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Schkeuditz Stadtmuseum sucht Geschirr vom Glaspalast
Region Schkeuditz Stadtmuseum sucht Geschirr vom Glaspalast
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07:02 19.07.2018
Neuer Bestand im Schkeuditzer Stadtmuseum: Uta Kopsch zeigt eine Zuckerdose mit Flughafen-Signet. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Schkeuditz

Eine Zuckerdose brachte Uta Kopsch aus Schkeuditz kürzlich in das Stadtmuseum. Ein Geschenk sollte dieses Gefäß, das sich über Jahre im Besitz ihrer Oma befand, für das Museum sein. Das Besondere: Die Dose trägt das Logo des Flughafens Halle/Leipzig.

„Ich habe in der Zeitung gelesen, dass Geschirr aus dem Glaspalast gesucht wird. ,Sowas hast du doch‘, habe ich mir gesagt“, erklärte Kopsch. In ihrem Garten hat die Zuckerdose über Jahre auf dem Schrank gestanden. „Ich habe sie immer im Auge gehabt“, erwähnte die Erzieherin im Wehlitzer Hort. Ihre Oma habe die Dose nicht nur betrachtet, sondern auch benutzt.

Wie berichtet, befinden sich der Leiter des Schkeuditzer Stadtmuseums, Hans Neubert, und der ehemalige Professor für Produktdesign an der Burg Giebichen­stein in Halle, Hubert Kittel, auf der Suche nach Originalgeschirr aus dem Glaspalast genannten Flughafenrestaurant. Anlass ist das Bauhausjubiläum im nächsten Jahr. Und ganz im Bauhausstil war nicht nur der Glaspalast von Hans Wittwer, sondern auch das Geschirr.

Geschirr wurde 1930 ausgeliefert

Tassen, Kannen und Dosen der Erstausstattung waren an der damaligen Kunstgewerbeschule im Auftrag entstanden. Marguerite Friedländer, sie lehrte von 1925 bis 1933 an der halleschen Hochschule, entwarf das Geschirr. „In mehreren Chargen wurde es im Dezember 1930 an den Restaurantpächter Max Bendig geliefert“, wusste Kittel. Bendig habe eine damalige Ausschreibung zum Betreiben des Glaspalastes gewonnen, erklärte Neubert. „Woher er kam, ist bisher noch unbekannt“, ergänzte er.

Die Zuckerdose, die jetzt die Schkeuditzerin in das Museum brachte, trägt zwar das Flughafen-Logo damaliger Zeit, gehört aber nicht zur Erstausstattung, wusste Neubert. Auch die 59-Jährige Kopsch hatte aufgrund des Stempels am Dosenboden bereits registriert, dass sie kein gesuchtes Stück im Besitz hatte: „Alt-Schönwald – Bavaria“, ist dort zu lesen. Die 1879 im oberfränkischen Schönwald gegründete Porzellanfabrik war spezialisiert auf Hotelgeschirr. „Leider gibt es den Deckel nicht mehr. Ich kenne die Dose auch nur ohne Deckel“, sagte Kopsch zur Zuckerdose.

Dennoch freute sich Neubert über die Gabe. „Wir haben noch keine Zuckedose im Bestand“, hob er hervor und wusste auch zu diesem Folgegeschirr etwas zu berichten: Am 16. August 1944 hatten alliierte Bomber einen großen Teil der Flughafenanlage zerstört. Darunter befand sich auch das Restaurantgebäude. „Nur noch das Untergeschoss war übrig. Ich vermute, dass an die in Schkeuditz eintreffenden Umsiedler das Geschirr, was sich dort noch befand, verteilt wurde“, berichtete er.

Tanz im Glaspalast war etwas Besonderes

„Meine Oma wurde 1919 in Neudamm geboren. Sie hieß Frida Abitzsch“, erzählte die Enkelin. Als Umsiedlerin war sie aus dem heutigen Debno in Polen nach Schkeuditz gekommen. Aber sie sei auch regelmäßiger Gast im Flughafenrestaurant gewesen. „Das war etwas Besonderes gewesen, dort zum Tanz zu gehen“, erwähnte Kopsch Erzählungen mit der Oma. Wie ihre Oma zu der Zuckerdose gekommen sei, wisse sie aber nicht, erzählte die 59-Jährige.

Familiär verbindet die Schkeuditzer Erzieherin noch mehr mit dem Flughafen: Der Onkel ihres Mannes, also ihr Schwiegeronkel, habe am Flughafen als Flugzeugbauer gearbeitet. „Mehr Geschirr haben wir vom Flughafen aber nicht. Vielleicht findet sich ja noch jemand“, erwähnte sie.

Von Roland Heinrich

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