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Taucha Verkaufsoffene Sonntage in Taucha – Händler vermissen Kartoffelmarkt
Region Taucha Verkaufsoffene Sonntage in Taucha – Händler vermissen Kartoffelmarkt
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21:01 20.02.2019
Kartoffelmännchen Carsten Ulbricht und Tauchas Markt-Verantwortlicher Nico Graubmann (v.l.) beim Tauchaer Kartoffelfest 2017. Da durften die Innenstadtläden noch öffnen. Quelle: Olaf Barth
Taucha

Noch ehe über die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen drei verkaufsoffenen Sonntage abgestimmt wird, nutzt Innenstadthändlerin Dagmar Engelhard von der Adler-Drogerie die Bürgerfragestunde zu Beginn der Stadtratssitzung für diese Frage: „Warum dürfen im Herbst zum Kartoffelmarkt nicht wie sonst die Geschäfte in der Innenstadt öffnen, obwohl nach der Absage der Trödel- und Gourmetmeile ein Termin frei wäre?“ Die Antwort übernimmt Jens Rühling, der den Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Soziales leitet. Er verwies vor der Abstimmung über die drei geplanten offenen Sonntage auf Festlegungen des Oberverwaltungsgerichtes, wonach als Hauptgrund für die Zulässigkeit eines verkaufsoffenen Sonntags ein „beträchtlicher Besucheransturm“ nachgewiesen werden müsste. „Darauf wurde extra im Landratsamt hingewiesen“, so Rühling.

Drei verkaufsoffene Sonntage

Einen Rechtsanspruch der Händler auf verkaufsoffene Sonntage gebe es nicht. „Wir haben unsere Vorschläge an die gültige Rechtssprechung angepasst und demnach ist klar, dass das Kartoffelmarkt-Herbstfest, das Herbstfest bei Möbel Kraft und die Trödelmeile nicht infrage kommen. Wir schlagen die drei verkaufsoffenen Sonntage vor, die das Gesetz hergibt“, begründete der 57-Jährige. Näher definiert nach Einwohnerzahl und mit konkreter Mindestbesucherzahl untersetzt ist der Passus „beträchtlicher Besucheransturm“ aber nicht.

Die Stadträte folgten dem Vorschlag und gaben mit großer Mehrheit grünes Licht für diese drei verkaufsoffenen Sonntage: 11. August zum „Ancient Trance Maultrommel- und Weltmusikfestival“, 25. August zum Stadtfest „Tauchscher“ sowie am 1. Dezember anlässlich der Tauchaer Weihnachtsmärkte. Die Veranstaltungen gelten als „besondere Anlässe“ und seien von nachweislich großem Interesse. Geöffnet werden darf im jeweiligen Gültigkeitsbereich jeweils von 12 bis 18 Uhr.

“Herbst für Händler wichtig“

Auf die Festlegung eines noch möglichen vierten verkaufsoffenen Sonntags verzichtet die Stadt. Der ursprünglich bei IHK und Handelsverband zur Stellungnahme mit vorgelegte Sonntags-Vorschlag für die Gourmet- und Trödelmeile am 26. Mai wurde zurückgezogen, da wegen der Wahl die Veranstaltung ersatzlos ausfällt. Der Kartoffelmarkt wurde dennoch nicht nachträglich berücksichtigt. Laut Engelhard stößt das bei Innenstadthändlern sowie bei den Chefs von Möbel Kraft und Multipolster im Gewerbegebiet „An der Autobahn“ auf großes Unverständnis. Das habe sie in Gesprächen mit den Betroffenen erfahren. „Gerade der Herbst ist für Händler wichtig. Wo bleibt denn hier die sonst viel beschworene Wirtschaftsförderung? Die Stadt hat doch in den letzten Jahren selbst immer von einem erfolgreichen Kartoffelmarkt gesprochen. Und im Vorfeld wurde mit uns auch nicht darüber geredet“, kritisiert Engelhard und will nun selbst im Landratsamt nachfragen.

Rühling beteuert, dass es lediglich darum geht, nicht gegen gültiges Recht zu verstoßen. „Das ist jetzt alles strenger geworden. Wenn uns die Händler eine detaillierte Prognose vorlegen, dass die erwartete Besucherzahl beträchtlich ist, dann kann man noch mal über den Kartoffelmarkt entscheiden. Wir sehen das aber nicht“, sagte Rühling.

Von Olaf Barth

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