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Taucha Wirtschaftspreis geht an drei Unternehmen aus Nordsachsen
Region Taucha Wirtschaftspreis geht an drei Unternehmen aus Nordsachsen
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13:48 11.10.2019
Gewinner und Preisstifter posieren für ein gemeinsames Gruppenfoto beim Empfang der Wirtschaft im Heide Spa. Quelle: Wolfgang Sens
Bad Düben

Die LVZ Delitzsch-Eilenburg ehrte auf der Veranstaltung im Heide Spa in Bad Düben Rüdiger Kleinke, der im Jahr 1997 seinen Weinversand auf den Weg brachte und damit zum Internet-Pionier im Online-Weinhandel wurde. Seit dem Jahr 2000 firmiert er unter dem Namen ebrosia. Inzwischen ist er einer der führenden Weinversandhändler in Deutschland mit über 1000 Produkten, über 120 000 Kunden und 30 Mitarbeitern, darunter ausgebildete Weinfachberater. „Ganz besonders wichtig ist mir ein gutes Klima, damit jeder jeden Tag gern zur Arbeit kommt“, sagt der Firmenchef. „Ihr seid die Besten, weil wir als Team super funktionieren. Lasst uns die Zukunft rocken“, so der 50-Jährige zu seinen Mitarbeiter.

Weinverkauf in der Garage

Der Wirtschaftspreis der drei regionalen Tageszeitungen in Nordsachsen ging an die Unternehmen ebrosia Delitzsch, Baunativ Oschatz und die Dachdeckerei Pötzsch in Beilrode. Hier Bilder von der Verleihung.

Der Unternehmer startete mit dem Verkauf von Wein vor 23 Jahren in einer kleinen Garage in Beerendorf bei Delitzsch, erzählte LVZ-Redaktionsleiter Frank Pfütze in seiner Ansprache. Der Firmengründer war damals 27 Jahre jung, arbeitete im Hauptberuf bei einer Bank. Der Garagenverkauf lief schlecht, Kleinke versuchte es über das gerade aufkommende Internet. Auch da waren die Zahlen anfangs ernüchternd: 1997 ging alle 14 Tage eine Bestellung ein, 1999 dann jeden Tag eine. Bereits ein Jahr später, als das Unternehmen als ebrosia firmierte, waren es zehn am Tag.

Täglich bis zu 1000 Weinpakete

Heute verlassen täglich 800 bis 1000 Pakete das Logistikzentrum des Weinversandhandels. Das Unternehmen wächst rasant. Ende November wird ein größeres Gebäude bezogen, um noch mehr Pakete mit Wein in Welt verschicken zu können. „Für die Zukunft wünsche ich mir für ebrosia eine weitere so tolle Entwicklung und für mich persönlich vielleicht ein bisschen mehr Freizeit – für guten Wein“, so Kleinke. Die Zeiten, in denen er täglich bis zu 20 Stunden arbeitete, sind vorbei. Sein Unternehmen ist professionell aufgestellt. Kleinke dankte für den Preis: „Ich fühle mich sehr geehrt.“ Ein Dankeschön richtete er auch seine Frau Marika. Sie sei „Inspiratorin, Motor und Quelle meines Handelns“, so der Unternehmer.

Gewinner aus Oschatz

Den Preis der Oschatzer Allgemeinen Zeitung verlieh Redaktionsleiter Hagen Rösner an David Pfennig von der Baunativ GmbH & Co. KG in Oschatz. Die Firma ist ein unabhängiger Fachhandel und Onlineshop für hochwertige Bau- und Dämmstoffe. Die Symbiose aus Bauunternehmen und Baustoffhandel habe entscheidende Vorteile, sagte Rösner. „Die Verkäufer wissen aus Erfahrung, was sie den Kunden anbieten.“

Online- und Offline-Handel

Für Firmenchef David Pfennig ist der Onlinehandel und die Fachberatung kein Widerspruch. Der Schwerpunkt der Firma liege auf Baustoffen für gesundes Bauen. Unter anderem werden Lehm- und Kalkputze vertrieben. Das Lager ist groß, sodass Baustoffe stets vorhanden sind und Kundenwünsche bedient werden können. Kunden werden auch am Telefon oder via E-Mail fachkompetent beraten. „Als regionales Unternehmen sind uns Mitarbeiterzufriedenheit und nachhaltiges Wachstum besonders wichtig“, so der Firmenchef weiter. Beschäftigt werden im gesamten Firmenverbund 47 Mitarbeiter aus neun Nationen. In den nächsten Jahren will Baunativ die Produktpalette erweitern.

