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Schkeuditz Tour durch Schkeuditz ergründet Bedürfnisse
Region Schkeuditz Tour durch Schkeuditz ergründet Bedürfnisse
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13:35 23.08.2018
Bestandsaufnahme: Zur ersten Radbefahrung hatte Oberbürgermeister Rayk Bergner auch Stadträte eingeladen. Mit dabei war Bürgermeister Lothar Dornbusch (rechts), der die Altbürgermeister Peter Blechschmidt (links) und Manfred Heumos begrüßte. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
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Schkeuditz

Nachdem es in der Stadt Schkeuditz bereits Anfang des Sommers eine besondere Fahrradtour mit Stadtverwaltung und Stadträten gegeben hatte, ist nun eine Wiederholung einer solchen Tour, diesmal durch die Ortsteile, geplant. Einen konkreten Termin gibt es bisher nicht, aber noch dieses Jahr könnte sie stattfinden. Ziel der Tour ist, die Bedarfe von Fahrradfahrern vor Ort zu begutachten und in eine entsprechende Bedarfsliste aufzunehmen. Anlass beider Besichtigungs- oder Erfassungstouren, zu denen Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) die Räte und eine begrenzte Anzahl interessierter Bürger eingeladen hatte, ist ein noch im letzten Jahr neu beschlossenes Radverkehrskonzept.

Jenes Konzept ist trotz einiger grundlegender Kritik seitens der Grünen-Stadtratsfraktion und seitens des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Leipzig noch im Dezember beschlossen worden. „Wir werden nicht dagegen stimmen, weil wir der Stadt die Möglichkeit nicht nehmen wollen, Fördergelder für die Instandsetzung und Erneuerung des Radwege-Netzes zu erhalten“, hatte Grünen-Fraktionschef Oliver Gossel die damalige Enthaltung bei der Abstimmung erklärt. Die Existenz eines Radverkehrskonzeptes nämlich ist Voraussetzung, um vom Freistaat erwähnte Förderung erhalten zu können. Gossel forderte damals eine Fortschreibung des Papiers, das auf einem Straßenverkehrskonzept von 2014 gründet.

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„Wir haben beim Freistaat noch keinen Antrag gestellt“, informierte Bürgermeister Lothar Dornbusch auf Anfrage der LVZ. Zunächst würden die Bedarfe erfasst. Allerdings laufe ein Antrag bei der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), mit sogenannten Paragraf-4-Mitteln einen Radweg von Gerbisdorf hin zum Schaufelrad bauen zu können. Der sei noch in Bearbeitung.

Die Liste der Maßnahmen, die für Fahrradfahrer schon bei der ersten Tour durch die Stadt als notwendig erachtet wurden, ist lang. Insgesamt 16 zum Teil auch kurzfristig lösbare Probleme wurden erfasst. So soll für eine bessere Erkennung an der Markt-Einfahrt in die Friedrich-Ebert-Straße ein Schild darauf hinweisen, dass auch Radfahrer entgegenkommen können. Die Einbahnstraße darf von Radfahrern nämlich in beide Richtungen genutzt werden.

Ebenfalls bei der Beschilderung ansetzen soll eine Verbesserung für Nutzer des „Elsterradweges“. Der sollte nicht mehr über die B 186/Mühlstraße ausgeschildert werden, sondern besser über die Schulstraße oder Leipziger Straße, die Albanusstraße und den Mühlberg führen. Außerdem ist die ergänzende Ausschilderung von Dölzig und Kleinliebenau gewünscht.

Geringe Chancen sieht die Stadt bei einer Forderung, die den sogenannten Bürgergartenweg betrifft. Der Feld- und Waldweg stelle für Radfahrer und Spaziergänger eine Hauptverbindung dar und solle wenn möglich asphaltiert werden. Auszüge aus der Radverkehrskonzeption Sachsen 2014 hatte Grünen-Stadtrat Gossel zur Bekräftigung an die Stadt übergeben. Jedoch habe das nordsächsische Landratsamt die Stadt im Zusammenhang mit einem anderen Vorhaben darauf hingewiesen, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung an jener stelle Pflicht sei und der Genehmigungsausgang offen sei.

Der Kreisverkehr in Modelwitz übrigens bekam von den Radfahrern in Sachen Markierung und Beschilderung ein „vorbildlich“. Nun sollten auch die Kreisverkehre in Wehlitz und in der Theodor-Heuss-Straße in der Art gekennzeichnet werden.

Von Roland Heinrich