Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Debatte um Güllelager in Watzschwitz
Region Wurzen Debatte um Güllelager in Watzschwitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 12.12.2018
Der mögliche Standort des Güllelagers: Die Anlage befindet sich nur 120 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt und circa 70 Meter bis zur Lossa. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Anzeige
Lossatal/Watzschwitz

Wenn voraussichtlich im Januar vom Landratsamt die Stellungnahme zum geplanten Bau eines offenen Güllelagers in Watzschwitz vorliegt, will Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) zu einer Informationsveranstaltung einladen. Denn das Thema bewegt. So besuchten gleich mehrere Einwohner des Lossataler Ortsteils die jüngste Gemeinderatssitzung in Falkenhain, um vom Rathauschef den neuesten Stand des Vorhabens zu erfragen.

Anlage soll 120 Meter vom nächsten Wohnhaus entstehen

Wie berichtet, beantragte die Agrargenossenschaft Lüptitz den Bau eines Behälters mit einem Durchmesser von 33 Metern sowie sechs Metern Höhe am Dorfrand und unweit der Lossa. Erstmals vom Projekt erfuhren die Watzschwitzer zur Hohburger Ortschaftsratssitzung am 14. Juni und befürchteten damals schon die Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität. Immerhin befindet sich das nächste Wohnhaus, die Schickemühle, nur 120 Meter vom Standort entfernt.

Anzeige

Gemeinde stellt Forderungskatalog auf

Doch seither hat sich einiges getan. Weigelt zufolge verfasste die Gemeinde ein Schreiben an die Kreisbehörde inklusive eines Forderungskatalogs, da aus Sicht der Verwaltung das „Schutzgut Mensch“ vom Bauherrn nicht hinlänglich untersucht worden sei. Darüber hinaus gebe es aber weitere „strittige Fakten“, insbesondere was den künftigen Transport der Gülle von den Ställen in Lüptitz nach Watzschwitz beträfe.

Das Dementi aus dem Lossatal erreichte das Landratsamt übrigens noch vor der in Borna festgesetzten Frist Mitte November. Auf eine Rückantwort wartet die Gemeinde allerdings bis heute, und Kämmerer Norman Gebhardt fügte an: „Das Bauamt hält sich bedeckt.“

Einwohner des Dorfes befürchten eine Beeinträchtigung ihrer Wohn- und Lebensqualität. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Bürgermeister Weigelt jedenfalls geht derzeit davon aus, dass es nunmehr zu einem Erörterungstermin kommt, an dem die Kommune mit ihrem Anwalt teilnehmen will. „Unser Ziel wird es sein, eine Bürgerversammlung einzuberufen, sobald sich das Landratsamt positioniert hat.“ Am Tisch soll dann ebenso die Agrargenossenschaft und der kommunale Rechtsbeistand sitzen.

Betroffene wollen Kompromiss suchen

In den Dialog mit den Gästen der aktuellen Parlamentssitzung stimmten schließlich auch Gemeinderäte ein. Winfried Kluge aus Hohburg schlug unter anderem die Gründung einer Bürgerinitiative vor – „entweder eine geschlossene Anlage oder gar keine“. Kurz danach mahnte ein Besucher alle Anwesenden zur Kompromissbereitschaft an und schlug wie später der Hohburger Ortsvorsteher Peter Brendler das Gespräch mit der Agrargenossenschaft vor.

Den Schlusspunkt unter die Debatte setzte Bürgermeister Weigelt: „Wir sollten jetzt das Thema sacken lassen.“ Zugleich bat er Brendler, sich um einen Termin und Ort für die Informationsveranstaltung im Januar zu kümmern.

Von Kai-Uwe Brandt