Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Borsdorfer Bibliothek nimmt Gestalt an
Region Wurzen Borsdorfer Bibliothek nimmt Gestalt an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:53 09.05.2019
Einst eine Besonderheit beim Schulbau: Eine ins Erdgeschoss des Schulhauses Borsdorf integrierte Sporthalle. Jetzt entsteht dort unter Leitung des Borsdorfer Architekten Christian Strauß die kombinierte Schul- und Gemeindebücherei. Quelle: Thomas Kube
Borsdorf

Die Bauarbeiten an der künftigen Schul- und Gemeindebibliothek im Altgebäude des Freien Gymnasiums Borsdorf (FGB) sind in vollem Gange. Wo bis vor anderthalb Jahren in der ins Schulgebäude integrierten alten Turnhalle noch Schul- und Vereinssport betrieben wurde, bieten bald einige Tausend Bücher und andere Medien die Möglichkeit, etwas für die geistige Fitness zu tun.

Bibliothek ist letzter Abschnitt beim Umbau des Borsdorfer Gymnasiums

Es ist der letzte Bauabschnitt im FGB. Seit Mai 2013 wird an dem Projekt gearbeitet. Im ersten Abschnitt entstand der Schulneubau, der im Herbst 2015 in Betrieb genommen wurde. 2016 wurde planmäßig der zweite Bauabschnitt, die Sanierung des alten Schulgebäudes vom Keller bis zum Dach, auf die Reihe gebracht. Doch der dritte und letzte Abschnitt erwies sich als Hindernisstrecke. Die erste Hürde baute sich mit der verzögerten Fertigstellung der neuen Zweifeldsporthalle an der Güterladestraße auf, in die die Sportler wechseln sollten.

In der ehemaligen Sporthalle des Freien Gymnasiums in Borsdorf wird derzeit gebaut. Hier einsteht eine neue Bibliothek.

So konnte erst im Januar 2018 losgelegt werden. Doch schon auf den ersten Metern, während der Entkernung des Baukörpers, kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bauherrn, der Volkssolidariät (VS) Leipziger Land/Muldental als Träger der Gymnasiums, und der Baufirma. Die VS kündigte dieser. Erst Anfang 2019, nach einem Jahr Verzug, übernahm schließlich die Jespo GmbH aus Doberschütz den Staffelstab. Und inzwischen kann der Borsdorfer Architekt Christian Strauß auch das Ziel ins Auge fassen: „Wir wollen im August fertig werden“, sagt er mit Blick auf den Schuljahresbeginn am 19. August.

Der Raum hat schon jetzt nichts mehr mit der düsteren Turnhalle zu tun. Licht fällt durch die nun um zwei Drittel höheren Fenster. „Für eine Bibliothek sind das ideale Bedingungen“, meint Strauß. „Beim Abriss haben wir übrigens festgestellt, dass die Fenster, als die Schule 1911 gebaut wurde, schon einmal so groß waren.“ Das zeige auch ein Foto des Heimatvereins von 1920. Die neuen Elemente, wieder Holzrahmenfenster mit der historischen Teilung, sorgen künftig für Helligkeit auf zwei Etagen, wobei die obere als eine Art offene Galerie konzipiert ist und den Blick in die untere frei gibt.

Sanierung folgt der ursprünglichen Architektur des Gebäudes

„Wir haben versucht, auf diese Weise ein Stück Geschichte zu erhalten, denn so ist entlang der Fenster noch die ehemalige Höhe der Halle von 5,70 Meter erkennbar“, erklärt der Architekt. Bei der freigelegten Decke erlebte er eine Überraschung – sie ist, obwohl tragend, nur zwölf Zentimeter dick, große Unterzüge fangen die Last ab. „Das ist Ingenieurskunst, die beachtenswert ist“, zollt Strauß seinen Vorgängern Respekt. Bei der schon neu eingezogenen Zwischendecke hat er die Ziffern lieber auf 21 Zentimeter gedreht.

Moderne Schülerarbeitsplätze mit Internet und Drucker

Die Galerie soll 24 Schülerarbeitsplätze mit Internetanschluss aufnehmen, Kopierer und Drucker finden hier ebenso Platz wie der Tresen der Bibliothekarin. Unter der Zwischendecke indes werden sich die Bücherregale reihen. Damit die kombinierte Schul- und Gemeindebibliothek – letztere hat ihr Domizil noch in einer alten Villa in der August-Bebel-Straße – auch außerhalb der Schulzeit erreichbar ist, erhält sie einen Zugang seitens des Durchganges von der Kita zum Schulhof. Der Barrierefreiheit trägt daneben ein Plattformlift Rechnung, der auch für einen bequemen Büchertransport von Vorteil ist.

Schulklub mit Küche wertet Gymnasium weiter auf

Doch noch haben überall die Bauleute das Sagen, übernehmen Gerüste eine tragende Rolle, türmt sich Material. So auch im künftigen Schulbuch- und Stuhllager, für das im Kellergeschoss zwischen Bibliothek und dem Ausgang zur Heinrich-Heine-Straße noch genügend Platz bleibt. Darüber, früher die Umkleide der Sportlehrer, entsteht ein Raum für den Schulklub samt einer kleinen Küche. „Diese zusätzlichen Räume bringen für das Gymnasium eine deutliche Verbesserung“, sagt der Architekt. Insgesamt stellen die drei Bauabschnitte ein Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro dar – 40 Prozent davon Fördermittel –, für die Bibliothek sind rund 500.000 Euro vorgesehen.

Von Ines Alekowa

Menschen mit einem gesetzlichen Betreuer können erstmals an den Kommunalwahlen teilnehmen. Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Leipzig begrüßt die Entscheidung des sächsischen Verfassungsgerichtshofs.

09.05.2019

Anlässlich seines 80. Geburtstages widmet das Museum dem gebürtigen Wurzener und heute in Berlin lebenden Tiermaler Reiner Zieger eine Ausstellung im Kontor der Einrichtung. Eröffnet wird die Präsentation in seinem Beisein am 11. Mai.

08.05.2019

Mit einer Präsentation der Ausstellertafel in der Wurzener Stadtkirche St. Wenceslai geht das Projekt „Unter einem Dach“ in die zweite Runde. Mitte April hatte der Freundeskreis Museum Wurzen die Türen vieler historischer Häuser geöffnet.

08.05.2019