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Wurzen 300 Schützen kämpfen in Brandis beim Herbstpokal
Region Wurzen 300 Schützen kämpfen in Brandis beim Herbstpokal
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00:21 05.11.2017
So wie hier bei der Landesmeisterschaft Luftdruckwaffen 2017 wird die Anlage beim Herbstpokal in Brandis aufgebaut sein. Quelle: Foto: Bernhard Hüber, SSB
Brandis

Einen Knaller im doppelten Sinne hat die Schützengesellschaft (SG) Brandis in die Stadt geholt. Am Wochenende wird in der Mehrzweckhalle auf dem Schulcampus der Meyton-Herbstpokal im Druckluftwaffenschießen ausgetragen. Es ist der mittlerweile 20. Pokal, aber das erste Mal, dass eine derartige Großveranstaltung nach Brandis kommt.

„1997 hatten Heinz Blochwitz vom Sächsischen Schützenbund (SSB) und Bernd Köth vom Schützenverein Thekla die Idee, einen ostdeutschen Länderpokal zu veranstalten und damit auch die wettbewerbsarme Zeit, die immer im Herbst der Deutschen Meisterschaft folgt, zu überbrücken“, blickt Rolf Heymann, Schatzmeister der Brandiser Schützen, zurück. Der erste Wettkampf fand damals in Zwenkau statt, der Leipziger Raum blieb Austragungsort. „Wir wollten nicht in eine Großstadt, weil wir dort als Schützen kaum wahrgenommen werden“, sagt Heymann. Nachdem der Herbstpokal 2016 aufgrund von Raumproblemen ausgefallen war, brachte er Brandis ins Spiel, die Stadt unterstützte das Vorhaben. Deren Mehrzweckhalle bietet den nötigen Platz für 30 Schützenstände, zwei laufende Scheiben und drei Einschießbahnen zur Einstellung der Optik. „Der Pokal ist eine große Nummer für Brandis und unser bisher größtes sportliches Ereignis seit unserer Neugründung“, sagt Heymann. Die liegt jetzt 27 Jahre zurück, aber eigentlich gehört die SG mit der Jahreszahl 1238 im Wappen zu den ältesten Schützenvereinen in Deutschland.

Zu dem Wettkampf, bei dessen Vorbereitung die SG eng mit dem Sportausschuss des SSB, dem SV Thekla, dem SV Connewitz und der Schützengilde des Polizeisportvereins Leipzig zusammenarbeitet, haben sich über 300 Sportler, vom zwölfjährigen Schüler bis zum Senior, Freizeitschützen wie Leistungssportler, angemeldet. Sie kommen aus 51 Vereinen. Schon lange ist aus dem ostdeutschen ein bundesweiter Wettbewerb geworden. „Und erstmals wird der Wettbewerb mit der Teilnahme eines tschechischen Vereins auch international“, informiert Heymann. Aus dem Leipziger Land haben sich Trebsen, Böhlen/Rötha, Groitzsch und Pegau, aus Mittelsachsen Roßwein, Waldheim und Leisnig angemeldet. Natürlich suchen auch Brandiser Schützen den Vergleich – Mario Prüfert Thomas Bommert, Hendrik Taubert, Uwe Braun und Jörg Gerstmann.

Geschossen wird unter den strengen Augen der Kampfrichter vom Schützenclub Muldental auf zehn Meter mit Luftpistole und Luftgewehr, jeweils Freihand und Auflage. Dabei geht es auch ums Punktesammeln für den Sprung in den Landesauswahlkader.„Erstmals kommt beim Herbstpokal auch die laufende Scheibe zum Einsatz“, erklärt Heymann. Die sei aus dem Olympiaprogramm gestrichen worden, weil sich nur eine kleine Gruppe dieser besonderen Herausforderung stellt. „In dieser Disziplin treten Nationalkader an, die schon international erfolgreich waren“, macht der Brandiser neugierig, „aus Sachsen zum Beispiel Nina Danner vom SV Connewitz.“ Die Sportler treten am Samstag von 9 und 19 Uhr in sieben Durchgängen an, am Sonntag von 9 bis 15 Uhr in vier Durchgängen.

Die SSB-eigene, große transportable Luftdruckwaffenanlage wird übrigens erst am Freitagnachmittag aufgebaut. In Teilen bei Talentestützpunkten in Nutzung, wird sie für den Herbstpokal zum Beispiel aus Thekla, Burgstädt und Dresden zusammengeführt. Die elektronischen Ziele stellt die Firma Meyton, die dem Pokal auch ihren Namen gibt.

„Zuschauer sind willkommen, der Eintritt ist frei, für einen Imbiss ist gesorgt“, wirbt Heymann. Der Kreissportleiter, SSB-Kampfrichter sowie Übungsleiter der Landesauswahl will außerdem am Samstag 10.30 und 13 Uhr sowie am Sonntag 10.30 Uhr Erläuterungen zum Wettkampf geben. Und gleichzeitig ein bisschen werben, für den Schießsport im Allgemeinen – „der hat nichts mit dem Geballere im Fernsehen zu tun“ – und für die SG Brandis im Besonderen. Der Verein unter Vorsitz von Mario Prüfert hat aktuell 34 Mitglieder, Durchschnittsalter 60 Jahre. „Unser größtes Problem ist, dass wir keinen Nachwuchs haben“, sagt Heymann, selbst schon 66, mit Blick auf gerade mal drei Jugendliche in den SG-Reihen. Auch Einladungen zum öffentlichen Wurfscheibenschießen, jeweils zu Himmelfahrt und Ende Oktober, bringen nicht den Zulauf. „Wer arbeitet, ist meist so eingespannt, dass keine Zeit für eine Betätigung in einem Verein bleibt“, meint Heymann.

Jetzt hofft er auf eine positive Ausstrahlung des Herbstpokals und natürlich, dass dieser selbst reibungslos verläuft. „Wenn alles klappt, werden wir uns eventuell 2019 auch für die Landesmeisterschaften bewerben“, schaut der Schatzmeister schon mal in die Zukunft.

Von Ines Alekowa

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