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Taucha Zweiter Film über Rüstungsindustrie ist fertig
Region Taucha Zweiter Film über Rüstungsindustrie ist fertig
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10:01 24.11.2019
Roger Liesaus und sein Film über den Rüstungsbetrieb Erla-Werke. Quelle: Anna-Maria Rieger
Taucha

Wer ein Faible für Industriegeschichte hat, dem wird der Streifen über die Erla-Werke gerade recht kommen. So kurz vor Weihnachten kann das durchaus auch ein Geschenk für historisch Interessierte sein. So ist es kein Zufall, dass die hochinteressante Dokumentation am kommenden Wochenende von Filmautor Roger Liesaus auf Tauchas Weihnachtsmarkt erstmals öffentlich verkauft wird. Hoffnung, dass sich viele Menschen für die regionale Industriegeschichte interessieren, macht ihm die große Nachfrage nach seinem ersten Film. Im dem ging es um die Geschichte des Mimo-Werks (Mitteldeutsches Motoren-Werk) in Zeiten des Zweiten Weltkriegs.

Wald auf den Trümmern

Diesmal drehte der 57-Jährige aus Taucha-Plösitz unter dem Titel „Erla – das Hauptwerk und die Flugplätze“ eine Dokumentation über die Erla Maschinenwerk GmbH. Der Name Erla bezieht sich auf den Gründungsort Erlabrunn. Schwerpunkt ist das Erla-Werk im Leipziger Osten, aber auch weitere damit verbundene Standorte werden betrachtet. Die Geschichte des Unternehmens begann als Sportflugzeughersteller. Im Erla-Maschinenwerk Leipzig wurden allein vom Typ Messerschmitt Bf 109 über 11 000 Stück hergestellt. Die Flugzeugplätze im Umland wurden zur Ausbildung, Produktion und am Ende des Krieges zur Stationierung von Kampfverbänden genutzt. Über den Trümmern der Produktionshallen ist heute Wald gewachsen, auf einem Teil des Geländes wird Bauschutt recycelt. Bis vor einigen Jahren war im Hauptgebäude noch eine Berufsschule untergebracht. „Wahrscheinlich war den wenigsten Schülern bewusst, was sich früher auf dem Gelände abspielte“, vermutet Liesaus.

Es folgt ein dritter Film

Das und vieles mehr ist jetzt in dem 124-minütigen Dokumentarfilm mit Erinnerungen und Erzählungen von Zeitzeugen aus Thekla, Portitz, Delitzsch, Leipzig und auch aus Taucha mit Bildern und Filmen von Flugzeugen zu sehen. Auch Fahrzeuge und Aufnahmen aus der Erla sowie den Flugplätzen Schwarzer Berg, Wurzen, Rote Jahne, Tiefensee, Spröda und Mockau werden gezeigt. Möglich machten die Produktion des Filmes zahlreiche Spender. Mit Hilfe dieser „Publikumsfinanzierung“ kam genügend Geld zusammen, um die Ergebnisse der aufwendigen Recherchen schließlich auf DVD pressen zu können. Die Herstellungskosten belaufen sich für DVD pressen und Druck aller Zutaten auf circa 3000 Euro. „Ich möchte mich für die Unterstützung von historisch Interessierten bedanken. Nur dadurch ist es möglich, diese Filme ohne Fördermittel und Sponsoren zu finanzieren und die Forschungen und das Filmprojekt fortzuführen“, sagte Liesaus. Die Aktion laufe noch bis zum kommenden Montag. Alle Informationen zum Erhalt der DVD, den Erla-Werksplan mit Luftbild und einen Erla-Kalender gebe es im Internet unter www.ROG-Film.de.

Im nächsten Film sollen neben den Erla-Zulieferern vor allem die Firma Hasag und der damals bedeutende Fliegerhorst Brandis/Waldpolenz eine Rolle spielen. „Für jegliche Informationen, Fotos und Zeitzeugen für die Zeit bis 1945 dazu bin ich ebenfalls dankbar“, teilte der Maschinenbauingenieur mit. Zeitzeugen können ebenfalls unter der Nummer 0172 9670119 oder per E-Mail unter r.liesaus@industriekultur-leipzig.de Kontakt aufnehmen.

Von Olaf Barth

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