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Wurzen Bennewitz will Energie effizienter nutzen
Region Wurzen Bennewitz will Energie effizienter nutzen
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19:24 03.01.2019
Teil des Quartierskonzeptes: das Bennewitzer Rathaus. Quelle: Ines Alekowa
Bennewitz

Energie einsparen und Energie effektiv nutzen – das ist das Ziel der Quartierskonzepte, die seit Mitte vergangenen Jahres für Teile von Bennewitz sowie für Mark Ottendorf von der Tilia GmbH Leipzig erarbeitet werden. „Demnächst finden Einzelgespräche mit wichtigen Akteuren für den Ausbau des Nahwärmenetzes statt“, kündigt Projektmanager Paul Münzner an. Das sind neben der Gemeindeverwaltung auch Grundstückseigentümer.

Kunden würden unabhängiger von schwankenden Marktpreisen

Vorausgegangen war eine umfangreiche Bestandsanalyse, bei der Wärmebedarfe, potenzielle Wärmequellen und Photovoltaik-Potenziale über Begehungen, Befragungen und Datenerhebungen unter die Lupe genommen wurden. Die Abwärmenutzung der Rath GmbH über ein Nahwärmenetz stellt demnach für Bennewitz die Vorzugsvariante bei der Wärmeversorgung dar. „Rath steht dem sehr offen gegenüber, auch weil sie daran verdienen würden“, sagt Münzner. Und die Vorteile für die Abnehmer liegen für ihn ebenso auf der Hand. Abwärme und Nahwärmenetz seien preislich attraktiv, weil Kunden unabhängig von schwankenden Marktpreisen für Öl, Gas oder Pellets werden und keine Kosten für Wartung, Reparatur und Schornsteinfeger anfallen. Außerdem werden Kessel und Brennstofflager überflüssig.

Planer errechnet Wirtschaftlichkeit verschiedener Ausbaustufen

Tilia hat die Wirtschaftlichkeit für mehrere Ausbaustufen errechnet. Ein Basisausbau von Rath bis Rathaus, Schule und dem Quartier Bahnhofstraße würde sich bei einer Investition von 1,6 Millionen Euro und einem Wärmeabsatz von 1480 MWh nach Meinung der Experten rechnen. „Wenn die Basisvariante umgesetzt ist, kann der weitere Ausbau über Fördermittel beziehungsweise über die gemeinsame Verlegung mit anderen Medien angegangen werden. Maßgebend dafür ist die Anschlussbereitschaft der anliegenden Eigentümer“, sagt Münzner. Denn der Anschluss von Lindenstraße und Ahornring (Stufe 2) sowie Gewerbe und Turnhalle (Stufe 3) ist nur bedingt wirtschaftlich. Der von Feuerwehr und Jugendhaus, in den 2,22 Millionen Euro investiert werden müssten, sei dagegen „nicht darstellbar“.

Nahwärmenetz nur bedingt wirtschaftlich

„Es wurden aber auch Alternativen zur Abwärme betrachtet“, betont Münzner die ergebnisoffene Herangehensweise. Diese zweite, aber nur „bedingt wirtschaftliche“ Variante, wäre ein Nahwärmenetz mit dezentraler Einspeisung über ein in Rathaus oder Schule zu installierendes und mit großen und effizienten Kesselanlagen zu ergänzendes Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW), mit dem auch Hort sowie umliegende Wohnblöcke verbunden würden.

Für Mark Ottendorf empfiehlt Tilia ein Mini-BHKW in der Kita, Investition: 11 600 Euro. Nur Variante zwei wäre die Abwärmenutzung von Rath, bei der in einer ersten Ausbaustufe mit 214 000 Euro ein wirtschaftlicher Anschluss des Geschosswohnungsbaus möglich wäre. Nicht darstellbar hier dagegen der Anschluss von Kita (941 000 Euro) und Schullandheim (1,306 Millionen Euro).

Querfurt macht’s vor

Darüber hinaus hat Tilia Beispielrechnungen unter anderem für Geo- und Solarthermie aufgestellt. „Wir wollen auch Grundstückseigentümern, die sich nicht ans Nahwärmenetz anschließen können oder wollen Möglichkeiten aufzeigen, Energie einzusparen und effektiv zu nutzen“, begründet der Projektmanager.

Als Beispiel für ein realisiertes Energiekonzept nennt Münzner Querfurt (Sachsen-Anhalt). Vor zehn Jahren verzeichnete die Stadt durch Abwanderung immer weniger Abnehmer am vorhandenen Wärmenetz, die Gaspreise kletterten. Tilia riet damals zum Bau einer Biogasanlage in Kooperation mit einer Agrargenossenschaft – neue Großabnehmer wurden gefunden. „Natürlich sind die örtlichen Gegebenheiten und auch die Förderkulisse andere, deshalb kann Querfurt nicht als Schablone dienen“, betont Münzner. Aber auch für Bennewitz habe er „ein sehr gutes Gefühl, dass das Wärmenetz in naher Zukunft angegangen wird“. Er sieht die Umsetzung des Quartierskonzeptes zudem als Prozess. „Wenn es erst einmal losgeht, wird es hoffentlich zum Selbstläufer.“

Von Ines Alekowa

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