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Taucha Zum Patentag bei Taucha besuchen Leipziger ihre Schäflein
Region Taucha Zum Patentag bei Taucha besuchen Leipziger ihre Schäflein
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12:04 03.09.2019
Patin Dorothee Rammler aus Jesewitz findet, dass Schafe nützlich für die Landschaftspflege sind. Quelle: Jens Rübner
Taucha

Auf einer Wiese bei Taucha trafen sich jetzt die Paten von Schafen, um mit ihren Tieren und Hobby-Schäfer André Wolf einen schönen Tag zu verbringen und sich fachlich auszutauschen. Denn die meist aus Leipzig kommenden Paten haben mit ihrem Bekenntnis zum Mitwirken auch eine Fürsorgeaufgabe übernommen.

Wolf und seine Frau beantworten viele Fragen. Obendrein demonstrieren sie, wie geschoren wird, Klauen geschnitten und Ohrmarken gesetzt werden. Aufmerksam beobachten die erwachsenen und kleinen Paten das Geschehen, stellen Fragen, streicheln die Tiere und fotografieren. Pate Jens Rübner aus Leipzig zieht den Hut: „Selbst als Hobby ist die Schäferei eine schwere und sehr vielseitige Aufgabe. Vor allem im Frühjahr gibt es für die Schäfer viel zu tun.“ So muss die Weide öfters umgekoppelt und bei der Geburt der Lämmer geholfen werden, erklärt der 59-Jährige. Das alles obliege natürlich dem Schäfer, doch die Paten stehen ihm, wo immer möglich, zur Seite. Zum Beispiel mit Spenden – für tierärztliche Untersuchungen, Medikamente und Futter.

Keine Angst vor dem Wolf

Parthe-Schäfer André Wolf freut sich über das Interesse der inzwischen schon 30 Paten. Er selbst ist kein hauptberuflicher Schäfer, hat Jura und Biologie studiert. „Alle Fachgebiete“, erklärt er schmunzelnd, „sind aber heutzutage sehr hilfreich für meine Arbeit als Hobby-Schäfer.“ Seinen Namensvetter, den in Sachsen umherstreifenden richtigen Wolf, müsse er am Leipziger Stadtrand zum Glück nicht fürchten. Seine Herde umfasst derzeit rund 90 Muttertiere und 80 Lämmer, vor allem Leineschafe und Skudden. Die einen sind frohwüchsige, marsch- und widerstandsfähige Tiere. Die anderen, die Skudden, sind die kleinste deutsche Schafrasse. Entspannt grasen die Tiere gemeinsam auf der Wiese, schubbern sich an alten Bäumen und springen behände auf, wenn Wolf mit seinem Auto am Wiesenrand hält. Dann gibt es erst einmal Streicheleinheiten. „Das muss sein“, meint der Schäfer. Auch Namen vergibt er hin und wieder, darunter „Fledermaus“ oder „Gartenfee“.

Schafe als Landschaftspfleger

Dass Tierliebhaber eine Patenschaft übernehmen, hat verschiedene Gründe. So hat Angelika Kell, die erste Patentante, Ende 2018 eine Patenschaft ohne Fleischanteil übernommen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Landschaft Schafe braucht. Sie leisten einen wichtigen Beitrag bei der Offenhaltung und Erhaltung unserer Kulturlandschaft und obendrein sind sie preiswerte Landschaftspfleger“, sagt die 54-Jährige. Da sie das Hobby der Handspinnerei ausübt, profitiert sie von der hochwertigen Wollqualität der unterschiedlichen Rassen. Stolz zeigt sie ihre erste, aus der Wolle angefertigte Mütze.

Rübner und andere geben sich nicht mit Wolle zufrieden. „Ich möchte für mich und meine Familie saubereres, anständig produziertes Fleisch auf dem Teller haben“, sagt der Leipziger. Deshalb testet und unterstützt er vorerst für ein Jahr dieses Projekt als Pate eines Leineschafes. In dieser Zeit will er tiefer in die Materie sowie die Arbeit eintauchen und so seinen Horizont erweitern.

Nichts gegen ein Hammelgulasch

Dorothee Rammler aus Jesewitz wiederum erhielt eine Patenschaft als Geschenk. Das nahm sie gern an, denn die 48-Jährige findet, dass mit den Tieren die Grünflächen sinnvoll genutzt werden. Und: „Gegen ein gutes Hammelgulasch ist auch nichts einzuwenden.“ Anders sieht es ihre Tochter Alisa. „Ich finde die Tiere süß und werde mein Patenschaf nie essen“, sagt die Elfjährige.

Interessenten, die das Patenschafts-Projekt unterstützen möchten, können sich bei André Wolf unter Telefon 0341/25 64 75 70 oder 0157/73 22 75 35 melden

Von Olaf Barth und Jens Rübner

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