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Taucha Staatsministerin beeindruckt von sozialen Hilfsangeboten der Zeit-Tausch-Börse
Region Taucha Staatsministerin beeindruckt von sozialen Hilfsangeboten der Zeit-Tausch-Börse
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18:01 05.06.2019
Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (Mitte) besucht die Ehrenamtlichen der Zeit-Tausch-Börse um Organisatorin Annelie Hampel (6. v. r.) in der Tauchaer Kleiderkammer. Quelle: Olaf Barth
Taucha

Sie hörte interessiert zu und diskutierte engagiert mit: Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) informierte sich in Tauchas Kleiderkammer über das gerade wieder ausgezeichnete ökumenische Nachbarschaftshilfeprojekt Zeit-Tausch-Börse (ZTB) und stellte sich kritischen Fragen der Ehrenamtlichen.

Während ihre Kollegen aus Merkels Kabinett in Berlin den neuen Migrationspakt auf den Weg brachten, war die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration in der Leipziger Region unterwegs und legte einen Stopp in der Parthestadt ein. In der dortigen Kleiderkammer besuchte sie Ehrenamtliche, die erfolgreich sowohl Flüchtlinge betreuen als auch einheimischen Bedürftigen mit sozialen Angeboten helfen. Die vielfältige Integrationsarbeit unter dem Dach der ZTB stieß bei der 52-Jährigen auf großes Interesse. Projektleiterin Annelie Hampel (24) erzählte von den vielen Mitmach-Angeboten für Flüchtlinge und anderen Interessenten: Handarbeitskreis, Fahrradwerkstatt, Hausaufgabenhilfe, Deutschkurse, Patenschaften, Kochabende, Fußballturniere, Tag der offenen Gesellschaft, Café International, Familiencafé und nicht zuletzt die Kleiderkammer „Kleiden und Bleiben“ als Begegnungsstätte. 36 Ehrenamtliche gehören zum Kern, rund 50 seien es im erweiterten „Dunstkreis“, so Hampel. Die Helfer aus der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchgemeinde arbeiten dabei mit konfessionslosen Unterstützern und der Stadt zusammen. Finanzielle Unterstützung für Aufwandsentschädigungen gibt es vom Freistaat-Projekt „Wir in Sachsen“, das Widmann-Mauz beispielhaft nannte.

Ärger über bürokratische Hürden

Schnell kommt die Sprache auch auf bürokratische Hürden, die den Helfern im Weg stehen. Zum Beispiel könnten die für ausländische Mütter geplanten Sprachkurse nicht stattfinden. Der Raum, in dem deren Kinder von Helfern betreut werden sollten, entspricht auch für diese kurze Zeit nicht den für Kinderbetreuung nötigen hohen deutschen Anforderungen, sodass das Jugendamt hier sein Veto einlegte, berichtete kopfschüttelnd Janet Liebich vom Diakonischen Werk Delitzsch/Eilenburg. Die 42-Jährige leitet ein Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement und hilft Ehrenamtlichen. Widmann-Mauz zeigte Verständnis für den Ärger und versprach, sich darum zu kümmern. In Berlin müssten die Regeln so geändert werden, dass es einfacher werde, die dringend notwendigen Kurse für Mütter mit Kindern auch durchführen zu können.

Regel für sichere Herkunftsländer bleibt

Auch die geringe oder nur teilweise sowie meist zeitlich begrenzte Finanzierung von wichtigen Personalstellen für die Unterstützung und Koordination von Migrationsarbeit wurde kritisiert und von der Staatsministerin aufgenommen, ohne dass sie versprach, hier kurzfristig etwas ändern zu können. Konfrontiert wurde die 52-Jährige auch mit der als unmenschlich bezeichneten nächtlichen Abschiebung einer behinderten Albanerin, die von der Zeit-Tausch-Börse betreut worden war. „Wie eine Abschiebung läuft, hängt natürlich auch von den handelnden Personen ab, und wenn es nicht in Ordnung war, muss darüber geredet werden. Aber ich habe Respekt vor der Arbeit der Polizei, für die das auch keine einfache Aufgabe ist“, sagte Widmann-Mauz und plädierte dafür, an bestehenden Regeln für Abschiebungen, zum Beispiel bezüglich der sicheren Herkunftsstaaten festzuhalten.

Über noch viele Themen mehr wurde gesprochen und diskutiert, die zwei Stunden vergingen wie im Flug, dann wartete schon der nächste Termin auf den Gast aus Berlin. Widmann-Mauz zeigte sich vom Engagement der Tauchaer in der ZTB beeindruckt: „Ich danke für die Arbeit, die Sie hier leisten.“

Von Olaf Barth

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