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Wurzen Bauplan Färbergasse Wurzen fällt durch
Region Wurzen Bauplan Färbergasse Wurzen fällt durch
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18:00 26.04.2019
Ringelnatz blickt zur Zeit noch auf eine Brache hinter seinem Geburtshaus. Quelle: Ines Alekowa
Wurzen

Zu groß war der Korrekturbedarf: Der Bebauungsplan „Färbergasse“ wurde im Wurzener Ausschuss für Technik und Stadtentwicklung wieder von der Tagesordnung genommen und die Offenlegung des Entwurfs zur Beteiligung der Träger öffentlicher Belange damit erst einmal verschoben.

Die dritte Änderung des vorhandenen B-Planes sieht die Entwicklung des rund 5000 Quadratmeter großen Areals zwischen Crostigall und den Grundstücken an Post-, Färber- und Wenceslaigasse vor. Zur Zeit ist das eine ungepflegte Brache. Von großer Bedeutung bei der angestrebten Nutzung ist, dass innerhalb des Plangebietes das Ringelnatz-Geburtshaus steht.

Das unter Denkmalschutz stehende barocke, klassizistisch überformte Gebäude sowie das angrenzende Areal ist das letzte Beispiel eines der Stadtgüter, die Wurzen über Jahrhunderte prägten.

Entwurf: Eine Mischung aus Park und Wohnen schlägt das Büro für Städtebau für das Areal am Ringelnatzhaus (unten links) vor. Quelle: E-Mail-LVD

Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“

In Kürze soll mit der Sanierung des Gebäudes begonnen werden. Ziel ist die schrittweise Entwicklung zu einer literarischen Gedenk-, Begegnungs- und Forschungsstätte. Unter dieser Zielstellung steht auch der geplante Ringelnatzgarten, eine parkähnliche öffentliche Begegnungsstätte für kulturelle Veranstaltungen, aber auch als Platz zum Verweilen und Spielen.

Als so genannter grüner Trittstein soll er den Crostigall mit der Postgasse verbinden. Dessen Finanzierung soll aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ erfolgen.

Um auch die Erschließung des Areals zu finanzieren, soll mit dem B-Plan ein Angebot zum Bauen in attraktiver Innenstadtlage unterbreitet werden. „Das Gelände ist groß“, argumentierte Konstanze Mucke vom Bauamt. Östlich des Ringelnatzhauses sind drei Wohngrundstücke „Wohnen am Ringelnatzpark“ vorgesehen. Über eine Stichstraße mit Wendeplatz sollen diese sowie die rückwärtigen Grundstücke angebunden und bestehende Wegerechte geordnet werden. Die erforderlichen Stellplätze könnten damit auf den Grundstücken angeordnet werden.

Allerdings zweifelten Ausschussmitglieder, dass auf den Grundstücken an der Färbergasse dafür der Platz ausreicht. „Die Stadt sollte ihnen lieber einen Dauerparkplatz im Parkhaus anbieten“, meinte Andreas Kewitz. Auch beim Thema Parken gingen die Meinungen auseinander. Vor allem nach 17 Uhr ist im Crostigall, der große Parkplatz gegenüber vom Ringelnatzhaus eingeschlossen, kaum noch ein Platz zu finden, dann wird auch hinter dem Ringelnatzhaus wild geparkt. Diese Möglichkeit wird Autofahrern mit der Bebauung des Areals genommen.

Ringelnatzhaus braucht Parkplätze

Außerdem brauche das Ringelnatzhaus selbst für Veranstaltungen Parkplätze, Bedarf hätten auch Kirche und Gaststätte. „In den B-Plan müssen Parkplätze mit rein“, hieß es deshalb. Ein Stadtrat schlug vor, „mindestens ein Wohngrundstück dafür wegzulassen“.

Er stieß allerdings auf Widerspruch aus den eigenen Reihen: „Wir können für Veranstaltungen nicht 30, 40 Plätze vorhalten“, sagte Kewitz. Auch Michael Zerbs vom Tiefbauamt gab zu bedenken, dass bei großen Veranstaltungen auch diese nicht ausreichen. „Da müssen Besucher eben die Parkplätze am Bahnhof nutzen und die paar hundert Meter Fußweg in Kauf nehmen.“

Kritisiert wurde schließlich auch, entlang des Crostigalls Dreigeschosser zu erlauben. Im rückwärtigen Bereich soll die Höhe nach unten gestaffelt und auf neun Meter und maximal zwei Vollgeschosse begrenzt werden. Dies, so das Planungsbüro, „soll das Gebiet in Anlehnung an die umgebende historische Bebauung höhenmäßig strukturieren“. Der Ausschuss verwies jedoch darauf, dass es in diesem Abschnitt des Crostigalls nur Zweigeschosser gibt.

Jetzt müssen Bauamt und Planungsbüro noch einmal neu überlegen. Eigentlich sollte nach dem Ausschuss der Stadtrat am 30. April die Vorlage auf den Tisch bekommen.

Von Ines Alekowa

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