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Taucha Initiative wirbt auf dem Markt für tolerantes Taucha
Region Taucha Initiative wirbt auf dem Markt für tolerantes Taucha
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09:01 29.05.2019
Beim Aktionstag der Gruppe SAfT für ein buntes und tolerantes Taucha auf dem Markt in Taucha tritt auch Musiker Roxy mit seiner Bambusflöte auf. Quelle: André Kempner
Taucha

Offen für alle: Der „1. Aktionstag für ein buntes solidarisches Taucha“ wurde zu einem fröhlichen Fest auf dem Markt der Parthestadt. Eines, auf dem auch ernste Themen nicht fehlen durften: Gemeinsam mit etwa 250 Tauchaern wurde ein Zeichen gesetzt gegen „menschenverachtende Schmierereien, Einschüchterungsversuche und jugendliche Neonazis“.

Die sanften Klänge der japanischen Bambusflöte eröffnen am Sonnabend die Veranstaltung in Tauchas Mitte, schaffen eine heitere, friedliche Stimmung unter den Besuchern. Wesentlich ausgelassener geht es wenig später zu: Die jüngsten Tauchaer erobern die Hüpfburg. Auf der anderen Marktseite laden verschiedene Holzspielgeräte zum Erkunden ein. Und was wäre ein Fest ohne kleine Fabelwesen? Dem Kinderschminken sei Dank sausen bald Fantasiegestalten über den Marktplatz. Ältere Besucher informieren sich am Stand der Tauchaer Gemüsekooperative Rote Beete über Mitmachprojekte zum biologischen Bewirtschaften von Ackerfläche. Gegenüber lädt eine kleine Sitzgruppe zum Reden, Gedanken austauschen und miteinander Spaß haben ein. Überall nur freundliche Gesichter.

Film dokumentiert Schmierereien

Ernster werden sie bei einer filmischen Dokumentation, die rechte Schmierereien in Taucha zeigt. Dokumentiert sind diese auch in der so genannten chronik. LE – ein ehrenamtliches Projekt des Vereins „Engagierte Wissenschaft“ –, wo neonazistische, rassistische und diskriminierende Ereignisse in Taucha aufgelistet werden. An verschiedenen Orten in Taucha häufen sich seit Monaten extrem rechte Sprühereien wie „NS-Zone“ und „Nazi-Kiez“ oder Aufkleber mit dem Slogan „Deutschland über alles“. „Manche Jugendliche trauen sich abends nicht mehr mit Bus oder Straßenbahn zu fahren“, berichtet eine Mutter. Und eine andere ergänzt: „Auf dem Schulhof ist Ausländer ein Schimpfwort. Kinder werden ausgegrenzt. Man spürt, dass diese Diskriminierungen mehr werden. Das ist eine Entwicklung, die wir nicht annehmen wollen. Zumal viele das Problem nicht sehen oder sehen wollen“, macht die junge Frau klar.

Gruppe strebt tolerantes Taucha an

Auch deshalb begrüße sie den Aktionstag als ein Zeichen gegen Bequemlichkeit, Lethargie oder Anpassung. Organisiert hat ihn die Gruppe „Solidarische Alternativen für Taucha (SAfT)“ – ein neues überparteiliches Bündnis. „Wir sind offen für alle“, sagt Michael Götze. „Wir möchten in einem toleranten Taucha leben, in dem die Menschen miteinander reden und nicht gegeneinander hetzen“, so der Sprecher der Initiative. „Deshalb bekennen wir uns heute auch klar gegen Rassismus, Nationalsozialismus, Antisemitismus und Homophobie. Gemeinsam mit anderen demokratischen Kräften wollen wir uns künftig für diese Ziele einsetzen“, betont der junge Mann aus Taucha.

Von Ingrid Hildebrandt

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