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Taucha Junge Kantorin leitet in Taucha erstmals Weihnachtsoratorium
Region Taucha Junge Kantorin leitet in Taucha erstmals Weihnachtsoratorium
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07:39 17.12.2017
Unter Leitung von Kantorin Kaoru Oyamada proben Sängerinnen und Sänger aus Taucha, Leipzig und Umgebung im Diakonat für Bachs Weihnachtsoratorium. Am Donnerstag wird es in der St. Moritz-Kirche aufgeführt. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha

Es ist offenbar schwer, alle Akteure für ein Weihnachtsoratorium unter einen Hut zu bekommen. Zumal, wenn es sich wie in Taucha um einen Laienchor handelt, dessen Mitglieder beruflich noch anderweitig eingespannt sind. Deshalb hat Tauchas Kantorin Kaoru Oyamada zwei Hauptproben angesetzt. Am Tag der Aufführung gibt es zuvor noch eine Generalprobe mit dem Orchester und den Solisten.

Wie beim Sport vor der Trainingseinheit gibt es auch vor der Chorprobe erst einmal Erwärmungs- und Lockerungsübungen. Gesichtsmuskeln, Lippen, Stimmbänder und der Atmungsapparat der fast 40 Frauen und Männer bringt Oyamada mit einigen Ton- und Atemübungen auf Betriebstemperatur. Dann dürfen die Akteure Platz nehmen und los geht es: „Jauchzet, frohlocket“ schallt es durch den Raum. Alsbald unterbricht die Kantorin, erklärt an welcher Stelle sie mehr hören möchte, wo weniger und wie die Übergänge zu meistern sind. Sie gibt Tipps für das richtige Luftholen. Abschnitt für Abschnitt werden nun die zur Aufführung kommenden Kantaten 1 bis 3 von Johann Sebastian Bachs Werk durchgesungen. Teils mit zwei bis drei neuen Anläufen, doch dann reckt Oyamada immer mal den Daumen in die Luft und ruft strahlend „Super“, aber erst, wenn sie wirklich zufrieden ist. Freundlich, aber bestimmt fordert sie Höchstleistung ab. Und das Ensemble folgt ihr.

Obwohl sie, wie sie sagt, nicht aus einer musikalischen Familie stammt, habe sie Musik schon von klein auf begeistert. Seit dem sechsten Lebensjahr spielt sie Klavier, nun auch Orgel und seit dem 15. Lebensjahr als Hobby auch Horn. Vor sieben Jahren verließ Oyamada ihre Familie in Tokio, um in Deutschland, dem Land der großen Komponisten, Kirchenmusik zu studieren. Zunächst lernte sie an einem Hamburger Privatkonservatorium ein Orchester zu leiten. Danach folgten vier Jahre Studium in Leipzig mit dem Schwerpunkt Chorleitung.

Weil sich Tauchas eigentliche Kantorin Ruth Schmidt im Baby-Jahr befindet, sprang Kaoru Oyamada im August nach ihrem Studium ein und führte hier bereits das Kindermusical „Luther“ auf (die LVZ berichtete). Bei ihrer nun größten Herausforderung in der noch jungen Laufbahn als Kirchenmusikerin kann sie sich auf eine intakte Kirchengemeinde und engagierte Mitglieder des Vereins Musica St. Moritz verlassen. So muss die Tokioterin das Weihnachtsoratorium nicht allein verantworten. Denn der zur Gemeinde gehörende Konzertmeister Andreas Hartmann bringt das Mitteldeutsche Kammerorchester und die Solisten mit, kümmert sich um die Belange der Profi-Musiker.

„Ich kann mich auf den Chor konzentrieren, das ist gut“, sagt die 34-Jährige. Sie liebe Bachs Musik. „Das ist ein besonderer Komponist. Er hat sehr schöne Musik geschrieben. Ich fühle seine Herzlichkeit und die Liebe und seinen Gottesglauben. Seine Musik ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, unglaublich“, schwärmt die Kantorin. Als Chorsängerin in Hamburg und Leipzig habe sie mit dem Oratorium schon viel Erfahrung gesammelt. Vorige Woche hörte sie sich das Werk bei den Thomanern in Leipzig an, die Karten dafür hatte sie schon lange.

In dieser Woche wird es dann aber auch für Oyamada und ihre Mitstreiter ernst. Bis dahin aber entspanne sie sich zuhause in Leipzig auch bei japanischer Rockmusik und mit traditioneller japanischer Volkskunst-Stickerei. Und zur moralischen Unterstützung für die große Aufgabe ist jetzt auch Oyamadas Mutter aus Tokio eingetroffen. „Ich weiß noch nicht, ob sie dann beim Oratorium in Taucha im Publikum sitzt. Vielleicht singt sie ja auch mit“, sagt die Kantorin lachend.

Weihnachtsoratorium, St. Moritz-Kirche Taucha, Donnerstag, 21. Dezember, 19.30 Uhr, freier Eintritt, um Spenden wird gebeten

Von Olaf Barth

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