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Taucha Taucha trennt sich von altem Straßenbaumbestand
Region Taucha Taucha trennt sich von altem Straßenbaumbestand
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15:56 02.02.2017
Das Bäumefällen in der Matthias-Erzberger-Straße geht weiter. Vorerst sollen erneut vier Linden fallen, es werden nicht die letzten sein, an die die Säge angesetzt wird.
Das Bäumefällen in der Matthias-Erzberger-Straße geht weiter. Vorerst sollen erneut vier Linden fallen, es werden nicht die letzten sein, an die die Säge angesetzt wird. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha

Bis zum 28. Februar werden im Auftrag der Stadtverwaltung Taucha noch eine ganze Reihe Straßenbäume im Stadtgebiet gefällt und ersetzt. Außerdem werde in verschiedenen Straßen Pflegeschnitte durchgeführt und es wird Totholz entfernt. Grundlage dafür sind die Ergebnisse von Kontrollen an den Bäumen.

Besonders betroffen ist bereits seit vorigem Jahr die Matthias-Erzberger-Straße. Mit ihrem Allee-Charakter erwies sich diese Verbindung zwischen Graßdorfer- und Portitzer Straße als eine der schönsten Straßen in Taucha. Im Sommer bilden die Linden-Kronen einen grünen Tunnel. Nun gibt es aber immer mehr Lücken im Bestand. Aktuell müssen hier vier weitere der rund 80 Jahre alten Bäume weichen. Und es ist jetzt schon absehbar, dass es nicht die letzten Bäume sind, die fallen.

„Das tut uns auch wahnsinnig leid. Doch so schön die Straße ist, sie ist mit diesem Baumbestand nicht mehr verkehrstüchtig. Es wurde sich ja schon viele Jahre damit beschäftigt, dieses Problem anzugehen. Und es wurde dabei sehr behutsam vorgegangen. Aber durch das fortschreitende Alter der Bäume und der Verkehrsbelastung der Straße müssen wir nun etwas intensiver vorgehen, der Zeitpunkt dafür ist einfach gekommen“, erklärte Bürgermeister Tobias Meier (FDP) gegenüber der LVZ. Erst vor kurzem hatte ein Lkw eine in den Straßenraum ragende Linde touchiert, woraufhin die Krone abbrach. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. Spuren an einigen Stämmen zeigen, dass es immer mal wieder zu mehr oder weniger heftigen Kollisionen kommt. Einige Bäume sind deshalb schon in den letzten Jahren aus dem Straßenbild verschwunden.

Unabhängig vom Alter, von Krankheiten oder vom zunehmenden Totholz führte ein weiteres Problem voriges Jahr ebenfalls zu Fällungen: Die Wurzeln der Linden stoßen nicht nur durch die Fußwege und machen diese stellenweise für Ältere oder Familien mit Kinderwagen schwer begehbar. Zusätzlich drückten sie Bordsteinkanten in das Straßenprofil hinein, sodass es schon zu Unfällen mit nicht unerheblichen Sachschäden kam. Nach Rücksprachen mit Verkehrsbehörden und Polizei wurde danach zur Gefahrenabwehr im Sinne der Verkehrssicherungspflicht an einigen Bäumen die Säge angelegt (die LVZ berichtete). Schien in diesem Zusammenhang die Prophezeiung vom Verlust des Allee-Charakters der Matthias-Erzberger-Straße noch etwas zugespitzt, wird dies nun allmählich wohl doch Realität. Denn die Lücken im Bestand nehmen weiter zu.

Die bereits stellenweise in den Boden gebrachten Ersatzpflanzungen werden kaum wieder so ausladende Kronen mit einem dichten Blätterdach wie die Linden entwickeln. Und für die jetzt nach und nach zu entfernenden Bäume sind nicht sofort Ersatzpflanzungen geplant. „Wir wollen für die Gestaltung der Matthias-Erzberger-Straße ein Konzept erarbeiten. Dann wird man sehen, ob es überhaupt noch Platz gibt, um auf jeder Straßenseite Bäume pflanzen zu können“, erklärte Meier. Angesichts des Platzes auf den Fußwegen sowie wegen des Leitungsbestandes in den Gehwegen müsse man sich gut überlegen, wie künftig mit Neuanpflanzungen vorgegangen wird. Und auch was den fließenden und ruhenden Verkehr angeht, müsse über neue Lösungen nachgedacht werden. Derzeit geht es in dieser Straße für Autofahrer oft nur noch mit „Lückenspringen“ vorwärts.

Von Olaf Barth

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