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Wurzen Berufemesse Brandis zeigt Weg zum Traumjob
Region Wurzen Berufemesse Brandis zeigt Weg zum Traumjob
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11:08 30.03.2019
Johann Schumann informierte sich zusammen mit seiner Mutter Iris Schumann am Stand des Hotels Radisson bei Leonie Hilbers vom Personalbüro über die Ausbildung zum Hotelfachmann. Quelle: E-Mail-LVD
Brandis

Kein Sport in der Mehrzweckhalle, aber ein sportliches Vorhaben: Jugendliche ihrem Traumberuf ein Stück näher zu bringen. Am Mittwoch fand in Brandis die Berufsorientierungsmesse der Oberschule statt. Für die 300 Schüler der 7. bis 9. Klassen ist der Besuch Pflicht, für die Zehntklässler, meist schon mit Ausbildungsplatz, freiwillig. Zur zehnten Auflage hatte Organisator Frank Nöllner, Praxisberater von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft, mit einer Neuerung voll ins Schwarze getroffen: Die Messe fand erstmals nachmittags statt. „Der Wunsch wurde von vielen Firmen als auch zu Elternabenden geäußert“, sagte Nöllner.

Am Stand von Vitruvius, der Hochschule für angewandte Wissenschaft, informierten Angelo Denecke (Mitte) und Tim Böttcher (r.) unter anderem über die Ausbildung zum Gamedesigner. Quelle: Ines Alekowa

Traumberuf Hotelfachmann

Iris Schumann hatte die Chance genutzt und Sohn Johann begleitet. „Für mich ergibt sich so die Möglichkeit, die ein oder andere Frage einzubringen und meinen Sohn zu beraten.“ Der löcherte gerade Leonie Hilbers vom Personalbüro des Hotels Radisson zum Thema Hotelfachmann. Sie musste mit dem Abwechslungsreichtum dieses Berufes gar nicht werben. „Das wäre mein Traumberuf. Ich habe schon Praktika gemacht und gemerkt, es macht mir Spaß, denn mich reizt der Umgang mit Menschen“, erzählte der Neuntklässler.

Brandiser Berufeschule eine der größten im Landkreis

Daneben hatten Liftket, Sparkasse, Bundeswehr, Elektro Beckhoff, WBS Schulen, aber auch das Berufsinformationszentrum ihren Stand aufgebaut. „Die Zahl der Aussteller ist stetig gestiegen“, freute sich Nöllner. 50 sind es diesmal. Neben der Berufemesse der Dinterschule in Borna sei die Brandiser mittlerweile die größte im Landkreis. Und die Größe der Halle bietet noch Luft nach oben. Die Auswahl trifft Nöllner gezielt. „Im Dezember fragen wir die Schüler nach ihren Berufswünschen, und zu den meistgenannten versuchen wir, Firmen einzuladen.“ So kommen zu einem Stamm von 60 Prozent jedes Mal neue hinzu. In diesem Jahr ging der Trend bei den Jungs zu Mechatroniker, IT-Berufen und Gamedesigner. Bei den Mädchen lagen Gesundheitswesen und Pflege vorn. Besonders wichtig findet Nöllner, dass viele Firmen neben Informationen auch Praktika im Gepäck haben. „Denn da kann man die besten Einblicke gewinnen.“

Ausbildung zur Pflegefachkraft wird verändert

Mechatroniker werden unter anderem bei der FläkGroup, Hersteller von Klimatechnik, ausgebildet. „Wer sich dafür bewerben will, braucht einen guten Realschulabschluss besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern“, sagte Felix Lauchner, der in Wurzen gerade im 2. Lehrjahr Lagerlogistiker lernt und damit aus eigener Anschauung berichten konnte.

Ein Heimspiel war die Messe für Janet Würfel. Die Leiterin des Altenpflegeheimes in der Bergstraße warb für die Ausbildung zur Pflegefachkraft. „Viele kommen gezielt an unseren Stand“, freute sie sich und hofft, dass dem Interesse Bewerbungen folgen. Nächstes Jahr, informierte Würfel, beginnt die generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft, womit sich Einsatzmöglichkeiten sowohl in der Alten- als auch Gesundheits- und Kinderkrankenpflege eröffnen.

Informationen von der Messe im Unterricht thematisiert

Dicht umringt war Angelo Denecke von Macromedia Leipzig. Der Akademieleiter erläuterte die Möglichkeit, unter einem Dach die Berufsschule zu Game-, Kommunikations- oder Modedesign zu absolvieren und ein Studium anzuschließen. „Wir achten bei der Bewerberauswahl auf Qualität“, betonte er. Das bedeute „mindestens Realschulabschluss“. Max Matthes, Klasse 7, hörte hier genau hin. Schließlich gilt Gamedesign sein Interesse. „Die Messe hat mir weitergeholfen“, sagte er. „Ich konnte viele Fragen stellen.“

Damit es auch die richtigen sind, gibt Nöllner den Siebtklässlern einen Fragebogen an die Hand, die älteren Jahrgänge müssen den Katalog selbst zusammenstellen. „Außerdem empfehlen wir, mindestens zehn Firmen zu besuchen, im Unterricht werden die Informationen später ausgewertet.“ Nele Kurzbach hat bereits eine Konsequenz gezogen und Konditor von ihrer Favoritenliste gestrichen. „Das ist mir nicht abwechslungsreich genug“, meinte die Achtklässlerin, die sich nun auf Gesundheitsberufe oder Fitnesskauffrau orientiert. Auch sie war in Begleitung ihrer Mutter. „Die Öffnung der Messe für Eltern finde ich gut, so kann man sich selbst ein Bild von den Berufen und nötigen Voraussetzungen machen und seinen Kindern eine zweite Meinung anbieten.“

Von Ines Alekowa

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