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Wurzen Aufräumen nach Sturm Eberhard im Landkreis Leipzig
Region Wurzen Aufräumen nach Sturm Eberhard im Landkreis Leipzig
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15:11 11.03.2019
Sturm Eberhard ließ im Landkreis zahlreiche Bäume umknicken, wie hier im Thümmlitzwald in Grimma. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Sturmtief Eberhard mischte mit heftigen Orkanböen am Sonntag den Landkreis Leipzig auf: Bäume stürzten auf Straßen, der Strom fiel in einigen Orten aus, Bahnstrecken waren zeitweise gesperrt.
Es soll auch in dieser Woche in Sachsen weiter stürmisch bleiben. Dazu kommt Regen in den nächsten Tagen. In Grimma gab es ein erstes Sturmopfer. Wenn auch indirekt, nachdem ein Feuerwehrmann, der auf den Weg in sein Gerätehaus war, zwischen Grethen und Grimma am Rumberg mit seinem Ford verunglückte. Er versuchte drei vorausfahrende Autos zu überholen. Dabei touchierte er eines der Fahrzeuge, verlor dabei die Kontrolle und brach nach rechts aus. Infolgedessen überschlug sich der Ford mehrfach und kam auf dem tiefer gelegenen Feld, auf der Seite liegend zum Stillstand. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Verkehr konnte am Unfallort einspurig vorbeigeführt werden. Die Straße wurde für die Rettungsmaßnahmen zeitweise voll gesperrt.

Bahnstrecke zwischen Grimma und Großbothen gesperrt

Die Bahnstrecke zwischen Grimma und Großbothen war am Montagvormittag noch gesperrt. „Dort verkehrt Schienenersatzverkehr“, sagte ein Sprecher der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die die Strecke betreibt. Grund waren Gegenstände, die durch den Sturm ins Gleisbett geweht wurden. Auch die Bahnlinie ChemnitzDresden war am Vormittag vorübergehend gesperrt. Fahrgäste mussten sich auf Schienenersatzverkehr einstellen.

Sturmtief Eberhard sorgte am Sonntag im Landkreis Leipzig für einige Schäden. Ein Feuerwehrmann verunglückte, in Trebsen gab es Stromausfall.

Einsatzkräfte in Grimma in Alarmbereitschaft versetzt

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hatte am Sonntag gegen 17 Uhr Einsatzkräfte des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Alarmbereitschaft versetzt. „Ich möchte für den Fall des Falles vorbereitet sein und die Einsatzkräfte nicht erst zusammenrufen müssen“, sagte der Rathauschef.

In Grimma kamen Ordnungsamtsleiterin Katrin Werner und Oberbürgermeister Matthias Berger (v.l.) mit den Kameraden der Einsatzleitung zur Krisenbesprechung zusammen. Quelle: Frank Schmidt

Dafür hielt er auch Mitarbeiter des Bauhofes in der Hinterhand, um rasch reagieren zu können. „So wie der erste Baum in den Wäldern umkippt, werden Zufahrtswege und -straßen im und durch den Forst vom Bauhof gesperrt“, kündigte Berger an.

Grimmas Oberbürgermeister kritisiert Unvernunft einiger Bürger

Kritik äußerte Berger am allgemeinen Verhalten einiger Bürger. „Der Sturm ist lange angekündigt und damit keine Überraschung gewesen, da kann man von den Leuten erwarten, dass sie keine Gelben Säcke raus stellen“, ärgerte sich Berger.

Gelbe Säcke wurden zum Spielball von Sturm Eberhard geworden und haben hier und da für Verunreinigungen gesorgt Quelle: privat

Nicht zuletzt auch, „weil das Zeug durch die Gegend geblasen wird und durch nicht unerheblichem Aufwand vom Bauhof aufgesammelt werden muss“.

Sturm Eberhard hatte nicht die Kraft von Friederike

In den Gemeinden war man sich einig, dass Sturm Eberhard Sturmtief Friederike nicht das Wasser reichen konnte. Dennoch wurden in Grimma und im Wurzener Land alle Gerätehäuser am späten Sonntagnachmittag vorsorglich besetzt.

Der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos) bildete mit dem Lossatal eine gemeinsame Einsatzleitung. Doch bis auf Ausnahmen habe es keine größeren Einsätze im Muldental gegeben.

