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Wurzen Altenbacher Töpferei gibt Einblicke
Region Wurzen Altenbacher Töpferei gibt Einblicke
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12:28 10.03.2019
Interessante Einblicke: Die Besucher schauen zu, wie Gregor Müller Gefäße formt. Quelle: René Beuckert
Bennewitz/Altenbach

Der Tag der offenen Töpferei stieß am Wochenende auf großes Interesse in der Region. Zahlreiche Interessenten schauten sich in einem oder gleich mehreren Handwerksbetrieben um, nicht nur, um sich einen Überblick über deren Angebote zu verschaffen, sondern auch, um das eine oder andere edle Stück zu kaufen. Auch die Altenbacher Töpferei Uhde und Müller öffnete ihre Werkstatt für Interessenten.

„Wir beteiligen uns gern an dieser Aktion, die es Keramikliebhabern ermöglicht, einen Einblick in den Ablauf der Herstellung von der Rohware auf der Töpferscheibe bis zum Bemalen und fertigen Brand zu geben“, erklärte Gregor Müller. Die mit Motorkraft betriebenen Töpferscheiben, die er sonst nutzt, drehten sich jedoch an diesen beiden Tagen nicht.

Alte Töpferscheibe in Betrieb

Dafür aber gab Müller mit seinen Füßen der hölzernen, 100 Jahre alten Töpferscheibe so viel Schwung, dass sich zur Freude der Besucher darauf die Gefäße drehten. Immer wieder musste er sie anschieben, damit sie nicht zu langsam wurde. „Hier ist noch ganzer körperlicher Einsatz gefragt“, erklärte der Töpfer.

Die Altenbacher Töpferei Uhde und Müller öffnete sich am Wochenende für Besucher. Sie sahen nicht nur fertige Produkte, sondern schauten den Handwerkern auch bei der Arbeit über die Schultern.

Früher, ohne die Unterstützung elektrischer Maschinen, sei das die einzige Möglichkeit der Drehtöpferei gewesen, was entsprechend anstrengend war. An der elektrischen Töpferscheibe sitze er heute hingegen den ganzen Tag still. Nur die Hände kämen dort zum Einsatz, um dem Ton seine Form zu geben.

Besucher schauen bei Arbeit zu

Viele Besucher nahmen sich die Zeit, dem Altenbacher bei der Arbeit zuzuschauen. Auch Familien mit Kindern zeigten sich angetan davon, was ein Töpfer leistet, bis eine fertig gebrannte Keramik zum Verkauf steht. Zu ihnen gehörte Nicole Hübner aus Leipzig mit ihren beiden Söhnen. „Ich finde es spannend, wie unter den Händen aus einem Klumpen Ton ein Gefäß langsam Gestalt annimmt“, sagte sie.

Töpfer Müller bat eines ihrer Kinder, einen frisch geformten Krug anzuheben. Nicht schlecht staunte Leon, wie der Rohling dabei aus der Form geriet. Aber er hielt und nahm nach dem Absetzen seine ursprüngliche Gestalt an. „Für uns ist es eine schöne Gelegenheit, ein Handwerk näher kennen zu lernen. Sonst sieht man nur die fertigen Produkte; aber wie viel Fleiß und vor allem Geschick dahinter steckt, erfährt man kaum“, bemerkte Nicole Hübner.

Die Qual der Wahl

Margot und Matthias Kratzsch betrachteten lange die mit Vogelmotiven verzierten Gefäße. „Die Töpferware ist so schön anzuschauen, dass mir die Entscheidung, welches Stück ich kaufe, nicht leicht gemacht wird, da mir alle gefallen“, verriet die Frau und betonte grundsätzlich: „Ich finde es schön, dass es den Tag der offenen Töpferei gibt. Hier gewinne ich einen Eindruck von der Handwerkskunst eines Töpfers, den ich auf Märkten so nicht bekomme.“ Eigentlich war sie mit ihrem Mann nur zum Schauen gekommen, doch die Formenvielfalt und die bizarren Vogelmotive auf einigen Gefäßen hätten sie nicht losgelassen, so Margot Kratzsch. Deshalb erwarb sie einige Stücke.

Filigrane Arbeit: Sylvia Müller-Uhde beim Bemalen eines Tellers. Quelle: René Beuckert

Keramikeier für Ostern 

Sylvia Müller-Uhde verzierte gerade eine Töpferware mit einem Vogelmotiv. „Die Besucher interessieren sich sehr dafür, wie die Motive entstehen. Manche sind erstaunt, dass es sich um keine Abziehbilder handelt und tatsächlich jedes Motiv Strich für Strich auf die Keramik aufgemalt wird“, sagte sie. Obwohl ihr das stets gut gelingt, habe sie noch dazu lernen müssen. „Das Aufmalen der Vogelmotive ist eine Besonderheit, die ich von einer erfahrenen Künstlerin gelernt habe“, hob sie hervor. Gerade rechtzeitig zur Osterzeit verzierte sie in der eigenen Werkstatt hergestellte Keramikeier.

Buntes zu Ostern: Keramikeier mit Vogelmotiven. Quelle: René Beuckert

Von René Beuckert

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