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Wurzen Bennewitz plant Bau einer Oberschule
Region Wurzen Bennewitz plant Bau einer Oberschule
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18:59 09.05.2019
Die Grundschule Bennewitz: Bis vor zwölf Jahren hatte hier die Mittelschule ihr Domizil. Jetzt soll eine neue Oberschule gebaut werden. Foto: Thomas Kube Quelle: Thomas Kube
Bennewitz

Wenn der Plan aufgeht, könnten 2026 die ersten Kinder in eine Mittelschule in Bennewitz gehen. Der Gemeinderat ebnete die ersten Meter des bis dahin noch langen Weges und beschloss, eine Arbeitsgemeinschaft aus zwei Architekturbüros – die Leipziger Woltereck & Fitzner Architekten PartGmbB mit Erfahrungen im Schulhausbau und das Wurzener Planungsbüros Kewitz mit Ortskenntnissen zum Beispiel aus der beabsichtigten Aufstockung der Grundschule – mit der Vorplanung zu beauftragen. Honorarkosten: 116222 Euro.

Oberschulen um Bennewitz sind voll

Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) hatte für das Vorhaben bereits am 12. April im Dresdener Kultusministerium getrommelt und wurde dabei von Ines Lüpfert, der zweiten Beigeordneten des Landrates, und der CDU-Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold unterstützt. Er habe, so Laquas Fazit, „ein positives Signal“ erhalten – ein Resultat der Argumente, die er mit im Gepäck hatte. Und das ist die in der Gemeinde steigende Kinderzahl. Die Deubener Kita musste bereits von 79 auf 160 Plätze erweitert werden, dieses Jahr wird baulich auf 204 aufgestockt. Auch die in Bennewitz sei trotz Kapazitätserweiterung von 80 auf 130 Plätze völlig ausgelastet. „Diese wachsende Zahl an Kindern wird nach der vierjährigen Grundschulzeit die Oberschule erreichen. Dies wird 2026 der Fall sein“, rechnet der Bürgermeister vor. Aber weder die Oberschule in Trebsen noch die in Brandis, wohin neben Wurzen und Lossatal bereits Bennewitzer Schüler gehen, könnten weitere aufnehmen. „Deshalb möchten wir in Bennewitz eine Oberschule errichten.“

Bennewitz profitiert von Leipzig

„Noch vor wenigen Jahren hätten wir uns diese Entwicklung nie vorstellen können“, sagte Laqua. Die Gemeinde wächst seit 2015 und profitiert dabei von der Boomtown Leipzig. „Unsere Bauplätze sind vollständig abgefragt, wir werden weitere entwickeln“, sagte Laqua. Das Stadt-Umland-Konzept des Wurzener Landes sieht für Bennewitz 448 Bauplätze vor, im Moment hat die Gemeinde fünf Baugebiete mit 160 Grundstücken aufgelegt. „Wir haben also noch Luft nach oben“, so Laqua. Das Problem: Der letzte Schulnetzplan des Landkreises von 2010 hinkt dieser Entwicklung hinterher. Deshalb müsse auch der Landkreis seine Hausaufgaben machen, sagt Laqua.

Vorgespräch im Kultusministerium in Dresden

Bennewitz macht die seinen. Nach einem zweiten Vorgespräch im Juli im Kultusministerium soll Anfang September die Vorplanung vorliegen und damit die Aufnahme in Schulnetzplanung und Schulhausförderprogramm beantragt werden. Basierend auf Erfahrungswerten anderer Schulbauten werden die Baukosten auf 11,4 Millionen Euro netto geschätzt. Bei dieser Höhe müssen die nächsten Planungsphasen europaweit ausgeschrieben werden, sodass die Baugenehmigung – wiederum Grundlage für die endgültige Bewilligung der Fördermittel – frühestens 2021 beantragt werden kann. „Wenn die Oberschule 2026 Schüler aufnehmen soll, muss spätestens 2023 mit dem Bau begonnen werden“, umriss der Bürgermeister den Zeitplan.

Parallel muss das Baurecht für den Standort gesichert werden. Das Aufstellen eines Bebauungsplanes nimmt etwa zwei Jahre in Anspruch und muss auf den Erkenntnissen der Vorplanung aufbauen. Vorgesehen ist die Wiese gegenüber dem Rathaus – nahe der S-Bahn und der Grundschule, um die erforderliche Zweifeldhalle gemeinsam nutzen zu können.

Kritische Hinweise aus dem Gemeinderat Bennewitz

Die Zustimmung im Gemeinderat war einhellig, schloss aber kritische Hinweise ein. So fragte Ina Adler (Linke), ob sich die Gemeinde das Vorhaben angesichts der Ausbauten von Kita und Grundschule leisten könne, wenn sie langfristig solide wirtschaften wolle. Denn auch bei einer 60-prozentigen Förderung müsste Bennewitz immerhin fünf Millionen Euro stemmen. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht verheben und dann an Gebühren- und Steuerschrauben drehen müssen“, warnte sie und drang darauf, „schleunigst ein Finanzierungskonzept zu entwickeln“. Einen ersten Schritt hatte der Gemeinderat bereits mit der Umschichtung mittelfristig geplanter Investitionen in die Feuerwehr gebilligt. „Denn es geht nicht darum, woanders zu kürzen, sondern Gelder effizienter einzusetzen“, so Laqua. Außerdem wurde in den jetzigen Beschluss der Vorplanung eine Sicherung eingebaut: „Die weiteren Planungsschritte werden nur mit Zusicherung der Aufnahme in die Schulnetzplanung und Förderung beauftragt.“

Von Ines Alekowa

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