So wurde lediglich bekannt, dass die Kameraden in Kühren einen querliegenden Baum auf der B6 Richtung Oschatz beseitigen mussten. Und auch in Schönbach bei Colditz kam es durch umliegende Bäume zeitweise zu Behinderungen. Aus dem Wurzener Land wurden bis Mitternacht keine nennenswerten Einsätze gemeldet. Im Raum Grimma mussten die Einsatzkräfte umgestürzte Bäume beräumen.

In Trebsen waren die Kameraden noch zu mitternächtlicher Stunde unterwegs, um in der Wedniger Straße nahe der Autobahnbrücke einen umgestürzten Baum zu beräumen. Quelle: Frank Schmidt

Größere Schäden vermeldete die Einsatzleitung im Thümmlitzwald nahe dem Böhlener Kreuz. Hier hatte Eberhard gleich mehrere Bäume entwurzelt. Der Bauhof setzte daraufhin die Anweisung des Rathauschefs um, und sperrte die Straßen.

Auch die B107 am Berg Nimbschen wurde im Waldbereich Richtung Großbothen zeitweise gesperrt. Mit dem Aufräumen wollte man in der Nacht nicht mehr anfangen. Zu mitternächtlicher Stunde wurden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Trebsen noch alarmiert. Ein Baum in der Wedniger Straße nahe der Autobahnbrücke versperrte den Weg.

Stromausfall in Wohngebieten von Trebsen

Die Fahrt zum Einsatzort erfolgte durch den schon gespenstig anmutenden Ortsteil Wednig, wo alle Lichter aus waren. Schuld war ein Stromausfall, der gegen 21 Uhr einsetzte und auch ein Wohngebiet am Pauschitzer Berg einbezog. Vorübergehend, so der Trebsener Einsatzleiter Daniel Rudolf, sei auch die Papierfabrik Schulte betroffen gewesen.

Auch in Rüdigsdorf, einem Ortsteil von Kohren-Salis, fiel am Sonntag zeitweise der Strom aus.

Gegen 22.45 Uhr trat Oberbürgermeister Matthias Berger vor die Truppe der Kameradinnen und Kameraden und entlässt sie mit einem Dankeschön für ihre gezeigte Einsatzbereitschaft nach Hause. Quelle: Frank Schmidt

Nachdem der Sturm gegen 22 Uhr deutlich an Kraft verloren hatte, kam mitten in einer Krisensitzung der Grimmaer Feuerwehr um 22.25 Uhr die Entwarnung aus der Leitstelle in Leipzig. Der Ausnahmezustand wurde aufgehoben. Berger dankte den Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft und entließ sie gegen 23 Uhr.

Umgestürzte Bäume in Colditz

Umgestürzte Bäume wurden am Sonntag auch aus der Region Colditz gemeldet. Steffen Schmidt, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Colditz, musste mit seinen Kameraden in der Nacht gleich mehrfach ausrücken. In Schönbach etwa versperrten zwei auf die Straße gefallene Bäume die Zufahrt zu einem Firmengelände.

Mehrere Bäume gingen zudem auf der Verbindungsstraße zwischen Schönbach und Glasten zu Boden. In Zschadraß und Thumirnicht stürzten Bäume auf einen Lkw beziehungsweise auf ein Auto. Verletzte gab es dabei nicht. Nach Auskunft von Steffen Schmidt waren beide Fahrzeuge geparkt und damit führerlos.

Weitere Sturmschäden mit entwurzelten Bäumen waren auf der Straße von Tanndorf in Richtung Seidewitz, in Commichau sowie im Stadtgebiet Colditz zu beklagen. Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden.

Bäume fallen auch in Naunhof

Viele Bäume stürzten im Naunhofer Naherholungsgebiet um, die genaue Zahl wird laut Pressesprecherin Anja Lohn derzeit ermittelt. Auf das Dach der Lindenklause in Lindhardt fiel ein abgebrochener Ast, der aber keinen Schaden verursachte. Ein Baum, der auf der Straße zur Clade lag, musste weggeräumt werden, um die Zufahrt wieder zu gewährleisten.

In Parthenstein und Belgershain wurden bis auf umgefallene kleinere Bäume und abgebrochene Äste keine größeren Schäden registriert. Aus dem Otterwischer Rathaus war Gleiches zu vernehmen.

