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Taucha Nach Randale: Jugendliche müssen sich verantworten
Region Taucha Nach Randale: Jugendliche müssen sich verantworten
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18:01 06.03.2019
Ausgehend von Treffen in diesem Holz-Pavillon auf der Tauchaer Festwiese haben Jugendliche sowohl Schäden im Jugendclub-Gelände (neben der bunten Wand) als auch auf dem Areal der Grundschule „Am Park“ (hinten rechts) verursacht. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

„Wir haben acht Personen namentlich festgestellt. Sie hatten am Wochenende des 15. bis 18. Februar mehrere Feiern abgehalten, die ausgeartet sind“, sagt Jens Rühling. Der 55-Jährige leitet im Tauchaer Rathaus den Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Soziales. An den betreffenden Tagen hätten die Jugendlichen wie Vandalen auf dem Gelände gehaust. Die Festwiese sei voller Glasscherben und Müll gewesen. Auch auf dem Hortspielplatz der benachbarten Grundschule fanden sich Glasscherben. Vom Gelände des geschlossenen Jugendclubs nebenan besorgten sich die Jugendlichen Außenmobiliar und verbrannten es in der Feuerschale am Pavillon. Der Holzunterstand selbst wurde beschmiert, teils mit Nazi-Symbolen.

Einsicht nach Gesprächen

Da das Ganze nicht im Verborgenen stattfand, gab es Beschwerden, Mitarbeiter der Tauchaer Polizeibehörde stellten die Verursacher. Die acht Mädchen und Jungen sind zwischen 15 und 19 Jahre alt, kommen alle aus Taucha, gehen in der Stadt zur Schule beziehungsweise wohnen hier. „Das Positive ist, dass nach Gesprächen mit den Jugendlichen und den Erziehungsberechtigten bereits einen Tag später alles wieder sauber gemacht wurde. Auch die Schmierereien wurden beseitigt, weshalb wir darauf verzichteten, deswegen Strafanzeige zu stellen“, so Rühling.

Anders verhält es sich mit dem Eindringen ins Jugendclub-Gelände. Laut Rühling wurden zwei Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Und wegen der Glasscherben muss mit großer Wahrscheinlichkeit der Fallsand auf dem Hortspielplatz getauscht werden. „Diese Kosten werden den Verursachern in Rechnung gestellt“, sagt Rühling. Die Feuerschale wurde inzwischen eingezogen. Rühling: „Das ist natürlich blöd für die anderen, die sich ordentlich benehmen, aber wir können solche Vorfälle nicht tolerieren. Deshalb wird im März-Stadtrat eine Benutzungsordnung für den Pavillon-Freizeittreff erlassen.“

Zukunft des Treffs offen

In den Beratungen dazu werden Jugendclub, Streetworker und Jugendparlament mit einbezogen. „Auf jeden Fall wird es ein Glasflaschen- sowie Alkoholverbot geben und die Nutzung des Treffs nur bis 22 Uhr möglich sein“, blickt Rühling voraus. Sollte auch das nicht helfen und sollten sich einige „Idioten“ weiter nicht benehmen können, werde der Freizeittreff zurückgebaut.

„Das ist ärgerlich. Wir haben den Treff nicht nur mit erschaffen, sondern auch ein Sozialkonzept dazu entwickelt. Bis auf wenige Ausnahmen funktioniert es. Die Jugendlichen haben es mit ihrem Benehmen selbst in der Hand, ob die Fläche bleibt und wie vorgesehen weiter entwickelt oder entfernt wird“, sagt Tom Richter. Der 20-Jährige ist Sprecher des Tauchaer Jugendpalamentes und hofft, dass so etwas nicht noch mal passiert. Außerdem plädiert er dafür, bei angemeldeten legalen Feiern mit Benennung eines Ansprechpartners auch „einen Kasten Bier“ zu erlauben.

Von Olaf Barth

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