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Taucha Premiere: Fußgänger und Radfahrer dürfen jetzt den Trogbau nutzen
Region Taucha Premiere: Fußgänger und Radfahrer dürfen jetzt den Trogbau nutzen
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18:13 30.07.2019
Hier geht es runter in den Trog: Von Kaufland (rechts) kommend erreichen Fußgänger und Radfahrer nach einem kleinen Schwenk die Unterführung. Würden sie nach links abbiegen, könnten sie auf dem wieder freigegebenen Bahnweg neben den Gleisen zur Graßdorfer Straße rollen. Quelle: Olaf Barth
Taucha

Es fehlten noch einige Minuten bis 9 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Deutsche Bahn am Dienstag die Freigabe des Trogbaus in der Portitzer Straße für Radfahrer und Fußgänger angekündigt. Gleich neben der Zufahrt zum Kaufland-Einkaufsmarkt standen verantwortliche Bauleute und Sachbereichsleiter Helge Zacharias aus dem Tauchaer Rathaus noch für eine kurze Besprechung zusammen, da rückten ganz unspektakulär einige der Bauarbeiter bereits die rot-weißen Absperrungen zur Seite. Kurz darauf radelten die ersten Bewohner der Parthestadt am Kaufland vorbei in Richtung Bundesstraße 87. Der provisorische Bahnübergang auf der anderen Seite der Portitzer Straße war zeitgleich außer Betrieb genommen worden.

Historischer Moment für die lange geteilte Stadt

Die ersten Fußgänger und Radler nutzten wie selbstverständlich die Unterführung, um durch sie – ungehindert von einer Schranke – vom westlichen in den östlichen Teil Tauchas zu gelangen. Das Historische dieses Moments in der seit Jahrzehnten von der Bahnlinie geteilten Stadt war dabei sicher kaum jemandem bewusst. Unabhängig vom Verkehr auf den Gleisen kann jetzt zumindest von Fußgängern und Radfahrern erstmals 24 Stunden am Tag ohne Wartezeit die Eisenbahnlinie in der Stadt passiert werden. Da stört es auch nicht, dass der direkt in den Trog führende Fußweg noch nicht fertig ist. Vielmehr werden die Passanten über einen provisorisch angelegten Betonweg neben Kaufland zum „Bahnweg“, offiziell Graßdorfer Weg, geführt, von wo aus es dann in den Trog hinabgeht. Dieser während der Bauarbeiten lange Zeit blockierte Weg ist nun auch wieder hergerichtet und freigegeben worden. Damit haben die Tauchaer nun neben den Gleisen ihre direkte Verbindung von der Portitzer- zur Graßdorfer Straße zurückbekommen.

Ohne die Trog-Freigabe hätte die Bahn wieder einen Shuttle-Service einrichten müssen, da jetzt das dritte Gleis samt Prellbock sowie der Kabeltiefbau fertiggestellt werden. Aufgrund des Bau-Schienenverkehrs hätte der provisorische Übergang nicht geöffnet werden können.

S-Bahn-Ausfall bis 16. August

Rathaus-Mann Zacharias sagte nach der Beratung: „Wir sind zufrieden mit der Lösung. Wichtig ist, dass die Unterführung sicher genutzt werden kann. Allerdings sollten Radfahrer, so wie auf den Schildern vermerkt, unbedingt absteigen und schieben. Zumindest so lange, bis auf beiden Seiten die Fußwege fertig sind. Da appellieren wir an die Vernunft, denn wenn dann noch Nutzer mit Kinderwagen kommen, wird es eng.“

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass der zum Trogbauwerk führende Fußweg voraussichtlich bis Ende August fertiggestellt wird. Die Arbeiten an der Unterführung würden noch bis Ende Oktober andauern. Darüber hinaus nannte die Bahn erstmals einen konkreten Termin für die komplette Öffnung der Unterführung: „Die Verkehrsfreigabe der Portitzer Straße ist spätestens am 8. Oktober 2019 vorgesehen.“ Begonnen hatte die Bahn ihr Projekt Trogbau sowie Umbau der Bahnstation Taucha im Oktober 2017.

Des Weiteren verwies das Unternehmen auf bis zum 16. August geltende Umleitungen, Ausfälle und Schienenersatzverkehre für die über Taucha führende S-Bahn-Linie S 4. In Thekla, Heiterblick, Taucha, Pönitz und Jesewitz fallen die S-Bahnen aus. Grund hierfür seien Bauarbeiten zwischen Eilenburg und Jesewitz. Nutzer könnten sich im Internet unter bauinfos.deutschebahn.com über Abfahrtzeiten und Schienenersatzverkehr detailliert informieren.

Von Olaf Barth

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