Abgedecktes Scheunendach bei Groitzsch

Groitzscher Feuerwehrleute beräumen einen umgestürzten Baum am Penny-Markt, Friedrich-Ebert-Straße. Quelle: Feuerwehr Groitzsch

Kleinere Einsätze für 54 Pegauer Feuerwehrleute

Pegauer Feuerwehrleute stehen bereit, um Einsätze aufgrund des Sturmtiefs Eberhard zu fahren. Quelle: Feuerwehr Pegau
Pegauer Feuerwehrleute beseitigen am Schützenplatz einen Nadelbaum. Wegen des gebrochenen Wurzelteller hätte er auf das Wohnhaus am Eck zur Straße Leipziger Vorstadt fallen können. Quelle: Feuerwehr Pegau

Auch Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) war ständig im Kontakt mit dem Einsatzleiter und machte sich ein Bild vor Ort. Gegen 22 Uhr wurde die Bereitschaft aufgelöst, und die Feuerwehrleute stellten auf „Normalbetrieb“ um. Bürgermeister und Stadtwehrleiter hoben die geleistete Arbeit aller Akteure hervor.

Bahnstrecke LeipzigBad LausickChemnitz gesperrt

Weil Bäume auf die Bahnstrecke LeipzigBad LausickChemnitz gestürzt waren, musste die Feuerwehr der Kurstadt zur Hilfeleistung ausrücken. Der Regionalexpress von Chemnitz nach Leipzig war 19.05 Uhr zwischen Buchheim und Bad Lausick gegen einen auf dem Gleis liegenden Stamm geprallt und kurz darauf auf offener Strecke zum Stehen gekommen. Hier und nördlich des Kurstadt-Bahnhofs war die Truppe um Wehrleiter Tomy Klisch im Einsatz. Insgesamt, so Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos), sei die Wehr ein halbes Dutzend Mal gefragt gewesen, um Stämme und Astwerk zu beräumen. Im Einsatz waren ebenso Ebersbach und Ballendorf.

Mitarbeiter gingen im Bad Lausicker Kurpark ans Aufräumen. Quelle: Ekkehard Schulreich

Wie stark der Sturm den historischen Kurpark getroffen hatte, wurde erst im Laufe des Vormittags allmählich deutlich. Vor allem Bereich der Medianklinik, am Rosengarten und am Ententeich waren zahlreiche Bäume entwurzelt oder abgebrochen. „Etliche Bäume liegen auch im Schamoniental“, sagte Bauhof-Leiter Eckhard Zeidler. Während seine Mitarbeiter bereits mit dem Sägen begannen, verschaffte er sich erst einmal einen Überblick. „Schäden gibt es auch in den Ortsteilen“, sagte er. So in Thierbaum oder in Lauterbach, wo eine Fichte auf den Spielplatz gestürzt war. Parallel zum großen Aufräumen war der Bauhof zur Unterstützung in der Lindenstraße im Kurviertel gefragt, denn hier wurden planmäßig Bäume gefällt, um Platz zu schaffen für den Straßenausbau.

90 Kameraden sind im Bornaer Stadtgebiet im Einsatz

In Borna waren am Sonntag 90 Kameraden der sechs Ortsfeuerwehren einsatzbereit. Die Alarmierungen kamen aus der Leitstelle in Leipzig und wurden in Borna dann an die Einsatzkräfte verteilt. Zu elf Einsätzen mussten die Helfer am Sonntagabend ausrücken. Ein Baum hatte in der Bornaer Eisenbahnstraße die Oberleitung der Bahn beschädigt, in der Rudolf-Virchow-Straße vor dem Sana Klinikum versperrte ein umgestürzter Baum die Zufahrt. Auch am Montagmorgen waren die Kameraden noch unterwegs, unter anderem sicherten sie lose Dachziegel auf dem Rathausdach. „Wir hatten alle Hände voll zu tun, in sämtlichen Ortsteilen waren Bäume umgestürzt“, berichtet Stadtwehrleiter Tino Reim.

Sturm Eberhard sorgte auch für lose Dachziegel auf dem Bornaer Rathaus. Die Feuerwehr rückte mit Drehleiter an. Quelle: Feuerwehr Borna

Von Frank Schmidt/hl/gap/okz/es/jto

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