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Wurzen Flatter-Ulme als Baum des Jahres 2019 in Wurzen gepflanzt
Region Wurzen Flatter-Ulme als Baum des Jahres 2019 in Wurzen gepflanzt
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07:48 19.04.2019
Als Baum des Jahres 2019 wird im Stadtwald Wurzen die Flatter-Ulm in den Boden gebracht, wobei unter anderem Uwe Weigelt, Bernd Laqua, Andreas Padberg und Henry Graichen persönlich Hand anlegen. Quelle: Frank Schmidt
Wurzen

Baum des Jahres 2019 ist die Flatter-Ulme. Dafür hat sich wieder das Kuratorium Baum des Jahres der Dr. Silvius Wodarz Stiftung ausgesprochen, um dieses Gewächs in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Dessen botanischer Namen ist allerdings etwa schwieriger zu merken: Ulmus laevis. Dafür jedoch ab sofort im Stadtwald Wurzen auf der Ahnentafel aller bisher 30 Gewächse nachzulesen, die dort als Baum des Jahres schon gepflanzt worden sind.

Applaus für den Baum des Jahres, den der Förderverein Landschaftspflegeverband mittleres Muldegebiet im Stadtwald Wurzen in Gestalt der Flatter-Ulme pflanzt Quelle: Frank Schmidt

Nummer 31 ist ein eher seltener und unbekannten Baum, für den es im Forstbezirk nur vier Bestände auf 3,2 Hektar sowie 21 Einbaumgruppen mit unter 20 dieser Bäume gibt, wusste Forstbezirksleiter Andreas Padberg zu berichten. Ein halbes Dutzend weitere Exemplare haben fortan einen würdigen Platz in der sogenannten Allee der Bäume bekommen, die im Stadtwald angelegt wurde. Damit setzte der Förderverein Landschaftspflegeverband mittleres Muldegebiet als Initiator der Pflanzaktion im Norden von Wurzen eine langjährige Tradition fort, die heuer gar an ein Jubiläum gekoppelt war und von den Naunhofer Jagdhornbläsern sprichwörtlich rausposaunt wurde. Denn vor 20 Jahren war das Ende der Renaturisierung eines Truppenübungsplatzes gleichzeitig der Anfang des heutigen Stadtwaldes, erinnerte Grit Schnitzer als Vereinsvorsitzende daran.

Truppenübungsplatz wird zum Stadtwald Wurzen

Eine Anstrengung, die sich im Nachgang aber erst durch Zahlen und Fakten ermessen lasse. Demnach habe man im November 1997 damit begonnen, das Areal von einstigen Kampfmitteln zu beräumen. 15 Tonnen scharfe Munition und 300 Tonnen Schrott sowie 50 Tonnen Müll, Reifen und sonstiger Unrat und weitere 3000 Kubikmeter Bauschutt seien damals zusammenkommen und fachgerecht entsorgt worden. Erst danach konnte am 16. April 1999 der Stadtwald Wurzen auf 102 Hektar begründet, entsprechend bepflanzt und offiziell eingeweiht werden.

Die Jagdhornbläser Naunhof posaunen auf ihre Art heraus, dass die Flatter-Ulme Baum des Jahres 2019 ist. Quelle: Frank Schmidt

Der inzwischen zwei Jahrzehnte alte Baumbestand weise eine enorme Vielfalt auf, freut es den Förderverein. Traubeneichen, Winterlinden, Hain- und Rotbuchen, aber auch Bergahorn, Bergulme, Esche, Kiefer und Roteiche - um nur einige Baumsorten zu benennen - haben hier einen angestammten Platz gefunden.

Klimawandel fordert Waldumbauprogramm

Dennoch hat Forstbezirksleiter Andreas Padberg gewisse Bauchschmerzen, wenn er sich die klimatischen Veränderungen vor Augen führt. „Wir gehen davon aus, dass sich bis zum Ende des Jahrhunderts die Durchschnittstemperatur um etwa zwei bis drei Grad erhöht. Was nicht ganz so schlimm wäre, wenn es nicht gleichzeitig eine Verlagerung der Niederschläge geben würde, nämlich raus aus der Vegetationszeit rein ins Winterhalbjahr“, ließ der Experte aufhorchen. Deshalb setze das Land Sachsen auf ein „ambitioniertes Waldumbauprogramm“, um die Wälder fit für den Klimawandel zu machen.

Forstamtsleiter Andreas Padberg und Uwe Weigelt erklären die Besonderheiten der Flatter-Ulme als Baum des Jahres. Quelle: Frank Schmidt

Im gleichen Atemzug widerspricht er der These vom Eingriff in die Natur, den man im Waldumbau sehen könnte. „Nein, der Waldumbau ist eine Korrektur und ein Vorwegnehmen natürlicher Prozesse. Wir passen den Wald an die Zustände, wie sie prognostiziert werden, jetzt schon an“, rechtfertigte Padberg den Umbauprozess. Freilich würde das die Natur über viele Jahre hinweg auch alleine schaffen. „Aber das kann man in einer Kulturlandschaft nicht abwarten, wo doch der Wald für Mensch und Tier, aber auch für den Wasserhaushalt und für die Zirkulation und Filterung der Luft, also für das gesamte Regionalklima eine wichtige Rolle spielt“, erklärte der Fachmann die Zusammenhänge.

Von Frank Schmidt

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