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Wurzen Darum rollen bis 2023 alte Züge zwischen Leipzig und Chemnitz
Region Wurzen Darum rollen bis 2023 alte Züge zwischen Leipzig und Chemnitz
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17:00 04.02.2020
Bis man von diesen Zügen nur noch das Rücklicht sieht, dauert es bis Ende 2023. Quelle: Mitteldeutsche Regiobahn
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Bad Lausick

Die Nostalgie auf der Schiene zwischen Leipzig, Bad Lausick, Geithain und Chemnitz bleibt nun doch bis Ende 2023: Der Plan, der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die die Regionalexpress-Linie betreibt, mit Fördermitteln zu komfortableren Wagen zu verhelfen, ist zu den Akten gelegt. Für die Zeit bis dahin gibt es keine Erleichterungen.

Der Einsatz von Oldtimer-Wagen, die seit 2015 hier rollen, hält der Bad Lausicker Stadtrat für inakzeptabel. Nicht nur für Ältere, Familien mit Kinderwagen und Kurpatienten seien sie eine Zumutung. Die Diskussion brandete auf der jüngsten Sitzung auf und mündete in die Überlegung, Verantwortliche der beiden Zweckverbände nach Bad Lausick zu holen und mit der Kritik zu konfrontieren.

Leicht hat man es nicht, wenn man mit dem RE 6 unterwegs ist. Quelle: Andreas Döring

Heinze: Alle Kommunen sollten Druck machen

„Die Betreiber stellen die Züge zur Verfügung, die verlangt waren. Die Fehler wurden in der Ausschreibung der Leistungen gemacht“, sagte Udo Goerke (CDU). Das Problem liege damit beim Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Das bedeute mitnichten, dass er den Betreiber MRB in Schutz nehme, aber das seien die Realitäten.

Rechtzeitig vor der nächsten Ausschreibung der Strecke sollten deshalb, meinte Gerd Heinze (Linke), „alle betroffenen Kommunen Druck machen bei den Verbänden“. So ein Malheur dürfe sich nicht wiederholen. Zuvor hatte Ex-Stadtrat Helge Heinig mehr Engagement des Stadtrates gefordert. Die Zustände in den nicht barrierefreien Zügen mit ihren mechanischen, schwer gehenden Türen seien nicht länger hinnehmbar.

Die Kritik, die in den ersten Monaten und Jahren seit Start der blausilbergelben Trains erheblich war, hatte schließlich das Land Sachsen 2018 veranlasst, eine Förderung zur Beschaffung zwar ebenfalls gebrauchter, aber etwas komfortablerer Fahrzeuge zu gewähren. 7,5 Millionen Euro Förderung waren zugesagt. Diese Züge, unter anderem mit einem Doppelstockwagen und Automatik-Türen, sollten ab dem ersten Quartal 2019 eingesetzt werden. Geschehen ist das nicht.

Ab Ende 2023 sollen batterieelektrische Coradia Continental zwischen Leipzig und Chemnitz rollen. Quelle: alstom

VMS: Bürgschaft für neue Wagen war nicht zu beschaffen

„Die Zahlung der Fördermittel für die Anschaffung gebrauchter Doppelstockwagen und Reisezugwagen wurde an eine Bürgschaft geknüpft, die der Freistaat von der Preßnitztalbahn verlangte. Die war im Wagentauschprojekt der Wagenkäufer, Wagenmodernisierer und Wagenvermieter. Mit der Bürgschaft wollte der Freistaat nach seiner Aussage eine zehnjährige Fördermittelbindung auf der Strecke RE 6 erreichen“, erklärt Falk Ester, Pressesprecher des VMS, auf LVZ-Nachfrage, warum der Tausch nicht zustande kommt.

Die Preßnitztalbahn habe diese Bürgschaft nicht abgeben können, da der Verkehrsvertrag mit der MRB nur bis Dezember 2023 laufe. Auch der VMS habe dies nicht tun können, „da die Verkehrsleistung für den Zeitraum ab 2023 neu vergeben werden muss und gleichzeitig eine solche Garantieabgabe von kommunalen Gebietskörperschaften gegenüber dem Freistaat nicht genehmigungsfähig ist“.

Die Züge der Mitteldeutschen Regionalbahn zwischen Leipzig und Chemnitz sind oft eng und schmutzig. es gibt hohe Ein- und Ausstiege, die Türen sind schwer zu öffnen. Quelle: Andreas Döring

Der Plan, kurzfristig auf der viel genutzten Expresslinie zwischen Leipzig und Bad Lausick etwas bequemeres Zugmaterial einzusetzen, sei damit endgültig geplatzt, so Ester. Beide Verbände hätten sich entschieden, Neufahrzeuge zu beschaffen: „Ab Fahrplanwechsel 2023 kommen dann die batterieelektrischen Alstom Coradia Continental auf RE 6 zum Einsatz.“

MRB: Heutige Waggons erfüllen alle geforderten Kriterien

„Die eingesetzten modernisierten Reisezugwagen entsprechen vollumfänglich den Anforderungen der Ausschreibung. Dies ist zwingend erforderlich, da Anbieter ansonsten bei der Vergabeprüfung nicht berücksichtigt werden“, äußert sich der Betreiber MRB gegenüber der LVZ. Mehr als ein Jahr habe man mit der Pressnitztalbahn ein neues Wagenkonzept erarbeitet und mit den Aufgabenträgern abgestimmt.

„Leider war die Landesförderung an Bedingungen geknüpft, die bei der Restlaufzeit des Verkehrsvertrages nicht erfüllt werden konnten.“ Immerhin habe man erreicht, dass seit Dezember zwei Lint-Triebwagen als zusätzliche Reservefahrzeuge eingesetzt werden“.

Von Ekkehard Schulreich

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