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Wurzen Der Wolf kommt dem Muldental immer näher
Region Wurzen Der Wolf kommt dem Muldental immer näher
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17:16 24.03.2019
Definitiv kein Kuscheltier: Sven Möhring referierte in der Grundschule Beucha über Deutschlands umstrittenstes Wildtier. Quelle: Roger Dietze
Brandis/Beucha

Canis lupus ist ein Star des Internets: 660 Millionen Einträge spuckt Google aus, wenn man das Wort „Wolf“ in die Suchmaske eingibt, immerhin noch 42 Millionen, wenn man es mit dem Beiwort „Deutschland“ tut. „Der Wolf ist ganz offensichtlich ein Thema, das bewegt“, bringt es Sven Möhring auf den Punkt.

Der Mitarbeiter im Sachgebiet Naturschutz beim Landratsamt Landkreis Leipzig weilte am Freitagabend auf Einladung des Heimatvereins Beucha in der Grundschule des Brandiser Ortsteiles, um vor rund zwei Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörern einen Vortrag unter dem Motto „Wölfe in Sachsen – wie nah sie uns schon sind“ zu halten.

Ausbreitung des Wolfes hat Grenzen

Relativ nah sind sie dem Muldental. „Es gibt ein Rudel in der Dahlener Heide in Nordsachsen mit Sichtbeobachtungen unter anderem in Böhlitz, Roitzsch und dem Wermsdorfer Forst, auf dessen Konto möglicherweise die Risse in Voigtshain und Roitzsch gehen“, so der Diplom-Biologe, demzufolge der Ausbreitung des Wolfes in jedem Fall biologische Grenzen gesetzt sind.

„Die Zahl an Wölfen wird in einem Revier, das je nach Futterangebot bis zu 300 Quadratkilometer groß sein kann, deshalb überschaubar bleiben, weil alle Nachkommen das Revier verlassen müssen“, so der Wolfs-Fachmann. Auch hinsichtlich der Zahl der Reviere greife die Natur dergestalt regulierend ein, dass innerartlicher Stress für eine natürliche Dezimierung der Tiere sorge.

Wolf ist und bleibt Raubtier

„Gleichwohl ist der Wolf kein Kuschel-, sondern ist uns bleibt ein Raubtier, das man analog zu anderen Wildtieren nicht mittels Futter konditionieren sollte“, nahm Möhring Bezug auf einen Fall in Mitteldeutschland, bei dem sich ein Wolf sogar Futter von einer Terrasse holte. „Aber auch dieser Wolf zeigte bei der Begegnung mit dem Menschen noch sein natürliches Fluchtverhalten.“

Von Roger Dietze

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