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Wurzen Berufliches Schulzentrum Wurzen erhält Förderpreis für Demokratie
Region Wurzen Berufliches Schulzentrum Wurzen erhält Förderpreis für Demokratie
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10:41 26.06.2019
Preisverleihung im Konzertsaal der Stadt Bad Münder: Gabriele Hertel (2. v.l.) nimmt die Urkunde und Medaille im Namen der Wurzener Projektteilnehmer entgegen. Im Bild (v.r.): Jan Hofmann, Vorsitzender der Initiative Demokratisch Handeln, Preisträger Volkhard Knigge, Verena Hamm, Tochter von Hildegard Hamm-Brücher, sowie Alexander Darre, Referent des Landesamtes für Schule und Bildung Sachsen. Quelle: privat
Wurzen

Das Berufliche Schulzentrum (BSZ) Wurzen wurde jetzt für das Projekt „Common Future and Common History“ (Gemeinsame Zukunft und gemeinsame Geschichte) mit dem Hildegard Hamm-Brücher-Förderpreis für Demokratie lernen und erfahren 2019 in Bad Münder (Niedersachsen) ausgezeichnet. Ebenfalls zu den Preisträgern gehörten der Historiker Volkhard Knigge sowie das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium aus Remscheid.

Menschenrechtsverbrechen im Nationalsozialismus

Insgesamt bewarben sich 286 Projekte, 53 davon wurden Anfang Juni nach Bad Münder eingeladen. Letztlich entschieden sich die Juroren für Professor Volkhard Knigge, der seit 1994 die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora leitet, sowie die beiden Schulprojekte, die sich mit Menschenrechtsverbrechen im Nationalsozialismus beschäftigen. „Das Beruflichen Schulzentrum Wurzen realisiert seit fast zwanzig Jahren Projekte, in denen Verbrechen während der NS-Zeit und die Gefahren durch Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus thematisiert werden. Sie verbinden zugleich berufliche Interessen und Demokratieerziehung“, betonte Projektleiterin Gabriele Hertel.

Die Medaillen der drei Ausgezeichneten des Hildegard Hamm-Brücher-Förderpreises 2019. Quelle: privat

In „Common Future and Common History“ setzten sich Auszubildende der grünen Berufe des BSZ Wurzen sowie Partnerschulen aus Norwegen und Litauen zunächst mit der Zwangsarbeit im Agrarbereich und später mit dem Holocaust in Litauen und schließlich mit dem Raub der Kinder in Norwegen auseinander. „Dazu besuchten sie unter anderem die Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig, ehemalige Lebensbornheime in Norwegen sowie Synagogen in Litauen“, so Hertel.

Projektteilnehmer sprachen mit Zeitzeugen

Darüber hinaus organisierten die Teilnehmer eigene Vorträge und Gespräche mit Zeitzeugen. Nicht zuletzt wurde die Zwangsarbeit der Nationalsozialisten auf dem Agrarsektor erforscht. Wie Hertel betonte, informierten sich die angehenden Land- und Tierwirte, die Gärtner und Floristen im gegenwartsbezogenen Teil ihres Projektes zudem mit den unterschiedlichen Ausbildungssituationen. Sie lernten junge, geflüchtete Menschen kennen und befassten sich mit deren Integrationschancen.

„Ich freue mich sehr, dass das BSZ Wurzen eben hierfür den Preis erhielt“, sagte Hertel, die die Urkunde und Medaille in Bad Münder entgegen nahm, zum Schluss.

Förderpreis ist mit 1000 Euro dotiert

Mit dem Hildegard Hamm-Brücher-Förderpreis werden seit 2009 Personen des öffentlichen Lebens geehrt, die sich gemäß dem lebenslangen Engagement der Stifterin Hildegard Hamm-Brücher für die Demokratie als Lebensform, für das Lernen von Demokratie und für Engagement in Gesellschaft und Bildungswesen einsetzen. Der mit einem Geldbetrag von 1000 Euro dotierte Preis wird durch die Heidehof-Stiftung (Stuttgart), einer Stiftung der Nachkommen des Unternehmers Robert Bosch, unterstützt.

Hildegard Hamm-Brücher (1921 – 2016) war bis 2002 Mitglied der FDP und von 1976 bis 1990 Bundestagsabgeordnete. 1994 kandidierte sie für das Bundespräsidentenamt. Sie verlor gegen Roman Herzog (CDU).

Von Kai-Uwe Brandt

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