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Taucha Gedenken in Taucha und Schkeuditz
Region Taucha Gedenken in Taucha und Schkeuditz
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11:54 29.01.2017
Zu den Klängen des Posaunenchores legen Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in Taucha nacheinander zahlreiche Kränze am Mahnmal nieder.
Zu den Klängen des Posaunenchores legen Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in Taucha nacheinander zahlreiche Kränze am Mahnmal nieder. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha/Schkeuditz

Anlässlich des Gedenktages zum 27. Januar sprachen die Pfarrer der in Taucha vertretenen christlichen Kirchgemeinden erstmals gemeinsam ein Gebet für die Opfer des Holocaust. „Es gibt immer mehr Menschen, die das Gedenken für überflüssig halten. Dem wollen wir als Christen hier ein Zeichen entgegensetzen. Nur wer weiß, wo er herkommt, kann Zukunft gestalten. Mit unserem gemeinsamen Gedenken wollen wir einen Kraftquell erschließen, der hilft, solche Taten wie den Holocaust zu verhindern“, sagte der evangelische Pfarrer Christian Edelmann..

Gemeinsam im Wechsel mit dem katholischen Pfarrer Wolfgang Ruhnau und Eckhard Nadolny von der neuapostolischen Gemeinde erinnerte Edelmann vor dem Mahnmal am kleinen Schöppenteich an die vielen Opfer des Nationalsozialismus: Juden, Sinti und Roma, Bibelforscher und Pazifisten, Kommunisten, Sozialdemokraten, Behinderte, Schwule und Lesben, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. In eindringlichen Worten klagten die drei vor Gott, dass jetzt wieder Menschen leugnen, was geschah, dass wieder Hass und Verachtung auf den Straßen unterwegs sind und Ängste gesät werden. Sie baten für alle Gott um Tapferkeit des Herzens, Mut der klaren Worte und Kraft eindeutiger Taten, „dass wir eintreten für Wahrheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Vielfalt und Freiheit“.

In seiner Rede hatte zuvor der stellvertretende Bürgermeister Thomas Kreyßig (SPD) vor den rund 90 Besuchern an die Verbrechen der Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern erinnert und daran, dass für Rüstungsbetriebe wie die Mitteldeutschen Motorenwerke, die Erla-Werke und die Hasag mehr als 5000 Zwangsarbeiter in über 20 Lagern in und um Taucha hausten. Kreyßig appellierte an die junge Generation, wachsam zu bleiben und künftig solche grauenhaften Geschehnisse zu verhindern. Zu den Klängen des Posaunenchores der evangelischen Kirchgemeinde legten dann Vertreter der Stadtverwaltung, die Stadtratsfraktionen, die Schulleiterinnen mit Jugendlichen der Oberschule und des Gymnasiums sowie der Jugendclub Kränze nieder.

In Schkeuditz folgten zeitgleich gut ein Dutzend Teilnehmer der Einladung des Ortsverbandes der Linkspartei zur Kranzniederlegung auf dem Papitzer Friedhof. Andere Stadtratsfraktionen waren nicht vertreten. Oberbürgermeister Jörg Enke und Bürgermeister Lothar Dornbusch (beide FW) kamen für die Stadtverwaltung. Enke hob die Bedeutung des Erinnerns gerade für die junge Generation hervor, Anlässe dafür gebe es auch konkret in Schkeuditz. Er verwies auf die sogenannte Euthanasie, der auch in Schkeuditzer Einrichtungen Patienten zum Opfer fielen.

Dass jetzt Schüler in einem Projekt für die weitere Verlegung von „Stolpersteinen“ in der Stadt sorgen, demnächst für Sinti und Roma, sei für Enke ein wichtiges Zeichen des Erinnerns. Am Gedenk-Obelisken für sowjetische Soldaten ergriff dann Herbert Stascheit von der Linkspartei das Wort und gedachte der Opfer.

Von Olaf Barth und

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