Gewinner aus Beilrode

Christian Röhm, Geschäftsführer der Torgauer Verlagsgesellschaft, die die Torgauer Zeitung herausgibt, zeichnete die Dachdeckerei Maik Pötzsch aus Beilrode aus. Der Unternehmer habe fünf Millionen Euro investiert und damit die Voraussetzungen für eine komplette Digitalisierung der Abläufe in der Firma geschaffen, so Röhm. Pötzsch will in den nächsten Jahren unter die Top 100 der deutschen Dachdecker. Beschäftigt sind 25 Mitarbeiter, im Bereich der Zimmerei und Dachklempnerei zwei Meister. Zudem werden vier Lehrlinge ausgebildet. Maik Pötzsch sieht den Betrieb „als kleine Familie“ und dies mache ihn erfolgreich, erzählt er. Gebaut werden Dächer aller Art mit eigener Kranlogistik, Zimmerei und Dachklempnerei.

Kranlogistik für Sachsenring

Die Dachdecker-Firma stattet außerdem seit diesem Jahr die komplette Motorsportlogistik am Sachsenring mit Kranlogistik aus. Darauf ist der Firmenchef besonders stolz. Auf den Kränen sind die Kameras und Antennentechnik installiert, die die Rennen übertragen. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir alle weiterhin so erfolgreich unterwegs sind, dass meine Angestellten gesundheitlich lange noch bei mir beschäftigt sind und ich selber die Power habe, das so durchzuziehen“, sagt Maik Pötzsch, der sich bei der Preisverleihung über einen Gast besonders freute: Ralf Berger, Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung. Berger war sein früherer Schuldirektor in Torgau-Nordwest. „Wir hatten damals auch eine spannende Zeit“, sagte Pötzsch.

Rückblick Wirtschaftspreis 2017

Die Wirtschaftspreise in Nordsachsen werden seit 2007 alle zwei Jahre von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Nordsachsen und den drei Tageszeitungen im Kreis verliehen.2017 erhielten den Preis die UnternehmenProfiroll Technologies in Bad Düben, Cavertitzer Elektromontage GmbH in Schirmenitz bei Oschatz sowie Gramon Fassadenbau in Graditz bei Torgau.

MDR-Intendantin Wille über Hass, Häme und Fake-News

Landrat Kai Emanuel (parteilos) ging in seiner Rede zunächst auf den antisemitschen Anschlag auf eine Synagoge in Halle ein. „Die Ereignisse haben uns tief berührt. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern und deren Angehörigen.“ Die Nähe zum Landkreis sei „erschreckend gewesen“, so Emanuel. „Im westlichen Teil Nordsachsens wurden Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser verschlossen. Es war eben nicht nur ein Ereignis im Fernsehen, sondern berührte das tägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises. Das ist eine neue Stufe, eine unmittelbare Gefahr. Diese dauerhaft auszuschließen, ist offenbar unmöglich.“

Zum Thema des Abends, der mit „digital erfolgreich“ überschrieben war, sagte der Landrat, dass ein flächendeckendes Glasfasernetz „unabdingbare Voraussetzung“ sei, um digital erfolgreich zu sein. Nordsachsen treibe den Breitbandausbau derzeit voran: 43 000 private Haushalte und Firmen sowie 71 Schulen kommen bis Ende 2020 ans Glasfasernetz.

Zu Nordsachsens Wirtschaft sagte Emanuel, dass die auf einem guten Weg sei: In Torgau nahm jetzt die neue Pilzfabrik ihre Produktion auf. In Schkeuditz eröffneten die Salvia Elektrotechnik und die PKE neue Produktionsstätten. Im Gebiet um ehemals Möbel-Erbe wird 2020 ein Autohof entstehen und Panattoni Europe eine Fläche von 100 000 Quadratmetern entwickeln. In Delitzsch entsteht ein neues Domizil von Bioversal. Erfreulich sei auch der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,8 Prozent.

Als Festrednerin trat MDR-Intendantin Karola Wille auf. Ihr Thema war die Digitalisierung, die viele Branchen, auch die Medienbranche, vor neue Herausforderungen stellt. Technologiegiganten aus den USA wie Facebook, Google oder Amazon geben die Entwicklungen vor und „sie verändern etwas in unserer täglichen Kommunikation“. Das Internet böte viele Chancen, sei aber auch mit Risiken behaftet. „Heute schreiben sich Menschen bei Facebook Dinge, die sie sich so nie ins Gesicht sagen würden. Man ruft zu Mord auf, Präsidenten zu Intoleranz und Gewalt. Man könnte meinen, dass die sozialen Medien so was wie das missratene Stiefkind der Digitalisierung sind.“ Wille sprach von Hass, Häme und Fake-News und dass tätliche Angriffe auf Journalisten zunehmen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe „mehr denn je heute in der Pflicht, etwas für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft beizutragen“. Seit 2015 sei das Vertrauen in die Medien wieder gestiegen, zitierte Wille Studien. Demnach genießen besonders hohes Vertrauen die regionalen Tageszeitungen und öffentlich-rechtlichen Medien bei den Menschen. An Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU), der Gast auf dem Empfang war, richtete sie die Bitte, dass der Gesetzgeber gegen Fake-News konsequent vorgehen müsse. „Lassen sie uns was tun.“ Das Internet dürfte kein rechtsfreier Raum sein, so Wille. Die Gäste applaudierten. Nico Fliegner

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