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Wurzen Das sind die Top-Grundstücke im Landkreis Leipzig
Region Wurzen Das sind die Top-Grundstücke im Landkreis Leipzig
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10:22 28.08.2019
Am Nordufer des Markkleeberger Sees sind die Grundstücke mit am teuersten. Der Quadratmeter kostet hier im Durchschnitt 350 Euro. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Wer ein Grundstück kaufen oder auch verkaufen will, für den können diese Daten entscheidend sein: Der Gutachterausschuss des Landkreises Leipzig hat die neuesten Bodenrichtwerte zum Stichtag 31. Dezember 2018 ermittelt. Das Gremium ist verpflichtet, die Fakten aller zwei Jahre flächendeckend zu erfassen und zu veröffentlichen.

Im Landkreis gibt es Toplagen, die sich Normalverdiener nicht mehr leisten können, aber auch günstige Landstriche. Am teuersten ist der Landkreis in Markkleeberg. Daran hat sich seit der letzten Erhebung nichts geändert. „Markkleeberg kommt eine Sonderrolle innerhalb des Landkreises zu. Das ist ein eigener Teilmarkt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten – auch nicht unbedingt zu vergleichen mit anderen Kommunen im Leipziger Speckgürtel“, bringt es Thomas Scheithauer, Vorsitzender des Gutachterausschusses, auf den Punkt. Die Nähe zu Leipzig hat die Immobilienpreise in Markkleeberg weiter beflügelt. In begehrten Lagen kostet der Quadratmeter inzwischen 350 Euro.

Preisanstieg in Markkleeberg geht zurück

Der Gutachterausschuss kann einzelne Straßenzüge nennen, in denen Spitzenpreise erzielt werden: Rund um den Keeschen Park, im Markkleeberger Seeblick und im Wohngebiet Weinteichaue ist Bauland am teuersten. Auch Lagen in der Gemarkung Gautzsch (Abendsonne, Mendelssohnstraße 345 Euro) oder im Equipagenweg (310 Euro) stehen dem kaum nach. Allerdings beobachten die Experten, dass die Preise nicht ins Unendliche steigen. „Für die Käufer scheint eine gewisse Grenze erreicht“, so Scheithauer. Ablesbar sei das unter anderem daran, dass sich der Anstieg der Preise in Markkleeberg verlangsamt habe. In Spitzenlagen sei seit der vergangenen Erhebung Ende 2016 kein nennenswerter Sprung mehr zu beobachten.

Thomas Scheithauer leitet das Vermessungsamt und ist zugleich Vorsitzender des Gutachterausschusses im Landkreis Leipzig. Quelle: Simone Prenzel

Bodenpreise in Kahnsdorf konkurrieren mit Markkleeberg

Vor allem im Leipziger Speckgürtel gingen die Preise generell weiter nach oben. „Hier hat sich eigentlich eine gleichmäßige Entwicklung vollzogen. Die an die Großstadt angrenzenden Bereiche sind nach wie vor am meisten nachgefragt, was sich natürlich in den Grundstückspreisen niederschlägt“, so Scheithauer, der zugleich das Vermessungsamt im Landkreis Leipzig leitet. So spielen Zwenkau und Großdeuben (200 Euro) preislich in einer anderen Liga.

In einigen Bornaer Wohngebieten werden mittlerweile ebenfalls Preise bis zu 100 Euro erzielt. Ein teures Pflaster sind nach wie vor auch Machern (110 Euro), Borsdorf (100 Euro) oder Brandis (90 Euro). Auch Bad Lausick (80 Euro), Pegau (70 Euro) und Groitzsch (65 Euro) rangieren eher im oberen Mittelfeld. Beinahe an Markkleeberger Verhältnisse reichen die Bodenpreise im kleinen Kahnsdorf heran. Die an der Lagune gelegenen Wassergrundstücke mit Blick auf den Hainer See werden zu satten 300 Euro pro Quadratmeter verkauft.

Die an der Lagune liegenden Grundstücke in Kahnsdorf erreichen ähnliche Preise wie in Markkleeberg. Quelle: Andreas Döring

Natürlich geht es aber auch günstiger. „Da, wo keine Autobahn oder Bahnstrecke hinführt, sind in der Regel auch billigere Flächen zu haben“, erklärt Thomas Scheithauer. Wer weitere Wege auf sich nimmt, muss weniger für den Traum vom eigenen Heim berappen. „Am billigsten ist Wohnbauland derzeit in Colditz, dem ländlichen Bereich der Stadt Grimma sowie in den Gemeinden Lossatal und Thallwitz“, so der 51-Jährige.

Preissteigerung von rund 20 Prozent in zwei Jahren

Im gesamten Landkreis stiegen die Preise von 2016 auf 2018 für Wohnbauflächen um durchschnittlich 20 Prozent. Die Region weist dabei eine große Preis-Spanne auf. Die Spitzenwerte von Markkleeberg mit 350 Euro stehen Schnäppchenpreisen von zehn Euro für den Quadratmeter auf dem Lande gegenüber. Für das Zahlenwerk nahmen die Mitglieder des Gutachterausschusses rund 5100 Kaufverträge aus den Jahren 2017 und 2018 unter die Lupe. Sämtliche Transaktionen am Grundstücksmarkt wurden dafür ausgewertet.

