhalten hinweisen.“ Das will nun auch der Ortschaftsrat in Angriff nehmen und sich zu den Hauptnutzungszeiten des Spielplatzes die Situation vor Ort anschauen. Zumindest in diesem Punkt gab es zwischen Stadtspitze und Ortschaftsrat also eine Einigung.

Von Linda Polenz

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