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Wurzen Aha-Erlebnisse für Bennewitzer Ferienkinder
Region Wurzen Aha-Erlebnisse für Bennewitzer Ferienkinder
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07:00 28.07.2018
Blindverkostung: Hortleiter Lars Werner füttert seine Schützlinge. Quelle: Thomas Kube
Wurzen/Bennewitz

„Na, was ist das?“, fragt Lars Werner. Davids Augen sind mit einem Schal verbunden. Jetzt muss er schmecken, was für eine Frucht ihm sein Hortleiter zum Kosten gegeben hat. „Johannisbeere?“ Das stimmt schon mal, aber auch noch die „Farbe zu schmecken“, ist schon schwieriger. Am Tisch im Garten des Bundessortenamtes (BSA) prusten die Kinder denn auch immer wieder los, wenn die Zunge der Tester mal wieder auf der falschen Fährte war.

Sortenamt ist bei Kindern gefragt

Es ist nicht das erste Mal, dass Werner mit seinen Bennewitzer Ferienkindern die Wurzener Einrichtung besucht. „Nach den Ferien wird mit den Kindern ausgewertet, was ihnen gut gefallen hat, und da ist das Sortenamt immer dabei und kommt deshalb auch wieder auf die Liste fürs nächste Jahr.“ Stefan Eschke, der Leiter des Betriebes, der für die Erteilung des Sortenschutzes an Apfel und Sauerkirsche zuständig ist, freut sich über solchen Besuch, wenn neben Betriebsausflüglern und natürlich Obstbauern aus ganz Deutschland zwei-, dreimal im Jahr auch Schulklassen oder eben Ferienkinder den Weg in die Torgauer Straße 100 finden.

Probleme mit dem Nachwuchs

„Denn wir haben Probleme mit dem Nachwuchs“, erklärt er. In diesem Jahr hätten sich zehn junge Leute für eine Ausbildung zum Gärtner, Fachrichtung Obstbau, beworben, fünf habe man eingeladen, drei seien gekommen und hätten dann doch abgesagt, zieht der Diplomingenieur für Gartenbau eine ernüchternde Bilanz. „Deshalb versuchen wir natürlich, das Interesse zu fördern, stellen uns zum Beispiel beim Berufsbildungstag des Gymnasiums vor.“

In den Lagerhallen zeigte Betriebsleiter Stefan Eschke die verschiedenen Obstsorten. Quelle: Thomas Kube

Kindgerecht erklärt er den 32 Mädchen und Jungen, dass im BSA auf 25 Hektar viele Obstsorten bewahrt werden, unter anderem über 600 alte Apfel- und an die 200 Erdbeersorten. Ganz neu ist eine Wildobstpflanzung mit Aronia, Wildrosen, Vogelbeeren, Mahonien und Indianerbanane. „Bis vor drei Jahren gab es bundesweit noch zwölf Prüfstellen, jetzt sind es noch sieben“, erklärt dies Eschke. Geschlossen wurde auch eine bei Berlin, die als einzige ein Wildobstsortiment führte. „Das haben wir jetzt übernommen, um die Vielfalt aufzuzeigen.“

Gang über Plantagen muss hitzebedingt ausfallen

Leider muss ein Gang über die Plantagen wegen der großen Hitze ausfallen, aber auch die Stationen, die Eschke und seine Mitarbeiter vorbereitet haben, sorgen für Aha-Erlebnisse und Spaß. Und das nicht nur bei der Blindverkostung, für die BSA-Mitarbeiterin Annett Klotzsch ganz frisch Johannis- und Erdbeeren, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche und natürlich Äpfel geerntet hat. Davon, dass die meisten Kinder am Ende sogar die Brombeere erschmecken, zeigt sie sich positiv überrascht. „Ich habe alles herausgefunden“, erzählt Leonie. Sie esse gern Obst, verrät die Zweitklässlerin. „Am liebsten Honigmelone.“ Die allerdings hat Annett Klotzsch nun gerade nicht im Korb.

Im Rahmen der Ferienspiele unternahmen die Bennewitzer Hortkinder einen Ausflug ins Bundessortenamt Wurzen. Bei Blindverkostung und Zuckergehaltsbestimmung testeten sie ihre Geschmacksnerven.

Fast schon wissenschaftlich bestimmt Max Zehrfeld mit den Kindern den Zuckergehalt. Zuerst sollen sie entscheiden, ob zum Beispiel die Pflaume süß, mittel oder sauer schmeckt. Dann wird die Schätzung mit dem Refraktometer überprüft. Überraschung: Am Ende stellt sich der Honig als am süßesten heraus, dabei hatten am Anfang noch alle gewettet, dass das die Cola sein würde.

Den unterschiedlichen Zuckergehalt der süßen Früchte zeigte Max Zehrfeld den Kindern mithilfe eines Refraktometers. Quelle: Thomas Kube

„Der Besuch hier passt gut in unser Konzept“, sagt Werner. Denn gesunde Ernährung wird im Hort groß geschrieben. „Wir versuchen im Hort, wo wir auch eine kleine Küche haben, viel mit Früchten zu machen“, verweist er zum Beispiel auf die „Naschobststrecke“ hinterm Haus. Erst am Dienstag wurden selber Smoothies gemixt. „Am beliebtesten war der mit Brombeeren“, erzählt Erzieherin Katrin Teiche und erntet zustimmendes Nicken.

Aber natürlich steht da noch mehr im Plan: Erzieher Hartmut Seifert spannt den Bogen vom Ausflügen nach Leipzig ins Grassimuseum und ins RB-Stadion bis nach Markranstädt, wo im „Outback“ ein Tag mit Tieren, Angeln und Kochen verbracht wurde. „Die Eltern sagen uns: Was Sie immer auf die Beine stellen, ist enorm.“ Und was sind die Höhepunkte? „Wir haben eigentlich nur Höhepunkte“, lacht Werner. „Aber aufgrund der Wetterlage sind das natürlich die Besuche im Dreibrückenbad.“

Von Ines Alekowa

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