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Wurzen Brandiser unter den Besten beim Landesfinale „Jugend forscht“
Region Wurzen Brandiser unter den Besten beim Landesfinale „Jugend forscht“
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11:54 11.04.2019
Landesfinale "Jugend forscht": In der Sparte "Schüler experimentieren" wurde Alexandra Helbig Landessiegerin.
Landesfinale "Jugend forscht": In der Sparte "Schüler experimentieren" wurde Alexandra Helbig Landessiegerin. Quelle: privat
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Brandis

Ein komplettes Siegerpodest belegten die fünf Teilnehmer vom Brandiser Gymnasium mit drei Projekten beim Landesfinale „Jugend forscht“ am Wochenende in Chemnitz. Ganz hoch aufs Treppchen schaffte es die zwölfjährige Alexandra Helbig. Die Landessiegerin im Fachgebiet Arbeitswelt und Gewinnerin des Sonderpreises Umwelttechnik beeindruckte die Jury mit ihren Untersuchungen von Bambus in Lehmziegeln, um deren Festigkeit und Haltbarkeit zu verbessern. Traditionell werden Lehmziegeln bisher Flachs, Hanf, Stroh, Schilf oder Holzschnitzel zugesetzt. Aufgrund der geringen Festigkeit dieser biologischen Fasern, die zudem bei Feuchtigkeit schnell verrotten, sind jedoch auch Verbesserungen der mechanischen Eigenschaften der Ziegel Grenzen gesetzt.

Experten begeistert Qualität der Forschungsprojekte

Unter dem Motto „Frag Dich“ hatten sich insgesamt 19 Jungen und Mädchen der „Jugend forscht“-Sparte „Schüler experimentieren“ der bis 14-Jährigen mit ihren Projekten aus Naturwissenschaft und Technik der Fachjury im Industriemuseum Chemnitz gestellt. „Wir verzeichnen 2019 einen weiteren Zuwachs der Teilnehmerzahlen und eine sehr gute Breite und Qualität der Forschungsinhalte“, sagte Landeswettbewerbsleiterin Saskia Schnasse. Und René Reichardt, Geschäftsführer des Landespatenunternehmens DAS Environmental Expert GmbH ergänzte: „Wir sind begeistert von der hohen gesellschaftlichen Relevanz aller Projekte, dem Mut und der Ausdauer aller Jungforscher.“

Aluminium in Lebensmitteln untersucht

Bei „Jugend forscht“ belegte Erik Nusche einen zweiten Platz im Fachgebiet Chemie. Mit seinem Thema „Ist Aluminium ein geeignetes Verpackungsmittel für Lebensmittel?“ sicherte er sich zudem den Sonderpreis, ein Jahresabonnement „Spektrum der Wissenschaft“. Erik hatte verschiedene Gruppen von Lebensmitteln unter unterschiedlichen Umständen in Assietten aus Aluminium gelagert und anschließend mit Hilfe eines Massenspektrometers die auf die Lebensmittel übergegangene Menge an Aluminium gemessen.

Landesfinale "Jugend forscht": Erik Nusche freute sich über einen zweiten Platz. Quelle: privat

Stolz auf ihren dritten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt sind Robin Großmann sowie Karin und Marcus Taubert. In ihrem Forschungsprojekt „Maisspindeln – trocken, aber nicht langweilig!“ beschäftigten sie sich mit einem Rohstoff, der aktuell noch ungenutzt auf den Feldern verrottet. In vorangegangenen Projekten wurde bereits nachgewiesen, dass es ökologisch sinnvoll ist, die Spindel zu verwerten, auch das soziale Interesse an nachhaltigen Produkten ist sehr groß. Ob die Verarbeitung der Maisspindel jedoch auch ökonomisch sinnvoll ist, sollte das aktuelle Forschungsprojekt zeigen. In ihm wurden biologische und physikalische Eigenschaften der Maisspindel untersucht, um das am besten geeignete Trocknungsverfahren bestimmen zu können. Aus Wassergehalt, Sorte und Erntedatum bestimmten die Gymnasiasten Näherungswerte zur benötigten Energie und dadurch anfallende Kosten bei einer Trocknung durch umweltfreundliche Abwärme einer Biogasanlage.

Landesfinale "Jugend forscht": Robin Großmann sowie Marcus und Karin Taubert erreichten mit ihrem Maisspindelprojekt einen dritten Platz. Quelle: E-Mail-LVD

Brandiser verpassen knapp Bundeswettbewerb

Insgesamt hatten sich 25 Jugendliche am 28. Landeswettbewerb beteiligt. Saskia Schnasse zeigt sich beeindruckt von der hohen Qualität ihrer Beiträge. „Der Wissensdurst der Teilnehmer war Ausgangspunkt für forschendes Lernen und führte zu Ergebnissen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.“ Sieben Sieger werden den Freistaat beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ vertreten, der in diesem Jahr vom 16. bis 19. Mai ebenfalls in Chemnitz stattfindet. Die Brandiser werden hier nicht mehr dabei sein, denn zum Bundeswettbewerb fahren nur die erstplatzierten Jugendlichen, die im Hauptwettbewerb teilnahmen. „Das ist schade, wir hatten gehofft, mal wieder einen Landessieger stellen zu können“, bedauert Oberstufenberater Lutz Feichtinger. „Aber die drei Podestplätze sind auch wieder eine fantastische Leistung“, freut er sich für die Schüler.

Von Ines Alekowa