Ermittelt werden auch Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen. „Hier sind die Steigerungsraten deutlich zurückgegangen.“ Stiegen die Preise für Ackerflächen von 2012 bis 2014 um 30 Prozent sowie von 2014 bis 2016 noch einmal um 17 Prozent, hat sich diese Entwicklung inzwischen verlangsamt. „Der aktuelle Bericht weist einen Anstieg von nur noch sieben Prozent aus.“

Viele Kommunen haben weitere Baugebiete geplant

Wie sich die Preise besonders für Häuslebauer weiter entwickeln, darüber kann und will der Vorsitzende des Gutachterausschusses nicht spekulieren: „Wir bilden die Entwicklung nur ab.“ Fakt ist: Zahlreiche Kommunen haben derzeit Baugebiete in der Pipeline. Welche Preise hier aufgerufen werden und was Häuslebauer bereit sind zu zahlen, wird erst die nächste Analyse der Bodenrichtwerte zeigen. Eine umfangreiche Auswertung sei zudem mit dem nächsten Grundstücksmarktbericht geplant, der voraussichtlich 2020 vorliegen soll. Hier ist dann auf Heller und Pfennig nachlesbar, für welche Summe Grundstücke im Landkreis den Besitzer gewechselt haben.

Die meisten Baugrundstücke wurden in den Jahren 2017 und 2018 in Markranstädt verkauft (101 Fälle), gefolgt von Markkleeberg (73), Grimma (71), Großpösna (58) und Machern (56).

Standortfaktor: Anbindung mit dem ÖPNV

Eine Anbindung mit dem Öffentlichen Nahverkehr ist für viele Häuslebauer ein wichtiger Standortfaktor und spiegelt sich in den Preisen für Baugrund deutlich wieder. Wie Sie die Orte mit Bus und Bahn erreichen können und wie lange Sie dafür einplanen müssen, lesen Sie hier:

Markkleeberg: Die teuersten Baugrundstücke findet der zukünftige Häuslebauer direkt am Markkleeberger See sowie am Cospudener See. Die Gegend ist vom Hauptbahnhof leicht mit der S-Bahn zu erreichen. In weniger als 15 Minuten fahren die S3, S5 oder S6 bis zur Haltestelle Markkleeberg.

Großdeuben:Etwas südlich von Markkleeberg gelegen, ist das gesamte Neuseenland von Großdeuben aus gut zu erreichen. Und auch die Anbindung an den Leipziger Hauptbahnhof ist durch die S6 gegeben. Eine Strecke dauert rund 25 Minuten.

Zwenkau: Die Lage am Zwenkauer See und die Anbindung an die B2 treiben die Preise in Zwenkau in die Höhe. Eine direkte Bahnanbindung gibt es allerdings nicht. Am besten ist Zwenkau vom Hauptbahnhof aus mit der S-Bahn nach Markkleeberg und dann mit dem Bus zu erreichen. Eine Fahrt dauert insgesamt rund 45 Minuten.

Lagune Kahnsdorf: Auch die Lagune ist nicht direkt an das Bahnnetz angebunden, allerdings liegt die nächste S-Bahn-Haltestelle nicht weit entfernt. Lobstädt ist aus Kahnsdorf gut mit dem Fahrrad oder dem Bus zu erreichen. Eine Fahrt zum Leipziger Hauptbahnhof mit der S6 aus Lobstädt dauert dann weitere 35 Minuten.

Borna:Die Stadt Borna liegt beim Baupreis im gehobenen Mittelfeld und ist mit der Bahn ohne Umsteigen leicht zu erreichen. Eine Fahrt mit der S6 vom Leipziger Hauptbahnhof dauert dennoch rund 40 Minuten.

Pegau: Die Kleinstadt liegt direkt an der Bahnlinie nach Saalfeld und ist deshalb mit der Erfurter Regionalbahn vom Hauptbahnhof aus schnell zu erreichen. Eine Fahrt dauert lediglich 25 Minuten – die EB befährt diese Strecke allerdings nur im Stundentakt.

Grimma: Die Stadt ist aus Leipzig mit dem Regionalzug leicht zu erreichen, liegt direkt an der Mulde und hat aktuelle Grundstückspreise im eher niedrigeren Mittelfeld. Eine Fahrt vom Leipziger Hauptbahnhof dauert 36 Minuten.

Machern: Die Gemeinde gehört mit Grundstückspreisen von über 100 Euro pro Quadratmeter zu den teureren Baugegenden für zukünftige Häuslebauer. Dafür kann Machern mit der direkten Anbindung an das Bahnnetz und die B6 punkten. Vom Leipziger Hauptbahnhof ist Machern schnell mit der S4 Richtung Wurzen zu erreichen. Eine Fahrt dauert rund 30 Minuten.

Bad Lausick: Östlich von Borna gelegen, sind aus Bad Lausick die meisten Seen nicht mehr ganz so schnell erreicht, dafür aber der Leipziger Hauptbahnhof. Hier führt die direkte Bahnverbindung nach Chemnitz durch und ermöglicht mehrfach pro Stunde die Fahrt mit dem Regionalzug. Eine Strecke dauert keine 30 Minuten.

Mit verschiedenen ÖPNV-Projekten hat der Landkreis zudem für ein engeres Busnetz und eine bessere Vertaktung zum Zugverkehr gesorgt. Mit dem Vorhaben „Muldental in Fahrt“ wird der Raum rund um Grimma , Bad Lausick, Brandis und Colditz besser erschlossen. Das Projektgebiet „Südliches Leipziger Neuseenland“, das künftig ebenfalls von vertakteten Linien und einer besseren Abstimmung auf die Bahn profitieren soll, umfasst insgesamt elf Kommunen. Dazu gehören die Städte Groitzsch, Pegau, Böhlen, Rötha, Kitzscher, Regis-Breitingen, Zwenkau sowie die Gemeinden Neukieritzsch, Elstertrebnitz, Belgershain und Großpösna.

Von Simone Prenzel

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