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Taucha Sechs neue Klassenzimmer für Tauchaer Gymnasiasten
Region Taucha Sechs neue Klassenzimmer für Tauchaer Gymnasiasten
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07:01 04.07.2019
Mit dem symbolischen Band-Durchschnitt geben Landrat Kai Emanuel (parteilos) und Schulleiterin Kristina Danz den Anbau am Haus II des Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasiums offiziell frei.
Mit dem symbolischen Band-Durchschnitt geben Landrat Kai Emanuel (parteilos) und Schulleiterin Kristina Danz den Anbau am Haus II des Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasiums offiziell frei. Quelle: Olaf Barth
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Taucha

Der eingezäunte Schulhof, gleich neben der kleine Grünfläche mit dem Parthebrunnen in der Rudolf-Winkelmann-Straße, ist gewöhnungsbedürftig. Vor Kurzem fuhren und standen hier noch Autos. Doch der Blick zum neuen Gymnasium-Anbau und den sanierten Fassaden der Nachbargebäude lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche: Am Standort Haus II des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ist für 2,95 Millionen Euro ein nagelneuer, moderner Anbau mit sechs Klassenräumen plus Vorbereitungszimmern für die Lehrer entstanden. Am Mittwoch wurde er feierlich freigegeben. „2,2 Millionen Euro kamen vom Freistaat aus dem Förderprogramm ,Brücken in die Zukunft‘. Die restliche Summe teilten sich die Stadt Taucha und der Landkreis als Schulträger“, erläuterte Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos) und betonte das gute Miteinander.

Er bezog dabei auch die Aufnahme von Schülern aus der Stadt Leipzig mit ein. „Wir wachsen, Leipzig wächst, wir müssen als kommunale Familie agieren und der Stadt helfen. Nur anderthalb Jahre vergingen vom Stellen des Fördermittelantrages im Januar 2018 bis zur heutigen Einweihung des neuen Hauses. Wir bauen eine lebenswerte Infrastruktur auf, wir sind schnell“, sagte Emanuel angesichts des hohen Handlungsdrucks nicht ohne Stolz. Wie seine Vorrednerin, Schulleiterin Kristina Danz, dankte er den beteiligten Firmen und wünschte allen Schülern in dem modernen Anbau gute Lernerfolge.

Musikschule zieht mit ein

Zehn Klassen beziehungsweise Kurse der Jahrgangsstufen 10, 11 und 12 finden dort künftig optimale Lernbedingungen vor. 280 Schüler und circa 20 Lehrer werden das Gebäude nutzen. „Insgesamt hat das Gymnasium 785 Schüler“, sagte Michael Jackel. Der 35-Jährige ist seit November Danz’ neuer Stellvertreter und unterrichtet Mathematik und Sport. Doch nicht nur das Kollegium des Gymnasiums freut sich über den nun fertigen Bau.

Auch Annekatrin Päßler strahlte übers ganze Gesicht. Sie leitet die Tauchaer Außenstelle der Kreismusikschule „Heinrich Schütz“ Nordsachsen und verfügt nun im Neubau über ein Proben- und ein Lehrerzimmer. „Wir können die Räume nachmittags nutzen“, freute sie sich. Die Musikschülerinnen Johanna Herrmann, Henriette Herrmann und Käthe Peukert sowie Posaunenlehrer Ralf Meusel sorgten für das musikalische Rahmenprogramm bei der feierlichen Freigabe.

Bürgermeister Tobias Meier (FDP) hofft mit der Eröffnung des Baus und dem höheren Schülerverkehr auf weitere Synergie-Effekte für die Belebung der Innenstadt. Er verwies auf Tauchas Bevölkerungswachstum und große weitere Investitionen wie in den Anbau der Regenbogen-Grundschule und in den Neubau einer dritten Grundschule auf den Ebert-Wiesen. Taucha habe bereits mehr als 16 000 Einwohner, bis 2025 würden Prognosen bis zu 18 000 Einwohner voraussagen. Zuzüge von jungen Familien, aber auch hohe Geburtenraten seien der Grund dafür.

Nachfolge für Kristina Danz ist noch offen

Regierungsschuldirektor Jörg Heynoldt, der im Landesamt für Schule und Bildung den Standort Leipzig leitet, lobte die Investitionen Tauchas in die Bildungslandschaft. „Die Entwicklung hier ist sehr erfreulich. Wir und die Schulträger sind in der Pflicht, die soziale Infrastruktur zu fördern, auch bei den Grundschulen herrscht in Taucha ja großer Handlungsbedarf. Das Projekt eines Neubaus gehen wir entschlossen an, es herrscht eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt“, sagte der 56-Jährige. Für die im nächsten Jahr in den Ruhestand gehende Schulleiterin des Gymnasiums stünde noch kein Nachfolger fest. „Das Besetzungsverfahren läuft, es ist auf einem guten Weg“, so Heynoldt. Die 65-jährige Kristina Danz hatte zum zweiten Mal ihren Vertrag verlängert und scheidet nun am 31. Januar 2020 aus dem Schuldienst aus.

Von Olaf Barth