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Wurzen Borsdorfer Gymnasium hebt ab: Von verlorenen Plätzen hin zu den Weiten des Weltalls
Region Wurzen Borsdorfer Gymnasium hebt ab: Von verlorenen Plätzen hin zu den Weiten des Weltalls
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16:00 08.01.2017
Der (Orts-)Geschichte auf der Spur: Die Fünftklässler Leon Alexander, Sebastian und Max (v.r.n.l.) präsentieren Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe „750 Jahre Borsdorf“. Quelle: Roger Dietze
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Borsdorf

Patronentasche, Tschako, Bajonett, Hornbecher: Ohne dazwischen einen Luftzug zu holen, nennt Leon Alexander die vor ihm aufgereihten Gegenstände eines französischen Soldaten der Befreiungskriege. „Eines Soldaten des 32. Linieninfanterie-Regiments“, präzisiert der elfjährige Borsdorfer Gymnasiast, dem man anmerkt, dass ihm das Mitwirken in einer von drei Arbeitsgruppen „750 Jahre Borsdorf“ sichtlich Spaß macht. Selbige Arbeitsgruppen präsentierten am Sonnabend im Rahmen des Tages der offenen Tür an der freien Bildungsstätte den bisherigen Stand ihrer Recherchen.

Recherchen, die sich laut Uwe Bismark, Klassenlehrer der 10 b, schwerpunktmäßig um die Themen Eisenbahngeschichte, Vereinsleben und Kriege gedreht haben und in den kommenden Wochen weiterhin drehen werden. Zum samstäglichen Programm gehörte unter anderem eine von den Fünft- bis Zehntklässlern durchgeführte Ortsführung zu sogenannten „lost places“, sprich Orten, an denen einmal das pralle Leben spielte, über die sich aber schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten die Stille gelegt hat. „Bis zum September wollen wir diese Geschichte zu einer Geocaching-Tour erweitern, darüber hinaus Gedankenspiele anstellen, wie sich diese Orte wiederbeleben lassen könnten“, so Bismark.

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Belebend für die Borsdorfer Bildungsstätte wirkt sich auch die Arbeit des Elternrats aus, der vorgestern in Person der Vorsitzenden Janette Grundmann Präsenz zeigte. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass meine Tochter diese Schule besuchen kann, und dies ist für mich Antrieb, mich zu engagieren“, so Grundmann, die von einer hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Elternschaft auf der einen und Schulleitung und Pädagogen auf der anderen Seite zu berichten weiß. „Wir versuchen zu helfen, wo dies möglich ist, etwa bei der Organisation von Festivitäten oder im Bereich der Bindung und Motivation der Lehrerschaft.“

Diese ist zuletzt unter anderem einer erwarteten Schwangerschaft und eines unerwarteten Abgangs wegen etwas geschrumpft. Der Geschäftsführer des Schulträgers Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental (VS), Lutz Stephan, kündigte jedoch an, dass man dabei sei, die personellen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. „Die Situation in diesem Bereich ist stabil, und für mich stellt es immer wieder eine Freude dar zu sehen, mit welchem Engagement unsere Lehrerschaft bei der Sache ist“, so Stephan.

Umso mehr bedauere er es, dass die Freien Schulen mit dem jüngst von der sächsischen Landesregierung geschnürten Paket im Bereich der Lehrer-Bezahlung einmal mehr benachteiligt worden sind. „Im Frühjahr wird es Verhandlungen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft geben, wir als Arbeitgeber sind auf jeden Fall dazu bereit, weitere Schritte bei den Gehältern zu gehen“, so der VS-Geschäftsführer.

Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung war es bekanntlich, den der US-amerikanische Astronaut Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch auf den Mond setzte. Naturgemäß spielte der Satellit auch beim aktuellen Schul-Projekt „Faszination Weltall“ eine zentrale Rolle, dessen Ergebnisse die Borsdorfer Gymnasiasten am Sonnabend präsentierten. Zu sehen gab es dabei unter anderem ein Modell unseres Sonnensystems sowie eine Powerpoint-Präsentation zum Thema Außerirdische. „Das Projekt war sehr spannend und interessant und auf jeden Fall eine schöne Abwechslung“, so Fünftklässler Philip.

Von Roger Dietze