Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Brandis würdigt Bürger für ihr besonderes Engagement
Region Wurzen Brandis würdigt Bürger für ihr besonderes Engagement
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:22 20.01.2017
Alle Ehrennadelträger: Leona Köhler-Wolter, Ingrid Fischer, Hans Ross, Lea Fried, Sigrid Kujawa, Gudrun und Wolfgang Schor mit Bürgermeister Arno Jesse (von links). Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Brandis

Im schwarzen Anzug und mit weißer Krawatte betrat Bürgermeister Arno Jesse (SPD) die Bühne des Forums der Oberschule Brandis am Donnerstagabend. Zum erst vierten Brandiser Neujahrsempfang überhaupt hatte das Stadtoberhaupt geladen. Zu Recht könne man mittlerweile aber von einer kleinen Tradition sprechen, sagte Jesse zu Beginn. „Das Wort Tradition habe ich zwar schon beim zweiten Neujahrsempfang 2015 gebraucht, aber dieses Jahr stimmt es. Denn es geht uns heute um Vorbilder - um Handlungen, die uns imponieren. Und genau das ist es doch, was Tradition ausmacht.“

Arno Jesse bediente sich am Abend mehrfach aus der Rede Joachim Gaucks, die der Bundespräsident am Vorabend des Brandiser Neujahrsempfang in Berlin gehalten hatte. Gauck betitelte seine Worte mit der Frage „Wie soll es aussehen, unser Land“. Jesse münzte dies auf Brandis um und blickte zurück: „Wenn ich in meine Rede zum ersten Neujahrsempfang schaue, war diese noch von viel Enthusiasmus geprägt – keine Sorge, den habe ich immer noch. Ich bin jedoch realistischer geworden“, stellte der Stadtchef fest. In Zeiten von Digitalisierung, immer schneller eintretenden Veränderungen und einer Verrohung der Diskussionskultur, schaffe man es nur mit Begeisterung der Menschen für die Stadt und ihre Vorhaben Glaubwürdigkeit zu schaffen. „Wenn ich aber sehe, wie schwer sich die Verwaltungen überall jetzt schon mit Veränderungen tun, bekomme ich Angst.“ Deshalb komme es gerade jetzt auf alle Brandiser an, sich weiter an der Entwicklung der Stadt zu beteiligen. Eigentlicher Höhepunkt des Abends solle aber die Verleihung der Ehrennadel sein, leitete Arno Jesse um. Die Stadt ehrte mit ihr an diesem Abend sieben Brandiser stellvertretend für alle geleisteten ehrenamtlichen Arbeiten. Für besonderes soziales Engagement wurden Leona Köhler-Wolter, Ingrid Fischer und Lea Fried ausgezeichnet. Sie setzten sich im vergangenen Jahr besonders für die in Brandis und Waldsteinberg lebenden Flüchtlinge ein. Unterstützten sie beispielsweise bei Behördengängen, Umzügen oder „quatschten einfach nur mit ihnen“, wie es Ralph Gertler, der die Laudatio hielt, beschrieb. Gudrun und Wolfgang Schor, beide Lehrer in Brandis, wurden mit der Ehrennadel im Bereich Kinder, Jugend und Sport geehrt. Wolfgang Schor, der neben Beruf und Privatleben noch verschiedene Leichtathletikveranstaltungen organisiert, wurde von Laudator Steffen Lehmann als „der Ralf Rangnick von Brandis“ beschrieben. Denn das, was der RB-Sportdirektor für Leipzig darstelle, sei Wolfgang Schor für die Innovationskommune. Die Laudatio auf die Preisträgerin der Sonderkategorie hielt Ina Exner. Die Turnerin des SV Stahl Brandis kündigte in ihrer Ehrung eine Freundin und Vereinskollegin an, die sie schon seit ihrer Kindheit kenne: Sigrid Kujawa stehe nicht gern im Vordergrund und „lässt lieber mich sprechen“, sagte Ina Exner, „so wie heute.“ Das merkt man dann auch in der kurzen Dankesrede der Geehrten. „Das wäre aber nicht nötig gewesen.“

Anzeige

Mit Arno Jesse verbindet den Preisträger für Heimat- und Kulturpflege nicht nur, dass er sein Stellvertreter ist, auch eine Skatrunde mit dem Leipziger Axel Dyck teilen die beiden Brandiser. Die Ehrennadel erhielt Ross aber nicht für diese Verbindung, sondern für sein Engagement in der Musikarche, im Männerchor Polenz, beim „Singen für Jedermann“ und im Heimatverein Beucha. „Männer, sagt zu euren Frauen: lasst mich weg und etwas ehrenamtliches machen“, schloss Hans Ross die Ehrung ab und ermutigte zu weiterem Engagement.

Von Mathias Schönknecht