Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Ärgerlich: Schlaglochpisten im Wald- und Weidenweg in Beucha
Region Wurzen Ärgerlich: Schlaglochpisten im Wald- und Weidenweg in Beucha
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 15.01.2018
Schlagloch an Schlagloch macht den Waldweg in Beucha zur Holperpiste.
Schlagloch an Schlagloch macht den Waldweg in Beucha zur Holperpiste.
Anzeige
Brandis/Beucha

Zehn Seiten werden Beucha im Verkehrskonzept der Stadt Brandis vom März 2015 eingeräumt. Der Ortschaftsrat nutzte seine jüngste Sitzung, um einen kritischen Blick auf die Umsetzung der aufgelisteten fünf Maßnahmen zu werfen. Zum Teil sind es Kleinigkeiten. Trotzdem: Das Resultat war durchwachsen.

Seinerzeit festgelegt worden war eine Verbesserung der Erreichbarkeit des Albrechtshainer Sees für Fußgänger und Radfahrer. Barrieren an den Wegen bilden insbesondere für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen ein ärgerliches Hindernis, das sich auch nicht umgehen lässt. Kurzfristig, schon 2015/16, sollten deshalb die Zugänge zum See verbreitert, hierfür an der Kleinsteinberger Straße die Schranke durch einen Poller ersetzt und die Abstände der Barrieren an den beiden Zugängen an der Naunhofer Straße verändert werden. „Aber das ist leider immer noch nicht geschehen“, sagte Ortsvorsteher Wolfgang Drescher.

Auch der Fußweg zwischen Parthebrücke und Wolfshain war aufgrund seiner sandgeschlämmten Schotterdecke insbesondere für ältere und gehbehinderte Bürger als nur eingeschränkt benutzbar eingestuft worden, stattdessen wurde Betonsteinpflaster empfohlen. Die Ausführung war, abhängig von Fördermitteln, für 2019/2010 angedacht, und Roland Eibeck (CDU), auch im Stadtrat sitzend, konnte zumindest berichten, dass das Vorhaben im Investitionsplan für 2019 stehe.

Realisiert hingegen ist die bessere Beschilderung zwischen den Gewerbegebieten Brandis-West und Beucha-Hasenheide, die den Wechsel zwischen den beiden Gewerbegebieten kenntlich macht und Ortsunkundigen eine bessere Orientierung ermöglicht.

Reagiert hat die Stadt auch auf die Situation in der Kleinsteinberger Straße. Vor Kindergarten und Schule war die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h als zu hoch eingeschätzt worden, in den Schwerpunktzeiten zwischen 7 und 9 Uhr sowie 15.30 und 17 Uhr, in denen die Kinder in die Einrichtungen gebracht und wieder abgeholt werden, wurde sie sogar überschritten. Jetzt sind hier nur noch 30 km/h erlaubt. Bärbel Uhlig (Bürgerverein) wünschte sich aber, dass der 30er-Hinweis auch noch mal zur Erinnerung mitten auf dem doch recht langen Straßenabschnitt von 300 Metern auf die Straße geschrieben wird. „Denn manchmal siegt doch die Macht der Gewohnheit.“

Im Wohngebiet Lindenring gibt es – zusätzlich zum Zone-30-Schild – eine solche Markierung auf der Fahrbahn. Aber sie sollte 2015/16 erneuert und zugleich vergrößert werden. – „Auch hier hat sich nichts getan“, so Eibeck. Susanne Nodurft (CDU) dagegen stellte die Frage in den Raum, was diese Maßnahme überhaupt im Verkehrskonzept zu suchen habe. „Dass Abgenutztes erneuert wird, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“

Hingegen fehle der Weidenweg ganz im Maßnahmekatalog wie auch im Haushaltplan, kritisierte Eibeck. „Das ist die schlimmste Straße im Ort.“ Nur noch getoppt vom Waldweg, wo sich regelrechte „Krater“ auftäten, die jeder Regen ein bisschen mehr auswasche, ergänzte Bärbel Uhlig. Sie habe dessen Zustand schon im technischem Ausschuss und im Stadtrat angesprochen. „In der Saison fahren täglich 100 Kunden dort entlang“, verwies sie auf die Süßmosterei im Waldweg. „Das ist ein tolles Aushängeschild für Brandis“, meinte sie.

Drescher nutzte die Gelegenheit, über den geplanten Bau der Kreisstraße von Beucha bis zur Brücke in Richtung Albrechtshain mit erstem Spatenstich im Sommer zu informieren und den dabei geplanten Bau der Fußwege durch die Stadt. „Der liegt uns schon lang am Herzen“, betonte Drescher. „Der Kreis wird den Fußweg so bauen, wie wir ihn haben wollen“, ergänzte Susanne Nodurft. „Die Frage ist, wie viel die Stadt dafür ausgeben will.“ Sandgeschlämmte Schotterwege jedenfalls, wie man sie an manchen Stellen in Brandis und Ortsteilen sieht, wurden einhellig als „Katastrophe“ bezeichnet.

Von Ines Alekowa