Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Tauchas Chronik ist jetzt komplett bis zur DDR-Gründung
Region Taucha Tauchas Chronik ist jetzt komplett bis zur DDR-Gründung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:33 26.06.2019
Detlef Porzig mit dem nun fertiggestellten Band II seiner Taucha-Chronik. Quelle: Olaf Barth
Taucha

Fast schon etwas erleichtert hält Detlef Porzig das nun vollendete Werk in seinen Händen – Teil II seiner Taucha-Chronik. Nach der Vollendung des Teils I von den Anfängen Tauchas bis 1918 hatte der jetzt 75-Jährige weitere sieben Jahre lang in Archiven in Taucha, Leipzig und Eilenburg sowie in Bibliotheken recherchiert, Zeitungsbände penibel ausgewertet, Bücher anderer Historiker gelesen und so nach und nach alle Fakten über Taucha, derer er habhaft werden konnte, zusammengetragen und aufgeschrieben. Eine seiner Haupt-Informationsquellen war der „Anzeiger für Taucha und Umgebung“, der im Familienunternehmen von Porzigs Vorfahren erschienen war. Dabei galt es noch, unterschiedliche Quellen zu vergleichen und eventuell Korrekturen in den zeitlichen Angaben vorzunehmen. „Das war eine gewaltige Materialfülle. Hilfreich waren unter anderem auch die Notizen von Karl Hermann Jubisch aus Taucha. Er war auch Historiker, hatte aber seine Chronik nie veröffentlicht“, sagte Porzig. Natürlich weise er auf seine Quellen hin, allerdings wollte er das Werk auch nicht „zu wissenschaftlich“ machen: „Das ist eben die Schwierigkeit, es soll ja auch noch lesbar bleiben.“

Kein dritter Teil

Entstanden ist ein chronologisch geordnetes Nachschlagewerk, in dem nachgelesen werden kann, was in Taucha zu welchem Zeitpunkt passierte. Anders als seine Veröffentlichungen etwa im Stadtanzeiger oder in anderen Büchern ist dieses Werk keine Prosa. Es sind die nüchternen Daten, Fakten und Ereignisse aus 30 Jahren Tauchaer Geschichte aneinandergereiht, von 1919 bis 1949. Untergliedert hat Porzig das in drei Hauptabschnitte: Zeit der Weimarer Republik, Zeit des Nationalsozialismus und Besatzungszeit bis zur Gründung der DDR. „Nein, ein dritter Teil wird von mir nicht kommen, das schaffe ich nicht mehr“, zieht der Senior nun einen Schlussstrich unter seine Arbeit an Tauchas Chronik.

Bei der Arbeit zum Teil II habe er auch viel über die Zeit des Nationalsozialismus erfahren. „Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich, wie durchorganisiert die Nazis ihre Macht bis in den kleinsten Verein wirken ließen“, so Porzig. Bei seinen Recherchen sei er zudem auf Fakten gestoßen, die bisher noch nicht erfasst waren. Zum Beispiel die Tauchaer Kriegstoten im Zweiten Weltkrieg. Auch auf zwei in Konzentrationslagern vergaste Tauchaer sowie auf Tauchaer unter den Euthanasie-Opfern sei er gestoßen. Ebenso fand er Informationen über Tauchaer Opfer in Nachfolgelagern der sowjetischen Besatzungszone. Für Porzig alles Gründe, aus der Geschichte zu lernen und nicht zuzulassen, dass sich so etwas wiederholt. Mit Blick auf Entwicklungen in der aktuellen Politik und im gesellschaftlichen Klima meint der langjährige und wiedergewählte CDU-Stadtrat: „Ich sag, soweit ist es nicht. Aber wir müssen alle gemeinsam aufpassen, dass wir uns nicht wieder auf diesen Weg begeben.“

„Da kann man nichts kürzen“

Mit Conny Schumann aus dem Heimatverein hatte Porzig eine fleißige Helferin an der Seite, die seine Datensammlung in eine lesbare Fassung brachte und gerade die letzte Anlage schreibt. „Dann bringe ich das Ganze zum Tauchaer Verlag zu Verleger Dieter Nadolski. Er wird staunen, wie umfangreich und geschichtsträchtig das wieder ist. Es wird wieder eine Herausforderung für den Verlag“, ist sich Porzig sicher. Die 500 Exemplare seiner Chronik Teil 1 sind immerhin schon vergriffen. Seine jetzigen 107 DIN-A-4-Seiten werden 214 Druckseiten plus Anlagen. „Ich habe bereits Korrektur gelesen. Da kann man nichts kürzen und von der Faktenfülle etwas weglassen, wenn man von dieser bewegten Zeit ein umfassendes Bild zeigen will. Gerade aus den Jahren des Nationalsozialismus, was es so noch nicht gibt“, will sich Porzig von keiner Zeile seiner Chronik trennen müssen.

Der Stadthistoriker hofft nun, dass, wenn Verlag und Heimatverein mitziehen, die Chronik im nächsten Jahr erscheinen kann: „Das würde gut zum Doppeljubiläum der Stadt passen.“ Dann feiert Taucha 850. Geburtstag sowie 800 Jahre Rittergutsschloss.

Von Olaf Barth

Das Musical „Petrus“ und ein buntes Programm bestimmten nach der Andacht in Dewitz das ökumenische Fest zum Johannistag.

24.06.2019

Das Schuljahr endet bald – Grund genug, mit viel Spiel und Spaß bei einem Handwerker- und Kreativfest an der Grundschule Am Park schon mal vorzeitig Abschied zu feiern.

24.06.2019

Bei einem Besuch des Unternehmens Otto Heil in Taucha äußerte sich Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) auch zur Wohnungssituation. Er plädiert für mehr Bautätigkeit und gegen einen Stopp für Mieterhöhungen.

22.06.2019