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Taucha Freiwillige beseitigen Aufkleber und Schmierereien
Region Taucha Freiwillige beseitigen Aufkleber und Schmierereien
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15:58 25.09.2018
Am Mahnmal für die NS-Opfer wurde fleißig geputzt und damit Parolen und Graffiti entfernt. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Aufgeteilt in sechs Gruppen zogen die Teams dann in alle Himmelsrichtungen los, unter ihnen auch Mitinitiatorin Elke Christ vom Förderverein der Grundschule Am Park. Unzählige rechtsgerichtete Aufkleber an Straßenschildern, Brückengeländern und Papierkörben wurden mühsam abgekratzt. Tüchtig geschruppt werden musste auch an Bänken sowie am Mahnmal für die Nazi-Opfer, wo Sprüche wie „Dreckige Ausländerhure“ zu lesen waren.

Für offenes Miteinander

An der Straßenbahnendstelle versuchte eine Gruppe das Schlimmste der Schmierereien zu entfernen. „Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, erzählte Sven Linnemüller (44), der seine Tochter Alina (16) unterstützen wollte. Sie gehörte zu den Initiatoren aus dem Jugendparlament. Mit ihr putzten auch Rabear Alamari (27) und Ilka Töpel. Die 52-Jährige war lange die Vorsitzende des Fördervereins der Oberschule und ist seit drei Jahren ehrenamtliche Flüchtlingshelferin. „Diese Parolen hier sind wie ein Faustschlag ins Gesicht. Ich bin für ein offenes Miteinander und Menschlichkeit, und gegen die Verherrlichung der NS-Zeit“, sagte sie.

Taucha ist nicht rechts“

Der Libyer Almari wohnt seit anderthalb Jahren in Taucha, mit sehr netten Deutschen in der Nachbarschaft, wie er sagte. Doch muss er an bestimmten Gruppen an Tauchas Endstelle vorbei, spüre er die Feindseligkeit. An einem Häuschen der LVB steht dort riesengroß „NS-Kiez“. Töpel weiß, dass die entfernten Schmiererein schnell erneuert sein könnten. „Wenn die wieder kommen, kommen wir auch wieder“, gab sie sich kämpferisch.

Im provisorischen Fußgänger-Container-Tunnel in der Portitzer Straße putzten vier Tauchaer Gymnasiastinnen aus der 10 c, unter ihnen Karoline Kolditz. „Zum einen finde ich schlimm, dass trotz der Lehren aus der Geschichte wieder solche Parolen zu lesen sind. Und zum anderen verschandeln die das Stadtbild. Und die Leute denken, dass Taucha rechts ist, was nicht stimmt“, sagte die 15-Jährige.

Von Olaf Barth

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