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Wurzen Borsdorfer Kampfkunst-Verein richtet Deutsche Meisterschaft auf
Region Wurzen Borsdorfer Kampfkunst-Verein richtet Deutsche Meisterschaft auf
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15:55 15.05.2019
Die neue Zweifeldsporthalle in Borsdorf ist auch Trainingsstätte für den Verein Qwan Ki Do. Unter Leitung von Christian Hoffmann (r.) werden dort Kinder und Erwachsene in die asiatische Kampfkunst eingeweiht. Links Co-Trainer Michael Hoppe. Foto: Thomas Kube Quelle: Thomas Kube
Borsdorf

Qwan Ki Do – am 18. Mai findet in der Borsdorfer Zweifeldhalle die 17. Deutsche Meisterschaft in dieser traditionellen asiatischen Kampfkunst statt. Ausrichter ist der noch junge, erst im August 2018 gegründete Qwan-Ki-Do-Verein Borsdorf.

Es geht um Physis und Konzentration

Als Vereinsvorsitzender Christian Hoffmann die Halle betritt, kniet er und bindet seinen schwarzen Gürtel. Es ist ein Sich-Sammeln vor dem Training, eine Respektbezeichnung vor dem Sport und dem Trainingsort. Seit seinem 13. Lebensjahr hat sich der 41-Jährige dieser Sportart verschrieben. „Qwan Ki Do ist Vielfalt und Tiefe, die ich in anderen Sportarten nicht gefunden habe“, sagt der ehemalige Handballtorwart von Lok RAW Cottbus. Der Name ist Programm: „Qwan Ki Do bedeutet Weg der ganzheitlichen Lebensenergie“, erklärt er. „Es geht nicht nur um Training der Physis, geschult werden auch Konzentration, Koordinationsfähigkeit und Beharrlichkeit. Der Sport“, so sagt er, „hat mich leistungsfähiger gemacht.“

Neben Würfen, Hebeln und Fußschlägen auch Waffentraining

Der Ursprung dieser traditionellen asiatischen Kampfkunst reicht über 4000 Jahre zurück, in ihr spiegeln sich chinesische wie vietnamesische Einflüsse. Der Zusammenschluss verschiedener Stilarten erfolgte 1981 durch den von Vietnam nach Frankreich ausgewanderten Großmeister Pham Xuan Tong (72), der heute verantwortlich ist für die sportliche Ausbildung der Polizei in Frankreich. Während für das japanische Karate sehr kantige Bewegungen charakteristisch sind oder für Taekwondo die Fußschläge, verbindet Qwan Ki Do verschiedene Bewegungen. „Es gibt Würfe, Hebel, Fußschläge, auch das Co Vo Dao – das Waffentraining –, das je nach Graduierung des Kämpfers von der Holzwaffe bis zum Schwert oder bei den Frauen zum metallspitzenbewehrten Fächer reicht. Tam The, eine Heilgymnastik, ergänzt das Ausbildungsprogramm“, erklärt Hoffmann.

Hebel, Würfe und Fußschläge gehören zur Kampfkunst Qwan Ki Do. Der Verein Roter Drache trainiert in Borsdorf.

Borsdorfer verfügt über nationale und internationale Erfahrungen

Der gebürtige Cottbuser war einer der ersten Schüler des Afrikaners Jean Isidore Dziengue, der in Cottbus Pharmazie studierte und dort 1991 den ersten Qwan-Ki-Do-Verein Deutschlands gründete. Heute ist Dziengue technischen Direktor der deutschen Clubs. Hoffmann wird inzwischen mit (Meister) Tao Su angesprochen und besitzt den fünften Dang, den schwarzen Gürtel mit gelbem Rand, dessen Härte auf einen gefestigten Charakter verweist, während die weißen, weichen der Anfänger, die Leere und Biegsamkeit der Schüler symbolisieren. Und er verfügt über nationale wie internationale Wettkampferfahrung, hat an EM und WM teilgenommen. Doch persönliche Erfolge möchte er nicht in den Vordergrund stellen. „Im Qwan Ki Do hat der Mannschaftsgedanke Priorität“, erklärt er. „Man muss im Team und taktisch denken.“

Verein Roter Drache ist offen für Mitglieder

Seit 1998 unterrichtet Hoffmann selbst. Als Kriminalist bei der sächsischen Polizei gründete er im Polizeisportverein (PSV) Leipzig die Abteilung „Bach Ung – Weißer Adler“. Und als 2018 in Borsdorf die Zweifeldhalle eingeweiht wurde, realisierte Hoffmann, der vor vier Jahren seinen Lebensmittelpunkt in die Parthegemeinde verlegte hatte, seinen Traum von einem eigenen Verein. Seit August trainiert der „Chau Hong Long – der Rote Drache“ zweimal in der Woche an der Güterladestraße mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. „Insgesamt zählt der Verein bereits 30 Mitglieder“, freut sich der Clubchef über den Zulauf. „Offenbar haben wir mit unserem Angebot eine Lücke gefüllt.“

Die Mitglieder sind zwischen vier und 53 Jahren alt. „Qwan Ki Do ist eine Kampfkunst für jedermann“, betont Hoffmann. „Das Training lässt sich auf jedes Alter anpassen, Menschen mit Handicap eingeschlossen. Wir schicken niemanden weg.“ Der amerikanische technische Direktor sei Vietnamveteran und sitze im Rollstuhl, nennt Hoffmann das prominenteste Beispiel. Auch in die Borsdorfer Gruppe sind zwei Förderschüler und zwei aus Syrien Geflüchtete integriert.

Diesjährige Meisterschaft ist die dritte im Raum Leipzig

Die 17. Meisterschaft in Borsdorf ist nach 2005 und 2010 in Leipzig die dritte in der Region. Der Rote Drache, der selbst im April erstmals Teilnehmer an der EM für Kinder und Junioren in Zürich war, erwartet dazu 170 Starter aus ganz Deutschland. Die Borsdorfer selbst gehen mit vier Teilnehmern an den Start – je zwei aus dem Kinder- und aus dem Jugend-/Erwachsenenbereich. Der Leipziger PSV stellt 20 Starter. 9 Uhr wird die Veranstaltung eröffnet, 9.30 Uhr beginnen die Formenwettkämpfe und Partnertechniken, 14 Uhr die Kämpfe, und 18 Uhr werden die Sieger geehrt. In einer anschließenden Show wird die Bandbreite des Kampfkunst vorgestellt. „Sportinteressierte, die diese Kampfkunst kennen lernen möchten, sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen“, sagt Hoffmann.

Trainingszeiten in Borsdorf: Kinder 6 bis 13 Jahre: Dienstag 17 bis 18 Uhr, Kinder 4 bis 13 Jahre: Donnerstag 17 bis 18 Uhr, Jugendliche und Erwachsene: Dienstag und Donnerstag 18 bis 19.30 Uhr

Von Ines Alekowa

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