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Wurzen Der Kleingärtnerverband Muldental begeht 2018 sein 25-jähriges Gründungsjubiläum
Region Wurzen Der Kleingärtnerverband Muldental begeht 2018 sein 25-jähriges Gründungsjubiläum
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14:54 04.03.2018
Wurzen, Gewerkschaftshaus Quelle: Foto: Röse
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Wurzen

Der Regionalverband (RV) Muldental der Kleingärtner begeht 2018 sein 25-jähriges Bestehen. Die Dachorganisation eint heute 89 Kleingartenvereine im ehemaligen Muldentalkreis und wurde am 27. Februar 1993 als Rechtsnachfolger des „Kreisverbandes der Garten- und Siedlerfreunde Wurzen“ sowie des „Kreisverbandes Grimma der Kleingärtner“ gegründet. „Im Moment bereiten wir im Präsidium eine Chronik und Festschrift vor, die das Vierteljahrhundert widerspiegelt“, so RV-Präsident Frank Lichtenberger. Die eigentliche Feier mit zahlreichen Gästen findet dann am 3. März im Bürgerzentrum Nerchau statt.

Aus Sicht des 49-Jährigen habe der RV trotz hoher Leerstandsrate und Überalterung der Vorstände eine positive Entwicklung genommen. So hielten sich die Mitgliederverluste 2017 auch mit dem Austritt dreier Wurzener Kleingartenvereine in Grenzen. Sie wollen die Zukunft unter einem eigenen Verbandsschirm meistern (die LVZ berichtete). „Es gibt sogar leichte Zuwächse. Außerdem spüren wir vielerorts einen Generationswechsel in den Anlagen.“ Junge Familien entscheiden sich immer öfter für eine grüne Parzelle und würden sogar ehrenamtliche Funktionen in den Vereinsvorständen übernehmen.

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Als Sisyphusarbeit bezeichnete Lichtenberger die derzeitige Archivierung von Unterlagen, wie Protokollen und Schriftstücken, in digitaler Form. „Dabei unterstützt uns dankenswerterweise das Jobcenter des Landkreises Leipzig mit einer Arbeitskraft aus dem Programm ,Soziale Teilhabe’.“ Den schnellen Zugriff per Computer plant der RV auch für sämtliche Gartenflächen der Region inklusive des jeweiligen Eigentümers. „Leider zeigen sich bei der Erfassung einige Ungereimtheiten, die es auszuräumen gilt.“ Mit Problemen rechnet Lichtenberger jedoch nicht bei einem weiteren Schwerpunkt des Verbandes im neuen Jahr. Demnach stehen Prüfungen der Gemeinnützigkeit von Kleingartenvereinen nach Bundeskleingartengesetz an. Diese muss der RV seit 2014 durchführen. Zuvor erledigte das Landratsamt die Aufgabe. „Hierzu gehören unter anderem Ortsbegehungen, um Laubengrößen oder die Drittelnutzung, also die kleingärtnerische Bewirtschaftung für den Eigenbedarf, zu kontrollieren sowie der Blick in die Bücher.“

Zu einem positiven Abschluss brachte der RV bereits das Freilenken von 15 Gärten der Sparte Süd Wurzen an der Oelschützer Straße. Hintergrund ist der vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr angedachte Ausbau der Staatsstraße 11 von der Bahnhofsstraße über die Stephan-, Eduard-Schulze- und Liststraße bis hin zur Oelschützer Straße. Deswegen sollen die Gärten in erster Reihe weichen. „Würde das nicht geschehen, müsste die Kommune als Bodeneigentümer ihrer Entschädigungspflicht nachkommen“, so Lichtenberger.

Zuletzt verweist der RV-Präsident noch auf ein Treffen mit dem Regionalverband Borna-Geithain-Rochlitz und dem Kreisverband Westsachsen am 24. Januar. Konkret geht es um einen Kleingartenwettbewerb, den das Trio gern für ihre Mitglieder initiieren möchte. „Wir wollen an diesem Tag miteinander über die Modalitäten sprechen.“ Einen intensiveren Kontakt wünscht sich Lichtenberger übrigens zu den jeweiligen Gemeindeverwaltungen im Verbandsgebiet, insbesondere um die Attraktivität in den Anlagen zu erhöhen. So könne er sich sogenannte Kleingartenparks vorstellen, um den Erholungsfaktor zu stärken. „Dazu braucht es aber Fördergelder, die ausschließlich Kommunen beantragen dürfen und erhalten. Sobald die Zusammenarbeit nicht funktioniert, hat keine Seite etwas davon.“

Von Kai-Uwe Brandt